Reisethrombose, Fußkreisen

Reisethrombose: Fußkreisen und Wadenanspannen sollen das Risiko senken

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Experten empfehlen Bewegung, passende Kompressionsstrümpfe und ärztliche Abklärung bei Beschwerden nach langen Sitzphasen.

Reisethrombose vorbeugen: Übungen, Risikofaktoren und Warnzeichen
Leere Flugzeugkabine mit Sitzreihen bei gedimmtem Licht während eines Langstreckenflugs. Illustration mit AI erstellt.

Lange Reisen in Flugzeugen oder Fahrzeugen gehen häufig mit einer stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit einher. Um die gesundheitlichen Risiken durch langes Sitzen zu minimieren, weisen Fachleute auf die Bedeutung präventiver Maßnahmen hin. Im Zentrum stehen dabei einfache körperliche Übungen sowie die Kenntnis individueller Risikofaktoren.

Bewegungsempfehlungen während der Reisezeit

Der Reiseexperte Tomas Jelinek empfiehlt laut Berichten vom 24.09.2026 konkrete Bewegungsabläufe, um einer Thrombose wirksam vorzubeugen. Dazu zählen regelmäßiges Fußkreisen, das wechselseitige Anziehen und Strecken der Fußspitzen sowie das gezielte Anspannen der Wadenmuskulatur.

Ergänzend dazu rät Jelinek dazu, zwischendurch aufzustehen und umherzugehen, sofern dies im Transportmittel möglich ist. Diese Maßnahmen seien sowohl für Flugreisen als auch für längere Autofahrten gleichermaßen relevant.

Die Gefäßchirurgin Carola Hoffmann-Wieker unterstützt diese Ratschläge. In einer Veröffentlichung vom 23.09.2026 betont sie, dass für gesunde Reisende insbesondere das Fußkreisen und Fußwippen essenziell seien. Neben der Bewegung spiele auch das Trinkverhalten eine Rolle: Während die Zufuhr von Wasser die Flüssigkeitsversorgung unterstütze, wirkten Kaffee und Alkohol harntreibend, was für die Thromboseprävention eher kontraproduktiv sein könne.

Zeitfaktoren und statistische Risiken

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen korreliert direkt mit der Dauer der ununterbrochenen Sitzphasen. Tomas Jelinek sieht die kritische Schwelle vor allem bei Zeiträumen von mehr als 4 bis 6 Stunden.

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Carola Hoffmann-Wieker präzisiert diese Zeitangaben dahingehend, dass bereits ununterbrochenes Sitzen von über 4 Stunden das Risiko erhöhen könne. Bei Personen, die bereits einer Risikogruppe angehören, könne die Gefahr sogar schon ab 2 Stunden stillem Sitzen steigen.

Statistische Erhebungen verdeutlichen das Ausmaß des Risikos: Laut Hoffmann-Wieker erleidet etwa 1 von 4.500 Flugpassagieren eine tiefe Venenthrombose. Dieser Wert liege bei Risikopatienten jedoch deutlich höher.

Identifikation von Risikogruppen und medizinische Hilfsmittel

Beide Experten definieren eine Reihe von Faktoren, die eine erhöhte Vorsicht erfordern. Tomas Jelinek nennt hierzu unter anderem frühere venöse Thromboembolien, aktive Krebserkrankungen, schwere Adipositas sowie Schwangerschaften.

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Auch ein höheres Lebensalter, eine familiäre Vorbelastung, eine generelle Gerinnselneigung oder eine eingeschränkte Mobilität zählen zu den relevanten Faktoren. Carola Hoffmann-Wieker ergänzt diese Liste um das Wochenbett, die Einnahme von Estrogenen, das Vorliegen von Krampfadern sowie kürzlich erfolgte Operationen oder Verletzungen.

Hinsichtlich medizinischer Hilfsmittel führt Hoffmann-Wieker detaillierte Empfehlungen für Kompressionsstrümpfe an. Bei einem mittelgradig erhöhten Risiko seien Strümpfe mit einem Knöchelanpressdruck von 10–20 mmHg sinnvoll.

Liege eine chronisch venöse Insuffizienz vor, werde ein Druck von 20–40 mmHg empfohlen. Sie unterstreicht dabei, dass die Strümpfe exakt passen und korrekt getragen werden müssen. Medikamentöse Gerinnungshemmer sollten laut Jelinek und Hoffmann-Wieker ausschließlich nach einer individuellen ärztlichen Rücksprache zum Einsatz kommen.

Symptomkontrolle und Spätfolgen

Ein wesentlicher Aspekt der Vorsorge ist die Überwachung möglicher Symptome. Laut Tomas Jelinek sollten Anzeichen wie eine einseitige Beinschwellung, Wadenschmerzen, plötzlicher Leistungsabfall, Atemnot oder Brustschmerzen umgehend medizinisch abgeklärt werden. Wichtig sei hierbei die Erkenntnis, dass Reisethrombosen nicht unmittelbar während der Fahrt auftreten müssen, sondern auch noch Wochen später in Erscheinung treten können.

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