Quantensichere, Verfahren

Quantensichere Verfahren: Nur 29 Prozent der Unternehmen sind vorbereitet

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nur 29 Prozent der Unternehmen haben quantensichere Verfahren umgesetzt oder fest eingeplant; Bitkom drängt auf strukturierte Vorbereitungen.

Bitkom warnt vor Quantencomputern und fordert rasche Krypto-Umstellung
Dunkle, unbeleuchtete Serverracks in einem modernen Rechenzentrum als Symbol für IT-Sicherheit und digitale Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Der Digitalverband Bitkom warnt angesichts der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vorgelegten deutschen Roadmap zur Migration auf Post-Quanten-Kryptografie vor gravierenden Gefahren für bestehende Verschlüsselungsverfahren. Das Voranschreiten der Technologie bedrohe die aktuelle IT-Sicherheit und erfordere rasches Handeln von Unternehmen und Behörden, wie aus Berichten vom 12. Oktober 2026 hervorgeht.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betonte, dass die Umstellung auf quantensichere Verfahren mehrere Jahre in Anspruch nehme und unverzüglich beginnen müsse. Wer erst dann reagiere, wenn leistungsfähige Quantencomputer tatsächlich verfügbar seien, handle zu spät.

Wintergerst warnte in diesem Zusammenhang vor Angriffsmustern, bei denen Akteure verschlüsselte Daten bereits in der Gegenwart abfangen und speichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit Hilfe von Quantenrechnern zu entschlüsseln.

Die vom BSI vorgelegte Roadmap begrüßte der Verbandspräsident, forderte jedoch zugleich, das Konzept mit klaren Zuständigkeiten, Prioritäten und Zeitplänen weiter zu konkretisieren. Der Plan des BSI sieht entsprechende Zuständigkeiten, Prioritäten und Zeitpläne für die Umstellung bereits vor.

Anzeige

Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre IT-Sicherheit zukunftssicher und gesetzeskonform aufzustellen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken jetzt verstehen

Deutsche Wirtschaft sieht wachsende Bedrohung

Hintergrund der Warnung sind Ergebnisse der Bitkom-Studie „Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026“, für die in den Kalenderwochen 42 bis 48 des Jahres 2025 insgesamt 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor repräsentativ befragt wurden.

Demnach stufen 43 Prozent der befragten Betriebe das Quantencomputing als großes Risiko für ihre eigene IT-Sicherheit ein. Grundsätzlich ist das Bewusstsein für die Technologie in den Chefetagen vorhanden: 77 Prozent der Unternehmen haben sich bereits mit Quantencomputing beschäftigt oder planen dies. Allerdings verharren viele Organisationen in der Theorie, denn 34 Prozent dieser Gruppe haben bislang keine konkreten Maßnahmen ergriffen.

Viele Unternehmen hinken bei der Vorbereitung hinterher

Bei den praktischen Vorbereitungen auf das Post-Quanten-Zeitalter zeigt sich nach Angaben des Bitkom deutlicher Nachholbedarf in der Praxis. Lediglich 29 Prozent der befragten Firmen haben die Umstellung auf quantensichere Verfahren bereits umgesetzt oder fest eingeplant.

Eine Bestandsaufnahme der eigenen IT-Infrastruktur steht bei vielen Betrieben ebenfalls noch aus: Nur 22 Prozent haben eine systematische Analyse ihrer kryptografischen Systeme vorgenommen oder haben einen solchen Schritt in der Planung.

Anzeige

Wer sich mit dem Schutz der Unternehmensinfrastruktur befasst, sollte auch proaktive Maßnahmen gegen aktuelle Angriffsmethoden nicht vernachlässigen. Ein kostenloses E-Book zeigt, wie Sie Sicherheitslücken ohne teure Investitionen schließen und Ihr Unternehmen langfristig absichern. Gratis-E-Book zur IT-Sicherheit herunterladen

Der Digitalverband rät Unternehmen deshalb zu einem zügigen und strukturierten Vorgehen. Zu den zentralen Empfehlungen zählt das Erfassen aller im Einsatz befindlichen kryptografischen Systeme. Zudem sollten Verantwortliche besonders schützenswerte Daten priorisieren und eine dauerhafte Krypto-Agilität in ihren IT-Architekturen etablieren, um Algorithmen künftig flexibel austauschen zu können.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70304403 |