Quishing, Phishing-Mails

Quishing: 11 Prozent der Phishing-Mails enthalten laut ESET QR-Codes

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ESET zÀhlte QR-Codes in rund 11 Prozent der Phishing-Mails im ersten Halbjahr 2026; Behörden melden FÀlle in mehreren LÀndern.
Ein unscharfer Briefkasten bei DĂ€mmerung vor einem Wohnhaus, der die Gefahr von betrĂŒgerischen Postsendungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsbehörden und Finanzinstitute warnen vor einer zunehmenden Verbreitung von Phishing-Kampagnen, bei denen gefÀlschte QR-Codes in Briefen oder E-Mails genutzt werden, um sensible Kundendaten abzugreifen.

Kriminelle machen sich dabei die weite Verbreitung der zweidimensionalen Barcodes zunutze. Das Verfahren, in Fachkreisen als Quishing bezeichnet, dient dazu, Login-Daten, Zahlungsdaten oder Krypto-Wallets zu kompromittieren und Schadsoftware zu verbreiten.

TĂ€uschende Optik und Medienbruch erschweren Erkennung

Wie die Frankfurter EURO Kartensysteme GmbH in einem Bericht vom 4. November 2026 darlegte, verschleiern prÀparierte QR-Codes das tatsÀchliche Verlinkungsziel. Anders als bei klassischen Phishing-Nachrichten ist die Zieladresse nicht unmittelbar als verdÀchtige Webadresse im Text lesbar.

Wird der Code gescannt, fĂŒhrt er auf gefĂ€lschte Webseiten, die legitimen Login-Seiten tĂ€uschend Ă€hnlich sehen. Auf diesen Seiten eingegebene Zugangsdaten, PINs oder Kreditkarteninformationen fließen direkt an die BetrĂŒger ab.

Nach Angaben des Unternehmens tauchen die FĂ€lschungen in unterschiedlichen Formen auf: in E-Mails wie etwa gefĂ€lschten AnmeldebestĂ€tigungen, Rechnungen oder Passwort-RĂŒcksetzungen, im öffentlichen Raum durch ĂŒberklebte Codes an Parkscheinautomaten, E-LadesĂ€ulen, Speisekarten und Plakaten sowie auf dem Postweg in Flyern oder Schreiben im Namen von Behörden, Kreditinstituten und Paketdiensten.

ESET-Forscher Jonathan Ramos wies darauf hin, dass der QR-Code die Interaktion hĂ€ufig von einem geschĂŒtzten Arbeitsrechner auf ein oft schlechter abgesichertes MobilgerĂ€t verlagere, was eine schnelle PrĂŒfung des Links zusĂ€tzlich erschwere.

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Internationale FÀlle bei Banken und Behörden

Die Angriffsmethode tritt derzeit in mehreren LÀndern auf. Im Oldenburger Land wurden gefÀlschte Briefe im Namen der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) verschickt, die Kunden unter Nutzung eines QR-Codes zur BestÀtigung ihrer Daten aufforderten, wie aus einem Bericht vom 4. November 2026 hervorgeht.

LzO-Pressesprecher Andreas Renken verwies auf entsprechende Warnhinweise auf der Internetseite und im Online-Banking des Instituts. Polizeisprecher Jens Rodiek bestÀtigte, dass solche Versuche in der Region wiederholt verzeichnet werden.

In Frankreich warnte die Police nationale laut einem Bericht vom 3. November 2026 vor Schreiben, die den Auftritt der Steuerbehörde Direction générale des finances publiques imitieren. Ziel seien neben Steuer-Zugangsdaten auch Wiederherstellungsphrasen von Krypto-Wallets, mit denen Guthaben transferiert werden können.

In der Schweiz registrierte das Eidgenössische Amt fĂŒr das Handelsregister gefĂ€lschte E-Mails, in denen Unternehmen unter Androhung von Verwaltungsmassnahmen und Löschungen zu einer kurzfristigen Aktualisierung aufgefordert werden. Die dabei abgefragten Unternehmens-, Kontakt- und Bankdaten eignen sich nach Behördenangaben fĂŒr gezielte spĂ€tere Angriffe.

In der Schweiz registrierte das Eidgenössische Amt fĂŒr das Handelsregister gefĂ€lschte E-Mails, in denen Unternehmen unter Androhung von Verwaltungsmassnahmen und Löschungen zu einer kurzfristigen Aktualisierung aufgefordert werden. Die dabei abgefragten Unternehmens-, Kontakt- und Bankdaten eignen sich nach Behördenangaben fĂŒr gezielte spĂ€tere Angriffe.

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Zudem warnte die Nationalbank der Kirgisischen Republik in einem Bericht vom 5. November 2026 vor gefÀlschten Versorgungsrechnungen und Zahlungsaufforderungen mit Links und QR-Codes, die auf gefÀlschte Bezahldienste zielen.

Relevanz in weltweiten Bedrohungsanalysen

Die Dimension der Methode belegen Erhebungen des Sicherheitsunternehmens ESET im Threat Report fĂŒr das erste Halbjahr 2026. Demnach enthielten rund 11 Prozent der in diesem Zeitraum analysierten Phishing-E-Mails QR-Codes. Damit stellte diese Masche die siebthĂ€ufigste per E-Mail verbreitete Kampagne dar.

Bei den weltweiten Detektionen entfielen im ersten Halbjahr 2026 19 Prozent auf die USA, 17 Prozent auf Spanien und 6 Prozent auf Mexiko, das zugleich die regionalen Erfassungen in Lateinamerika anfĂŒhrte. Zu den besonders oft imitierten Plattformen gehörte dort DocuSign.

Sicherheitsbehörden und IT-Experten raten dazu, Ziel-URLs vor dem Öffnen im Browser genau zu prĂŒfen, codes auf Rechnungen und im öffentlichen Raum auf Überklebungen zu kontrollieren und Adressen im Zweifel manuell einzugeben. VerdĂ€chtige Nachrichten und manipulierte Codes sollten Betroffene umgehend den zustĂ€ndigen Institutionen melden.

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