Ray-Ban Meta: Meta sperrt Kameras bei LED-Manipulation dauerhaft
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 04:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit Beginn haben Ray-Ban Meta und Oakley Meta eine kleine weiße LED, die aufleuchtet, sobald die eingebaute Kamera aufnimmt. Sie soll Umstehende darüber informieren, dass sie gefilmt werden.
Genau diese LED ist zum Ziel von Manipulationsversuchen geworden – manche Nutzer klebten sie ab, andere bohrten sie regelrecht aus dem Gehäuse. Meta reagierte mit einem Software-Update, das inzwischen bestätigt hat, tausende betroffene Brillen mit deaktivierten Kameras stillzulegen.
Was das Update technisch bewirkt
Laut einem Bericht von cbsnews.com vom 2. September 2026 verhindert das Update die Aufnahme, sobald erkannt wird, dass die LED während des Filmens abgedeckt ist.
Entscheidend dabei: Die Konsequenzen unterscheiden sich je nach Art der Manipulation. Nutzer, die die LED lediglich mit einem Sticker überklebt hatten, können die Kamerafunktion nach Entfernen des Stickers wieder nutzen, wie rttnews.com am 2. September 2026 berichtete.
Wer die LED hingegen physisch entfernt oder das Bauteil ausgebohrt hat, verliert die Kamerafunktion dauerhaft. Petapixel.com beschrieb in seinem Bericht vom selben Tag, dass die Brillen ohne funktionierende Kamera lediglich als Bluetooth-Kopfhörer weiterverwendet werden können.
Umfang der Maßnahme
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Nach Angaben von businessinsider.com vom 2. September 2026 betrifft das Update weniger als 1 Prozent der Geräte. Petapixel.com bezifferte den Anteil präziser auf weniger als 0,1 Prozent der verkauften Meta-AI-Brillen, was in absoluten Zahlen im tausender Bereich liegt.
Angesichts der Verkaufszahlen – laut digitaltoday.co.kr und rttnews.com wurden 2025 über 7 Millionen Paare von Ray-Ban Meta und Oakley Meta verkauft – bleibt die betroffene Nutzergruppe damit vergleichsweise klein, aber real messbar.
Meta-Vizepräsident Alex Himel ordnete das Phänomen laut petapixel.com als Randerscheinung ein: Nur eine winzige Minderheit versuche, die Schutzmechanismen zu umgehen. Er beschrieb die Auseinandersetzung als andauerndes Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Unternehmen und Nutzern, die Wege zur Umgehung suchen.
Flankierende Maßnahmen
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Das Software-Update steht nicht isoliert da. Laut cbsnews.com löscht Meta Beiträge, die Anleitungen zur LED-Manipulation enthalten, und blockiert Suchbegriffe wie „Pickup Artist“. Timesnownews.com berichtete zudem, dass Meta Konten sperrt, die eine solche Manipulation aktiv bewerben. Nach Angaben von cbsnews.com haben zudem Anbieter, die entsprechende Manipulationsdienste für die LED angeboten hatten, ihren Betrieb inzwischen eingestellt.
Parallel dazu setzt Meta auf Öffentlichkeitsarbeit: Rttnews.com berichtete von Werbetafeln in Los Angeles, während thestar.com.my eine Marketingkampagne mit dem Slogan „no light, no capture“ dokumentierte. Das Update selbst ist laut thestar.com.my für einen Teil der Nutzerschaft bereits verfügbar; eine neue Version der Brille zum Preis von 299 US-Dollar kam bereits im Juni auf den Markt.
Kontext: Vorwürfe und rechtliche Fragen
Die Debatte um heimliches Filmen mit den Brillen ist nicht neu. Cbsnews.com berichtete im August über den Fall einer Frau, die unwissentlich gefilmt worden war.
Bereits im März 2026 hatten Kläger laut asianetnews.com eine Sammelklage eingereicht, nachdem schwedische Zeitungen Hinweise darauf gefunden hatten, dass Meta aufgenommene Inhalte für das Training von KI-Systemen gespeichert habe. Kritiker äußern laut thestar.com.my weiterhin Skepsis gegenüber dem Gerät, das von manchen abwertend als „pervert glasses“ bezeichnet wird.
Für Meta stellt die technische Nachrüstung der LED-Erkennung einen Versuch dar, das Vertrauen in die Geräte zu stärken, ohne die grundsätzliche Produktstrategie infrage zu stellen. Ob die Kombination aus Software-Sperren, Content-Moderation und Marketingkampagnen ausreicht, um die Bedenken von Datenschützern und Verbrauchern langfristig zu zerstreuen, bleibt angesichts der laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen offen.
