Reisesicherheit: BSI warnt vor Fingerabdruck-Diebstahl aus Selfies
30.05.2026 - 06:30:13 | boerse-global.deDas Problem: Kriminelle können aus hochauflösenden Aufnahmen FingerabdrĂŒcke extrahieren.
Mithilfe von kĂŒnstlicher Intelligenz und moderner Bildbearbeitung gewinnen Angreifer biometrische Merkmale aus Selfies oder Nahaufnahmen. Die gestohlenen Daten nutzen sie fĂŒr IdentitĂ€tsdiebstĂ€hle.
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Peace-Zeichen wird zur Gefahr
Besonders riskant sind Fotos mit dem Peace-Zeichen oder einem nach oben gestreckten Daumen. Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt: Hochauflösende Kameras bilden Fingerkuppen so detailgetreu ab, dass die Daten fĂŒr biometrische Zugangssysteme nutzbar sind.
Das BSI empfiehlt, biometrische Daten sparsam einzusetzen. Wer GerĂ€te oder Konten schĂŒtzen will, sollte zusĂ€tzlich eine PIN oder ein Passwort verwenden. Moderne Smartphones haben zwar integrierte Schutzmechanismen â ein vollstĂ€ndiger Schutz gegen extrahierte Merkmale besteht jedoch nicht.
Einbrecher nutzen Echtzeit-Postings
Neben dem digitalen Datenklau warnen die Behörden vor einer klassischen Gefahr: Wer Bilder direkt vom Urlaubsort postet, signalisiert Einbrechern seine Abwesenheit. Die Polizei rĂ€t deshalb: Urlaubsaufnahmen erst nach der RĂŒckkehr veröffentlichen.
Wie folgenreich solche Informationen sein können, zeigt ein Promi-Fall aus der Vergangenheit. Im Juli 2023 brach jemand wĂ€hrend Sylvie Meisâ Urlaub auf Ibiza in ihre Wohnung ein. Der Schaden: rund 500.000 Euro.
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Hackerangriff auf Kreuzfahrtriesen
Die Warnungen fallen in eine Zeit erhöhter SensibilitĂ€t fĂŒr Reisesicherheit. Erst kĂŒrzlich erbeuteten Hacker bei einem Angriff auf die Carnival Corporation Daten von fast sechs Millionen Reisenden. Betroffen: Namen, Passnummern und E-Mail-Adressen. Auch die zum Konzern gehörende Marke Aida Cruises ist betroffen.
Parallel warnen Digitalexperten vor öffentlichen WLAN-Netzen im Ausland. Selbst passwortgeschĂŒtzte Netze in Hotels oder CafĂ©s sind nicht sicher â Kriminelle im selben Netzwerk können den Datenverkehr abfangen. Reisende sollten lieber mobile Daten nutzen oder auf VPN-Dienste wie NordVPN, ExpressVPN, Proton oder Mullvad zurĂŒckgreifen.
Fakes und Datenlecks bei Dienstleistern
Auch neue Betrugsmaschen im Reiseumfeld registrieren die Behörden. In Köln verlor eine Reisende Geld durch eine gefÀlschte Park-App in Kopenhagen. Banken wie die DKB und die ING raten zur Skepsis, sobald digitaler Druck aufgebaut wird oder eine TAN ohne direkten Anlass gefordert wird.
Fotodienstleister geraten ebenfalls ins Visier von Angreifern. Mitte Mai traf ein Hackerangriff die Plattform Portraitbox. Fotos und persönliche Daten von Familien aus KindertagesstĂ€tten im Rems-Murr-Kreis wurden entwendet. Dem Datenschutzbeauftragten in Baden-WĂŒrttemberg liegen bereits 173 Meldungen vor. Experten raten betroffenen Nutzern zur Wachsamkeit und empfehlen, Zugangsdaten sofort zu Ă€ndern.
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