Ransomware-Welle, Angriffe

Ransomware-Welle: 79% der Angriffe nutzen gestohlene Zugangsdaten

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 10:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden warnen vor KI-gestützten Betrugsmaschen. Deepfakes, Voice Cloning und professionelles Phishing verursachen Millionenschäden.

KI-Betrugswelle: Deepfakes und Phishing bedrohen Verbraucher
Ein bedrohliches, rot leuchtendes digitales Schloss-Symbol über einem unscharfen Smartphone-Display mit Social-Media-Feed und Finanzdiagrammen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Kriminelle nutzen zunehmend künstliche Intelligenz, um ihre Opfer zu manipulieren. Mitte Juli veröffentlichten mehrere Institutionen Warnungen vor KI-gestützten Betrugsmaschen – von Deepfakes bis zu perfektionierten Phishing-Attacken.

Deepfakes und Voice Cloning: Wenn die Stimme des Sohnes plötzlich um Geld bittet

Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen vor einer neuen Dimension des Betrugs. Täter setzen Deepfakes und Voice Cloning ein, um Stimmen von Angehörigen oder Prominenten täuschungsecht nachzuahmen. Die Masche: Love Scamming, Sextortion oder Anlagebetrug.

Ein Fall aus Sachsen zeigt das enorme Schadenspotenzial. Eine Frau überwies über eine Million Euro, nachdem sie auf ein Deepfake-Video einer bekannten öffentlich-rechtlichen Talkshow hereingefallen war. Das Video bewarb eine gefälschte Investmentplattform. Was mit 250 Euro begann, endete mit sechsstelligen Einzelüberweisungen.

Die Polizei arbeitet bereits an Gegenmaßnahmen. Ein spezieller Detektor soll künftig manipulierte Medieninhalte identifizieren.

Phishing-Welle trifft Banken und Steuerzahler

Neben KI-Videos greifen Kriminelle auch auf altbewährte Methoden zurück – nur professioneller denn je. Die BaFin warnte Mitte Juli vor gefälschten E-Mails, die angeblich von einer fiktiven Behördenabteilung stammen. Empfänger werden aufgefordert, schädliche Anhänge zu öffnen.

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Parallel dazu rollt eine Phishing-Welle durch die Steuerverwaltung. In Baden-Württemberg und Niedersachsen täuschen Mails offizielle Prüfungsanordnungen oder die Notwendigkeit einer Kontosynchronisation bei Elster vor. Die Täter verraten sich oft durch unpersönliche Anreden oder Absenderadressen mit ausländischen Endungen.

Ransomware: Gestohlene Zugangsdaten als Einfallstor

Ein aktueller Marktbericht eines IT-Sicherheitsunternehmens zeigt die technologische Professionalisierung der Angreifer. 79 Prozent aller Ransomware-Angriffe nutzen gestohlene Zugangsdaten. Neue Phishing-Bausätze wie Jalisco oder OmegaLord können sogar Multifaktor-Authentifizierungen (MFA) umgehen.

Die gute Nachricht: Die durchschnittliche Lösegeldforderung sank um 65 Prozent. Die schlechte: Die Wiederherstellungskosten liegen im Schnitt bei 1,6 Millionen Euro. Nur 14 bis 28 Prozent der betroffenen Unternehmen zahlen tatsächlich Lösegeld.

Kriminelle setzen zudem auf Kalendereinladungen und ICS-Dateien. Diese landen direkt in den Kalenderprogrammen der Nutzer – und umgehen so herkömmliche E-Mail-Sicherheitsfilter.

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Millionenverlust über Social Media

Die Gefahr ist global. In Miri verlor eine Frau über 1,3 Millionen Ringgit, nachdem sie auf einen Link in einer Social-Media-Anzeige für Backwaren geklickt hatte. Über 19 nicht autorisierte Transaktionen verschwand das Geld von Firmenkonten.

Experten raten: Bei unerwarteten Kontaktanfragen Ruhe bewahren. Identitäten über bekannte, offizielle Kanäle verifizieren. Im privaten Bereich helfen Codewörter, um sicherzustellen, dass man tatsächlich mit Angehörigen spricht. Bei Betrugsverdacht gilt: sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

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