Radikalisierung von Jugendlichen: TikTok und Telegram als KanÀle
Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Besonders alarmierend: Immer mehr MinderjÀhrige radikalisieren sich im Netz.
Der aktuelle Verfassungsschutzbericht fĂŒr 2025 zeichnet ein dĂŒsteres Bild. Die Sicherheitsbehörden registrierten insgesamt 85.837 politisch motivierte Straftaten. Fast die HĂ€lfte davon â 42.544 FĂ€lle â entfĂ€llt auf das rechtsextreme Spektrum.
Rechte Gewalt nimmt zu
Das rechtsextremistische Personenpotenzial stieg auf 58.700 â ein Plus von 8.450 im Vergleich zum Vorjahr. Davon gelten 15.600 als gewaltorientiert. Die Zahl rechtsextremer Gewalttaten kletterte um rund neun Prozent auf 1.395 FĂ€lle.
Auch links tickt es explosiver: 42.200 Personen zÀhlt der Bericht im linksextremistischen Lager. Die Gewalttaten schnellten um 61 Prozent auf 856 Delikte hoch. Das islamistische Potenzial beziffern die Behörden mit 28.645 Personen.
Ein verbindendes Element aller extremistischen Strömungen: Antisemitismus.
Jugendliche als Zielgruppe
Ein zentraler Befund ist die zunehmende VerjĂŒngung der Szenen. MinderjĂ€hrige geraten vermehrt ĂŒber TikTok, Instagram, Telegram und Gaming-Portale an radikales Gedankengut. Der Bericht widmet der Radikalisierung der nĂ€chsten Generation ein eigenes Kapitel.
Rechtsextreme Akteure ködern Jugendliche gezielt in sozialen Medien. Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz stufte das Medienprojekt AUF1 als gesichert rechtsextremistisch ein. Auch Gruppierungen wie die âLetzte Verteidigungs Welleâ oder der âBrenton Fanclubâ tauchen im Bericht auf.
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Bayern reagierte Ende Juni 2026 mit der âAgenda Digitale Balanceâ. Die MaĂnahmen: ein Chat-Kompass fĂŒr Grundschulen, ein Social-Media-Kompass fĂŒr weiterfĂŒhrende Schulen und HandynutzungsbeschrĂ€nkungen bis zur siebten Jahrgangsstufe.
Streit um PrÀvention und Befugnisse
Trotz steigender Zahlen zeichnet sich eine Debatte ĂŒber die Finanzierung der PrĂ€ventionsarbeit ab. Innenminister Dobrindt fordert mehr Ermittlungsbefugnisse und technische AufrĂŒstung der Geheimdienste. Gleichzeitig gibt es Kritik an geplanten KĂŒrzungen bei Programmen wie âDemokratie Lebenâ.
Fachleute aus der Jugendarbeit warnen: Ein Mangel an Jugendhilfe und Medienkompetenz-Förderung spiele den Extremisten in die HÀnde.
In Ăsterreich startet die Muslimische Jugend gemeinsam mit dem ehemaligen NationalratsprĂ€sidenten Wolfgang Sobotka eine Bildungsoffensive. Ziel ist es, Jugendliche vor radikalen Predigern auf digitalen Plattformen zu schĂŒtzen.
Neue Wege in der Suchtpolitik
Parallel zur ExtremismusprĂ€vention rĂŒckt ein anderer Ansatz in den Fokus: weg von Verboten, hin zu kontrollierten Abgabesystemen. In der Schweiz zeigen Pilotprojekte zur Cannabis-Abgabe erste Ergebnisse. Der Schwarzmarkt wird eingedĂ€mmt, mehr Kontakte zum Gesundheitssystem entstehen.
Rechtsextreme Gewalttaten auf Höchststand â und immer mehr MinderjĂ€hrige werden Ziel von Radikalisierung im Netz. Unser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie Medienkompetenz fördern und Ihr Kind schĂŒtzen. Medienkompetenz-Guide fĂŒr Eltern sichern
Der Kanton St. Gallen weitete die Erprobung aus. Rund 5.000 Teilnehmer beziehen Cannabis ĂŒber Apotheken oder auf dem Postweg. In Deutschland verfolgen StĂ€dte wie Köln und DĂŒsseldorf Ă€hnliche AnsĂ€tze â auch fĂŒr schwerere Substanzen in medizinischen Einrichtungen.
Fachleute betonen: Eine reine Verbotslogik schade der Gesellschaft oft mehr, als sie nĂŒtzt. Stattdessen empfehlen sie den offenen Austausch mit gefĂ€hrdeten Jugendlichen, um deren Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stĂ€rken.
