QR-Code-Phishing, Angriffe

QR-Code-Phishing: Angriffe springen von 7,6 auf 18,7 Millionen

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 17:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Phishing-Attacken auf Kredite steigen um 162 Prozent. Behörden warnen vor KI-generierten Deepfakes und QR-Code-Betrug.

Cyber-Bedrohung 2026: Darlehens-Phishing und KI-Deepfakes auf Rekordniveau
Nahaufnahme eines Smartphones, das eine betrĂŒgerische Phishing-Nachricht mit falschen Kreditangeboten und Betrugswarnungen anzeigt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Besonders Darlehens-Phishing und KI-generierte Deepfakes treiben die Fallzahlen in die Höhe.

Darlehens-Phishing explodiert: Plus 162 Prozent

GefĂ€lschte Kreditangebote sind derzeit die beliebteste Masche der Cyberkriminellen. Das Sicherheitsunternehmen AhnLab verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Anstieg von 162 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Über 62 Prozent aller identifizierten Phishing-Kurznachrichten entfallen inzwischen auf diese Betrugsform.

Die TĂ€ter geben sich in mehr als der HĂ€lfte der FĂ€lle als seriöse Finanzinstitute aus. Ihr bevorzugter Einstiegspunkt: mobile Messenger. Allein ĂŒber Telegram stieg die Zahl der Betrugsversuche um rund 71 Prozent. Experten rechnen mit einer weiteren Zunahme wĂ€hrend der aktuellen Reisesaison – gefĂ€lschte BuchungsbestĂ€tigungen fĂŒr FlĂŒge und Hotels sind zu erwarten.

Behörden warnen vor KI-Deepfakes

Das Landeskriminalamt (LKA) und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schlagen Alarm: Kriminelle nutzen zunehmend KI, um Stimmen zu klonen und Gesichter in Videos zu manipulieren. Mitte Juli warnten die Institutionen vor Schockanrufen mit tÀuschend echten Stimmen von Angehörigen. Auch der sogenannte Deepfake-Anlagebetrug breitet sich aus.

Die Polizei testet derzeit einen speziellen „Deepfake Detector“. Verbraucher sollten bei verdĂ€chtigen Anrufen keine sensiblen Daten preisgeben. Ein einfacher Tipp der Ermittler: Innerhalb der Familie Kennwörter fĂŒr NotfĂ€lle vereinbaren.

Quishing: QR-Code-Phishing auf dem Vormarsch

Ein weiterer Trend heißt Quishing – Phishing ĂŒber QR-Codes. Microsoft-Daten zeigen eine dramatische Entwicklung: Zwischen Januar und MĂ€rz 2026 stieg die Zahl dieser Angriffe von 7,6 Millionen auf 18,7 Millionen. Das entspricht einem Zuwachs von 146 Prozent. Besonders perfide: KI-gestĂŒtzte Kampagnen erreichen Klickraten von ĂŒber 50 Prozent.

Anzeige

Da BetrĂŒger immer hĂ€ufiger Messenger-Dienste fĂŒr ihre Angriffe nutzen, wird der Schutz des eigenen MobilgerĂ€ts zur Pflicht. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in fĂŒnf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken

Die Ermittlungsbehörden konnten jedoch einen Erfolg verbuchen. Im Juni zerschlugen FBI, Google und Black Lotus Labs die Plattform „Outsider“. Über diesen „Phishing-as-a-Service“-Dienst wurden seit 2023 mehr als 8.000 Domains betrieben. Der geschĂ€tzte Schaden in 55 LĂ€ndern: rund 1,9 Milliarden US-Dollar.

Aktuelle Warnungen: LastPass, Bitwarden und FinanzÀmter im Visier

Seit Juli registrieren Sicherheitsforscher eine Phishing-Welle gegen Nutzer der Passwortmanager LastPass und Bitwarden. Über gefĂ€lschte Sicherheitswarnungen von Domains wie „lastpasscompliance.com“ versuchen Kriminelle, Anwender zur Installation von Fernsteuerungssoftware zu verleiten.

In Deutschland warnte das saarlĂ€ndische Finanzministerium Mitte Juli vor gefĂ€lschten E-Mails. Die Nachrichten mit dem Betreff einer angeblichen PrĂŒfungsanordnung nach der Abgabenordnung sollen EmpfĂ€nger zum Öffnen schĂ€dlicher AnhĂ€nge bewegen. Das Ministerium stellte klar: Die eigenen Systeme sind nicht kompromittiert – die TĂ€ter nutzen manipulierte Absenderadressen.

Anzeige

Angesichts von Millionen gehackter Konten pro Quartal ist herkömmliches Einloggen mit Passwörtern ein Sicherheitsrisiko. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. fĂŒr Hacker unangreifbar machen. Kostenlosen Passkey-Report jetzt anfordern

Ein Fall aus Malaysia zeigt, wie gefĂ€hrlich der Fernzugriff auf MobilgerĂ€te sein kann. Eine Frau erhielt ĂŒber einen Messenger-Dienst die Nachricht von einem vermeintlichen Gewinn. Nachdem die TĂ€ter die Kontrolle ĂŒber ihr Smartphone ĂŒbernommen hatten, lösten sie unautorisierte Kredite und Zahlungen in Höhe von 10.500 Ringgit aus.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69774471 |