Reiseapotheke: 10,5% gefÀlschte Medikamente in LÀndern mit niedrigem Einkommen
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 19:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Denn in vielen Regionen der Welt sind gefĂ€lschte oder minderwertige Arzneimittel ein massives Gesundheitsrisiko. Experten raten zu erhöhter Vorsicht â besonders auĂerhalb der EU.
Millionen PrÀparate sind gefÀlscht
Das CRM Centrum fĂŒr Reisemedizin warnt vor MedikamentenfĂ€lschungen. Besonders betroffen sind SĂŒdostasien sowie Zentral- und Westafrika. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in LĂ€ndern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen rund 10,5 Prozent aller Arzneimittel entweder minderwertig oder komplett gefĂ€lscht.
Das Hauptproblem: Die PrĂ€parate enthalten oft zu wenig oder gar keinen Wirkstoff. Eine Behandlung wird damit wirkungslos. In schweren FĂ€llen wurden sogar Verunreinigungen festgestellt. Besonders Kinder sind gefĂ€hrdet: Verunreinigte Sirupe unbekannter Herkunft haben bereits zu Vergiftungen und TodesfĂ€llen gefĂŒhrt.
Der Handel mit gefÀlschten Medikamenten gilt inzwischen als lukrativer als der mit illegalen Drogen. Das treibt die weltweite Verbreitung weiter an.
So erkennen Sie sichere Medikamente
Die beste Vorsorge: Den gesamten Medikamentenbedarf noch in Deutschland decken. Ist ein Kauf vor Ort nötig, sollten Reisende ausschlieĂlich lizenzierte Apotheken aufsuchen. Informelle MĂ€rkte oder dubiose Verkaufsstellen sind tabu.
Bei der PrĂŒfung der Medikamente helfen diese Kriterien:
Wer in RisikolĂ€nder reist, sollte wissen, wie man FĂ€lschungen erkennt. Dieser Ratgeber zeigt in 3 Schritten, worauf Sie bei Verpackung, Blistern und Herkunft achten mĂŒssen â speziell fĂŒr chronisch Kranke. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
- Verpackung: Auf BeschÀdigungen, Druckfehler oder Rechtschreibfehler achten
- Blister: Original verschlossene Packungen sind besser als lose Tabletten
- Herkunft: Bei Sirupen und flĂŒssigen Arzneien muss die Herkunft nachvollziehbar sein
Chronisch Kranke: Besondere Vorsicht
FĂŒr Menschen mit Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen wird die Reise zur Herausforderung. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD) warnt: Hitze beschleunigt die Wirkung von Insulin, zusĂ€tzliche Bewegung senkt den Blutzucker. Besonders die erste Nacht am Urlaubsort birgt Unterzuckerungsrisiken.
Die Empfehlung: Blutzucker hĂ€ufiger kontrollieren, Traubenzucker oder zuckerhaltige SĂ€fte griffbereit halten. Ein internationaler Notfallausweis und eine Ă€rztliche Bescheinigung fĂŒr Spritzen und Insulin im HandgepĂ€ck sind Pflicht. Da MessgerĂ€te ausfallen können, sollte das Zubehör in doppelter AusfĂŒhrung mitreisen.
Zoll und Lagerung: Was Sie wissen mĂŒssen
Hitze und Bewegung beeinflussen Ihre Medikamente â besonders Insulin. Unser Notfallplan hilft Diabetikern, Unterzuckerungen zu vermeiden und die Reiseapotheke richtig zu lagern. Notfallplan fĂŒr Diabetiker jetzt sichern
Die Basis-Reiseapotheke sollte neben regelmĂ€Ăigen Medikamenten auch Mittel gegen ReiseĂŒbelkeit, Schmerz- und Fiebermittel sowie Verbandsmaterial und Sonnenschutz enthalten. Lagern Sie alles kĂŒhl, trocken und lichtgeschĂŒtzt. Insulin darf in Isoliertaschen transportiert werden â aber nicht in direktem Kontakt mit Eis.
Auch Zollbestimmungen sind wichtig: Medikamente fĂŒr den persönlichen Bedarf sind grundsĂ€tzlich erlaubt, FĂ€lschungen nicht. Bei der RĂŒckreise aus Nicht-EU-LĂ€ndern gelten Freimengen: Waren bis 300 Euro (bei Flug- oder Seereisen bis 430 Euro) sowie 200 Zigaretten oder ein Liter hochprozentiger Alkohol sind abgabenfrei. Die App eZOLL hilft bei der Vorbereitung.
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