RedWing-Malware, Android-Schadsoftware

RedWing-Malware: Neue Android-Schadsoftware zielt auf 82 Banken

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 12:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Telia verzeichnet Erfolge bei Betrugsabwehr, während KI-Stimmenklone und neue Malware weltweit Milliardenverluste verursachen.

Telia blockiert Millionen Anrufe: Telefonbetrug auf dem Vormarsch
Smartphone-Bildschirm mit Warnung 'SCAM LIKELY', symbolisiert Telefonbetrug und digitale Sicherheitsrisiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die internationale Telekommunikationsbranche schlägt Alarm: Eine neue Generation hochtechnisierter Telefonbetrugsmaschen verursacht Milliardenschäden und überfordert selbst moderne Abwehrsysteme.

Netzbetreiber rüsten auf – mit Erfolg

Der schwedische Telekomkonzern Telia hat in der ersten Jahreshälfte 2026 insgesamt 21 Millionen verdächtige Anrufe in seinem Netz blockiert. Das klingt nach einer enormen Zahl – doch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 33 Prozent. Damals waren es noch 31 Millionen gesperrte Anrufe. Den Erfolg führt Telia auf eine neue Filterfunktion zurück, die gezielt ungültige internationale Rufnummern aussortiert.

Auch in Großbritannien zeigt die Abwehr Wirkung: Ein zehnmonatiges Pilotprojekt der Anbieter Vodafone und Three blockierte über zwei Millionen betrügerische SMS. Die Nachrichten zielten vor allem auf Kunden von Barclays, TSB und der Co-op Bank ab und forderten sie zu angeblichen Sofortzahlungen auf. Trotz dieser Erfolge bleibt die Lage ernst: Britische Banken verlieren jährlich umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro durch Betrug.

Banken-Impersonation: Fast eine Milliarde Dollar Schaden

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC legt erschreckende Zahlen vor: Allein 2025 verloren Amerikaner knapp eine Milliarde Dollar durch Betrüger, die sich als Bankmitarbeiter ausgaben. Insgesamt beliefen sich die Verluste durch Identitätstäuschung auf 3,5 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber 2024. Das FBI registrierte über 5.100 Beschwerden mit gemeldeten Schäden von 262 Millionen Dollar.

In Deutschland zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Bundesnetzagentur verzeichnete 2025 insgesamt 39.842 Beschwerden über Spam-Anrufe. In 13 Verfahren verhängte die Behörde Bußgelder in Höhe von insgesamt 1,1 Millionen Euro. Besonders aktiv waren Betrüger in Düsseldorf und Hamburg. Ein einziger Nummernblock in der Landeshauptstadt soll innerhalb eines Monats über 61.500 Anrufe generiert haben, ein vergleichbarer Block in Hamburg mehr als 23.000.

RedWing: Schadsoftware aus dem Telegram-Katalog

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Sicherheitsforscher haben eine neue Android-Schadsoftware namens „RedWing“ entdeckt. Das Programm wird als „Malware-as-a-Service“ über den Messenger Telegram an Kriminelle vermietet. Es zielt auf 82 Finanzinstitute ab, vor allem in Russland. Die Software stiehlt Bankzugangsdaten und Einmalpasswörter und kann sogar Anrufe umleiten, um Sicherheitsabfragen zu umgehen.

Noch perfider: Künstliche Intelligenz macht Stimmenklone möglich. Branchenexperten warnen vor einer neuen Generation von Betrugsanrufen, bei denen bereits ein einziges aufgezeichnetes Wort – etwa die Begrüßung am Telefon – ausreicht, um eine Stimme täuschend echt nachzubilden. Die Täter nutzen dies, um sich gegenüber Familienmitgliedern oder Bankmitarbeitern als das Opfer auszugeben. Ein besonders schwerer Fall ereignete sich am 25. Juni: Ein Mann verlor seine gesamte digitale Identität, nachdem eine gefälschte SMS und ein anschließender Anruf zur Kompromittierung seiner Apple-ID und zur Plünderung seiner Konten führten.

Schockanrufe und KI-Fälschungen: Aktuelle Fälle in Deutschland

Die jüngsten Vorfälle der ersten Juliwoche zeigen die ganze Brutalität dieser Maschen. In Karlsruhe verlor ein älteres Ehepaar am 4. Juli mehrere hunderttausend Euro durch einen sogenannten Schockanruf. Ein Betrüger gab sich als Gerichtsbeamter aus und behauptete, die Tochter des Paares habe einen tödlichen Unfall verursacht. Für ihre Freilassung forderten die Täter eine Kaution in bar.

Nur zwei Tage später schlugen Betrüger in der Westpfalz zu. Auch hier erbeuteten sie mehrere zehntausend Euro. Die Täter nutzten künstliche Intelligenz, um offizielle Dokumente oder die Stimmen von Familienmitgliedern täuschend echt zu imitieren.

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Neue Masche: Gefälschte Polizeianrufe in den USA

In den Vereinigten Staaten beobachten die Behörden eine besorgniserregende Entwicklung: Betrüger geben sich als Mitarbeiter von Sheriff-Büros aus und fordern von Angehörigen inhaftierter Personen sofortige Zahlungen über Plattformen wie PayPal. Die angeblichen Gebühren sollen Haftbefehle löschen oder die Freilassung von Familienmitgliedern sichern. Besonders betroffen sind die Countys Fort Bend, Harris und Waller im Bundesstaat Texas, wo die Fallzahlen in der ersten Juliwoche drastisch anstiegen.

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