Reiseübelkeit, App

Reiseübelkeit: App nutzt 100-Hz-Ton für bis zu 50% weniger Symptome

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 06:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Viavity-App verbindet 100-Hz-Ton, P6-Akupressur und künstlichen Horizont, ist offline nutzbar und nicht als Medizinprodukt eingestuft.

Viavity-App gegen Reiseübelkeit: Akustik trifft künstlichen Horizont
Blick aus einem Flugzeugfenster auf den ruhigen Horizont über dem Meer bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Bewältigung von Reiseübelkeit, Seekrankheit und Flugangst steht zunehmend im Fokus digitaler Hilfsmittel. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist die App Viativity, die von dem Maschinenbau-Ingenieur Dieter Schmidli konzipiert wurde. Der technologische Ansatz kombiniert verschiedene Methoden, um die Symptome der Kinetose (Reisekrankheit) zu lindern und Reisenden eine Unterstützung während der Fahrt oder des Fluges zu bieten.

Kombination aus Akustik, Physiologie und visueller Orientierung

Der Funktionsumfang von Viativity stützt sich auf drei zentrale Säulen, die gemeinsam auf die Sinneswahrnehmung des Nutzers einwirken sollen. Ein wesentliches Element ist der Einsatz eines 100-Hz-Tons. Diese akustische Komponente wird durch die Integration der sogenannten P6-Akupressur ergänzt, eine Methode, die traditionell zur Minderung von Übelkeit angewandt wird.

Zusätzlich implementierte Schmidli einen künstlichen Horizont in die Benutzeroberfläche. Dieser soll dabei helfen, die visuelle Wahrnehmung zu stabilisieren, indem er die Bewegungen des Fahrzeugs oder Flugzeugs optisch ausgleicht.

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Ein besonderes Augenmerk legte der Entwickler auf die praktische Nutzbarkeit während der Reise: Die Anwendung arbeitet vollständig offline, ist werbefrei und folgt einem datensparsamen Konzept, um den Anforderungen in Umgebungen mit eingeschränkter Konnektivität gerecht zu werden.

Wissenschaftliche Einordnung und regulatorischer Status

Die Wirksamkeit der eingesetzten akustischen Frequenzen wird durch externe Forschungsergebnisse gestützt. In diesem Zusammenhang wird auf eine Untersuchung der Nagoya University verwiesen. Diese Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Anwendung eines 100-Hz-Tons die entsprechenden Symptome bei den untersuchten Probanden um bis zu 50 % reduzieren kann.

Trotz dieser wissenschaftlichen Bezüge weist die Anwendung einen spezifischen regulatorischen Status auf. Viativity ist nicht als Medizinprodukt eingestuft. Es liegen zudem keine Ergebnisse einer dedizierten medizinischen Prüfung vor, welche die Wirksamkeit der Applikation im klinischen Sinne bestätigt hätte. Das Angebot versteht sich somit eher als technologisches Hilfsmittel auf Basis bestehender Erkenntnisse.

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Entwicklungsverlauf und aktuelle Verbreitung

Der Entstehungsprozess der Anwendung erstreckte sich über einen Zeitraum von knapp einem Jahr. Die ersten Entwicklungsschritte unternahm Dieter Schmidli im Sommer 2025. Auf diese Initialphase folgte eine Phase intensiver Ausarbeitung, die vom Beginn des Jahres 2026 bis in den April desselben Jahres andauerte.

Seit dem Abschluss dieser Kernentwicklungszeit hat die Anwendung erste Nutzer gewonnen. Derzeit liegt die Nutzerzahl laut vorliegenden Informationen bei etwas über 30 Personen. Die Applikation richtet sich damit an einen spezialisierten Kreis von Anwendern, die nach alternativen, technologiegestützten Wegen zur Bewältigung von Reisebeschwerden suchen.

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de | wissenschaft | 70121804 |