Quishing-Attacken, Phishing-E-Mails

Quishing-Attacken: 11% aller Phishing-E-Mails nutzen QR-Codes

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
QR-Code-Phishing nimmt rasant zu: 11% aller Phishing-Mails enthalten schÀdliche Codes. Angreifer umgehen MFA-Schutz und zielen auf MobilgerÀte.
Ein Smartphone mit einem QR-Code auf einem modernen Schreibtisch in einer BĂŒroumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsexperten warnen vor einer signifikanten Zunahme von QR-Code-Phishing, dem sogenannten Quishing, das zunehmend die Sicherheitsbarrieren in Unternehmensumgebungen ĂŒberwindet. Laut dem ESET Threat Report fĂŒr das erste Halbjahr 2026 enthielten bereits 11% aller analysierten Phishing-E-Mails bösartige QR-Codes.

Diese Taktik zielt darauf ab, potenzielle Opfer von ihren durch Filter geschĂŒtzten Desktop-ArbeitsplĂ€tzen auf private MobilgerĂ€te zu locken, auf denen traditionelle Sicherheitsmaßnahmen oft weniger wirksam greifen.

Neue Taktiken und technologische Risiken

Die von ESET beobachteten Methoden entwickeln sich stetig weiter. Zu den neuen Techniken gehören der Diebstahl von Token fĂŒr die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), die Initiierung schĂ€dlicher App-Downloads sowie Manipulationen im Bereich von Wi-Fi-Verbindungen. Das Unternehmen identifiziert diese Angriffsformen unter der Bezeichnung QRCode/Phishing.

Besondere Aufmerksamkeit widmet das FBI derzeit der nordkoreanischen Hackergruppe Kimsuky, die auch unter der Bezeichnung APT43 bekannt ist. Die Behörde warnt, dass diese Gruppe gezielt QR-Codes fĂŒr Spearphishing-E-Mails gegen Organisationen in den USA einsetzt. Diese Angriffe gelten als besonders gefĂ€hrlich, da sie als „MFA-resilient“ eingestuft werden – sie sind also in der Lage, gĂ€ngige Multi-Faktor-Authentifizierungen zu umgehen.

Anzeige

Da Angreifer gezielt versuchen, die Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen, wird der Schutz des mobilen EndgerĂ€ts zur obersten PrioritĂ€t. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Die Taktik der Kimsuky-Gruppe sieht vor, Opfer gezielt auf MobilgerĂ€te zu leiten. Dort wird ein sogenanntes Fingerprinting des GerĂ€ts durchgefĂŒhrt, um anschließend gezielt Zugangsdaten zu entwenden. Erste Meldungen ĂŒber diese spezifischen Kimsuky-Angriffe datierten bereits auf den Januar 2026.

Staatliche Warnungen vor physischen Manipulationen

Auch staatliche Stellen in Asien schlagen Alarm. Das chinesische Ministerium fĂŒr Staatssicherheit benennt drei primĂ€re Gefahrenquellen im Umgang mit den Codes: manipulierte GeschĂ€ftsabwicklungen, das bösartige Überkleben rechtmĂ€ĂŸiger QR-Codes im öffentlichen Raum sowie die Verteilung von Geschenken mit integrierten Codes in der NĂ€he von GeheimnistrĂ€gern.

Diese Methoden bergen Risiken wie großflĂ€chigen Datendiebstahl und unbefugten Datenhandel, was letztlich eine Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit darstellen könne.

Anzeige

Wer sich mit den Gefahren durch manipulierte Codes und Phishing befasst, sollte auch die grundlegende Sicherheit seines Betriebssystems nicht vernachlĂ€ssigen. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Report, wie Sie durch die richtigen Updates SicherheitslĂŒcken schließen und Malware dauerhaft verhindern. Kostenlosen Android-Update-Ratgeber herunterladen

Die Bedrohung erstreckt sich zudem auf spezialisierte Branchen wie das Gesundheitswesen. In Arztpraxen nutzen Angreifer personalisierte Informationen von Datenbrokern, um tÀuschend echte Portale zu erstellen. Ziel ist hierbei hÀufig der Diebstahl von Medicare-Nummern. Experten raten dringend dazu, QR-Codes vor jedem Scanvorgang manuell zu verifizieren.

Strategien zur PrÀvention in Unternehmen

Um den steigenden Risiken durch Quishing, Smishing (Phishing per SMS) und KI-gesteuerte Angriffe zu begegnen, fordern Experten eine Anpassung der Verteidigungsstrategien. CybeReady betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer starken Sicherheitskultur im Unternehmen.

Als wirksame Abwehrmaßnahmen werden neben kontinuierlichen Mitarbeiterschulungen der Einsatz von Mobile Device Management (MDM) sowie robuste Multi-Faktor-Authentifizierungen genannt.

Juristen und Sicherheitsexperten empfehlen zudem die DurchfĂŒhrung simulierter Angriffe. Solche praktischen Übungen könnten dazu beitragen, das Bewusstsein der Belegschaft fĂŒr diese spezifische Form des digitalen Betrugs zu schĂ€rfen und die ReaktionsfĂ€higkeit der internen IT-Sicherheit zu stĂ€rken.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 69960336 |