REDI-Programm, Wohlbefindensindikatoren

REDI-Programm: 7 von 11 Wohlbefindensindikatoren fallen besser aus

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Langzeituntersuchung verbindet frühes Emotions- und Sozialtraining mit besserem Wohlbefinden im Alter von 21 bis 22 Jahren.
Ein heller, leerer Gruppenraum in einem Kindergarten mit einem Stuhlkreis auf dem Boden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine gezielte Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen im Vorschulalter kann die psychische Gesundheit bis ins junge Erwachsenenalter positiv prägen. Dies belegt eine 20-Jahres-Studie der Forscherin Karen Bierman von der Penn State University, die im Fachjournal American Psychologist erschien und am 22. Oktober 2026 von Education Week vorgestellt wurde.

Demnach weisen junge Erwachsene im Alter von 21 bis 22 Jahren messbar geringere seelische Belastungen auf, wenn sie bereits im Kindergartenalter Strategien zur Emotionswahrnehmung und -regulation erlernten.

Aufbau der Untersuchung und das REDI-Programm

Für die Untersuchung begleitete Karen L. Bierman 356 Kinder aus einkommensschwachen Familien in 44 Head-Start-Klassenräumen, verteilt auf drei Countys im US-Bundesstaat Pennsylvania.

In den Jahren 2003 und 2004 wurden die Kinder nach dem Zufallsprinzip entweder regulären Standardklassen oder speziellen REDI-Klassen zugewiesen. Die Abkürzung REDI steht für ein Interventionsprogramm, das das Curriculum „Preschool PATHS“ mit einem täglichen Leseprogramm kombinierte.

In den REDI-Klassen standen zweimal wöchentlich gezielte Übungen im Mittelpunkt, die Freundschaften, die Wahrnehmung von Gefühlen, Problemlösungsansätze sowie die Emotionsregulation thematisierten.

Ergänzt wurde die Förderung durch tägliche Einheiten mit Bilderbüchern sowie Schulungen für das Lehrpersonal. Im Rahmen der Langzeitbeobachtung gelang es dem Forschungsteam, 263 der ursprünglichen Teilnehmer im Alter von 21 bis 22 Jahren nachzuverfolgen, was einer Quote von 74 Prozent entspricht.

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Langfristige Effekte auf das psychische Wohlbefinden

Beim Vergleich der beiden Gruppen schnitt die REDI-Gruppe bei 7 von 11 erfassten Indikatoren des Wohlbefindens besser ab. Die betroffenen jungen Erwachsenen berichteten über weniger Verhaltensprobleme, geringere Depressionssymptome und weniger Einsamkeit. Gleichzeitig verzeichneten sie mehr Empathie, eine stärkere emotionale Unterstützung im sozialen Umfeld, eine höhere Anzahl an gesunden Tagen sowie eine insgesamt höhere Lebenszufriedenheit.

Keine statistischen Unterschiede zwischen der REDI- und der Standardgruppe zeigten sich hingegen bei Hyperaktivität, emotionalen Symptomen, Geselligkeit und dem Zugehörigkeitsgefühl. Die Gesamtintensität der festgestellten Auswirkungen wird in der Untersuchung als klein bis moderat eingestuft. Bei Teilnehmenden, die in ihrer Kindheit größeren Widrigkeiten ausgesetzt waren, fielen die Effekte auf Empathie und Geselligkeit jedoch stärker aus.

Methodische Grenzen und Finanzierung

Die Autorin verweist in der Arbeit auch auf Limitationen des Studiendesigns. So basieren die Daten auf Selbstauskünften der Teilnehmenden und die Stichprobe beschränkte sich regional auf drei Countys in Pennsylvania. Zudem wurden frühe Widrigkeiten im Entwicklungsverlauf lediglich zu einem einzigen Zeitpunkt erfasst.

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Die wissenschaftliche Untersuchung wurde über den Grant HD046064 von den National Institutes of Health (NIH) beziehungsweise dem National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) finanziert. Interessenkonflikte wurden im Rahmen der Publikation nicht angegeben.

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