RatHat-Trojaner: KI-Malware stiehlt Banking-PINs und Einmalpasswörter
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 19:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsexperten warnen vor einer neuartigen Schadsoftware für das Android-Betriebssystem. Der als RatHat bezeichnete Trojaner nutzt künstliche Intelligenz, um Anmeldedaten, PIN-Codes und Einmalpasswörter für Online-Banking-Dienste abzugreifen. Dies geht aus einem Bericht des Portals idntimes.com vom 15. Oktober 2026 hervor. Die Schadsoftware analysiert dafür kontinuierlich Bildschirminhalte sowie die Eingabemuster der betroffenen Nutzer.
Entdeckt wurde die Bedrohung von den Sicherheitsforschern der Abteilung zLabs des Unternehmens Zimperium. Demnach zeichnet sich RatHat durch ein hohes Maß an Automatisierung aus: Durch das Auswerten von Touch-Mustern und Bildschirmaktivitäten gelingt es der Schadsoftware, sensible Zugangsdaten für Finanz-Apps auch dann zu erfassen, wenn Schutzmechanismen wie Bildschirmtastaturen greifen.
Infektionswege über SMS und manipulierte Apps
Die Verbreitung von RatHat erfolgt nach Angaben der Sicherheitsforscher über mehrere Kanäle. Neben Smishing-Nachrichten, bei denen Phishing-Links per Kurznachricht verschickt werden, setzen die Kriminellen auf bösartige Online-Werbung. Darüber hinaus werden manipulierte Installationsdateien verbreitet. Diese gefälschten APKs tarnen sich häufig als weit verbreitete Anwendungen, darunter populäre Streaming-Dienste oder der Webbrowser Google Chrome.
Wurde das Schadprogramm installiert, fordert es weitreichende Systemrechte an. RatHat missbraucht dabei insbesondere die Android-Bedienungshilfen sowie Schnittstellen aus den Entwickleroptionen des Betriebssystems.
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Dazu zählen Funktionen wie das drahtlose Debugging und die Android Debug Bridge. Über einen integrierten Reverse-Proxy-Client stellt der Trojaner zudem eine dauerhafte Verbindung zum Server der Angreifer her, wodurch die Steuerung des infizierten Geräts aus der Ferne ermöglicht wird.
Abfangen von Benachrichtigungen und Deinstallationsschutz
Auf den kompromittierten Geräten schaltet die Malware täuschend echte Überlagerungsfenster über legitime Finanzanwendungen. Auf diese Weise werden vertrauliche Eingaben direkt abgefangen. Gleichzeitig liest das Programm eingehende SMS und Systembenachrichtigungen aus, wodurch Sicherheitsabfragen wie Transaktionsnummern und Einmalkennwörter unbemerkt an die Angreifer übermittelt werden können.
Ein weiteres Merkmal von RatHat ist die gezielte Abwehr von Löschversuchen. Um eine Deinstallation durch den Nutzer zu verhindern, sichert sich die Malware Administratorrechte auf dem System. Versuchen Betroffene, die schädliche Anwendung manuell zu entfernen, blendet das Programm manipulierte Fehlermeldungen ein, die dem Erscheinungsbild des Google Play Stores nachempfunden sind.
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Um sich vor derartigen Infektionen zu schützen, raten Sicherheitsexperten dazu, Anwendungen grundsätzlich nur aus offiziellen Plattformen zu beziehen. Zudem sollten Nutzer die Vergabe von Zugriffsrechten für Bedienungshilfen strikt kontrollieren und Sicherheitsfunktionen wie Google Play Protect auf ihren mobilen Endgeräten dauerhaft aktivieren.
