Quishing-Angriffe, QR-Code-Betrug

Quishing-Angriffe explodieren: 146 Prozent mehr QR-Code-Betrug

02.05.2026 - 10:38:19 | boerse-global.de

Quishing-Angriffe auf Smartphones nehmen drastisch zu. Apple und Samsung reagieren mit Sicherheitsupdates gegen neue Bedrohungen.

Quishing-Angriffe explodieren: 146 Prozent mehr QR-Code-Betrug - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Quishing-Angriffe explodieren: 146 Prozent mehr QR-Code-Betrug - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Allein im ersten Quartal 2026 stiegen Quishing-Angriffe um 146 Prozent. Kriminelle nutzen manipulierte QR-Codes, um Nutzer auf Phishing-Seiten zu locken oder Schadsoftware zu installieren.

Manipulierte OberflÀchen im öffentlichen Raum

Die TÀter verlagern ihre AktivitÀten gezielt in den Alltag. In Toronto und Mississauga entfernten Behörden zahlreiche gefÀlschte QR-Code-Aufkleber von Parkautomaten und LeihfahrrÀdern. Die Aufkleber imitieren das Design der OriginalgerÀte nahezu perfekt.

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Das Ziel: Nutzer zur Preisgabe von Zahlungsdaten oder Installation bösartiger Apps verleiten. Die Betrugsmasche setzt auf das Vertrauen in bekannte Dienstleister.

Doch Quishing ist nicht die einzige Gefahr. Eine kritische Schwachstelle im BootROM von Qualcomm-ChipsÀtzen (CVE-2026-25262) ermöglicht bei physischem Zugriff den vollstÀndigen Systemzugriff. Betroffen sind Snapdragon-Modelle wie MDM9x07 und SDX50.

In Kombination mit „Ghost Tapping“ – manipulierten Eingabebefehlen auf dem Display – können Angreifer unautorisierte Zahlungen ĂŒber Apple Pay oder Google Pay auslösen.

Auch der „Hallo Mami/Papi“-Betrug hat sich weiterentwickelt. Die Kampagnen verlagern sich zunehmend auf iMessage. Die TĂ€ter nutzen internationale Nummern aus den Philippinen oder Marokko, um finanzielle Notlagen vorzutĂ€uschen.

Apple und Samsung reagieren mit Updates

Apple veröffentlichte Ende April iOS 26.4.2. Das Update schließt eine kritische DatenlĂŒcke bei Benachrichtigungsdiensten (CVE-2026-28950). Angreifer hĂ€tten damit sensible Nachrichten-Snippets einsehen können.

Apple betont die Notwendigkeit, auch Ă€ltere GerĂ€te zu aktualisieren – besonders gegen aktive Exploit-Kampagnen wie „Coruna“ oder „DarkSword“.

Samsung kĂŒndigt One UI 8.5 fĂŒr Anfang Mai an. Die neue OberflĂ€che soll verbesserte Diebstahlschutzmechanismen enthalten. Allerdings berichten Nutzer von Problemen mit den April-Sicherheitspatches: Bei Galaxy-S25- und S24-Modellen kam es zu erhöhter WĂ€rmeentwicklung und Akku-Einbußen.

Auch die Infrastruktur gerĂ€t unter Druck. Ende April wurden mehrere OpenSSL-Schwachstellen gemeldet – von Informationsoffenlegung bis zu Denial-of-Service-Angriffen. Die OpenSSL Foundation empfiehlt die Migration auf Version 3.6.2 oder 3.5.6.

Ein weiterer kritischer Fund: Die „Copy Fail“-Schwachstelle (CVE-2026-31431) existiert seit 2017 im Linux-Kernel. Lokale Benutzer können durch speziellen Python-Code Root-Rechte erlangen. Da viele Cloud-Umgebungen und Smartphone-Subsysteme auf Linux basieren, hat dies weitreichende Konsequenzen.

KI als Werkzeug der Angreifer

Die Professionalisierung der Angriffe wird durch generative KI vorangetrieben. Der Phishing-Dienst „Bluekit“ basiert auf GPT-4.1 und Claude und wird auf dem Schwarzmarkt fĂŒr rund 2.000 Dollar pro Jahr angeboten.

Damit erstellen Kriminelle tĂ€uschend echte Fake-Shops. Texte, Produktbilder und Rezensionen sind kaum noch von seriösen Anbietern zu unterscheiden. Diese „Fake-Shop 2.0“-Generation umgeht klassische SicherheitsprĂŒfungen.

Microsoft erkannte im ersten Quartal 2026 rund 8,3 Milliarden Phishing-Drohungen. Ein erheblicher Teil basiert auf KI. Besonders besorgniserregend: Device-Code-Phishing auf Microsoft 365 – allein im April rund 7 Millionen Angriffe.

Sogar legitime PayPal-Server werden fĂŒr Support-Betrug missbraucht. Nutzer erhalten E-Mails von offiziellen Adressen, die vor angeblichen unautorisierten Belastungen warnen und zu gefĂ€lschten Hotlines fĂŒhren.

Sicherheitsanbieter wie Bitdefender setzen auf KI-gestĂŒtzte Schutzlösungen. Diese analysieren menschliche Interaktionsmuster und betrĂŒgerische Absichten in Echtzeit.

Strengere Regeln fĂŒr mehr Sicherheit

US-Verbraucher verloren 2025 fast 21 Milliarden Dollar durch Betrug. Die FCC verschĂ€rfte daher Ende April die KYC-Regeln („Know Your Customer“) fĂŒr Mobilfunkdienste.

In Deutschland beschloss das Bundeskabinett die Umsetzung des EU Cyber Resilience Act. Das BSI wird kĂŒnftig als „digitaler TÜV“ fungieren. Ab September 2026 greifen umfassende Meldepflichten fĂŒr SicherheitsvorfĂ€lle.

Die Industrie sieht Cybersicherheits-Labels jedoch kritisch. Der ZVEI warnt vor pauschalen Kennzeichnungen, die den Verbraucherschutz schwĂ€chen könnten. Der Verband fordert 13 Kernpunkte fĂŒr ein aussagekrĂ€ftiges Zertifizierungssystem.

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Was die nÀchsten Monate bringen

Die CyberkriminalitĂ€t stieg im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent. 86 Prozent aller Phishing-Angriffe sind mittlerweile KI-gesteuert. Technologische HĂŒrden allein reichen nicht mehr.

Bei Apple steht im September ein FĂŒhrungswechsel an: John Ternus ĂŒbernimmt den CEO-Posten. Erwartet wird eine stĂ€rkere Integration von KI-Assistenten in die Sicherheitsarchitektur von iOS 27, das voraussichtlich im Juni auf der WWDC prĂ€sentiert wird.

Gleichzeitig erreichen Ă€ltere Systeme ihr Ende. Microsoft stellt „Outlook Lite“ zum 25. Mai 2026 ein. WhatsApp beendet im September den Support fĂŒr Android unter 6.0. Die Konsolidierung zwingt Nutzer zum Umstieg auf modernere Hardware – und verringert langfristig die AngriffsflĂ€che fĂŒr veraltete Exploits.

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