Reizdarm: DGIM empfiehlt Stopp von Routine-Untersuchungen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 19:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Leitlinien und Studien zeigen: Weniger ist oft mehr.
„Klug entscheiden“: Keine Routine-Untersuchungen mehr
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat am heutigen Mittwoch neue Empfehlungen veröffentlicht. Kern der Initiative „Klug entscheiden“: Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom sollen routinemäßige Wiederholungsuntersuchungen ausbleiben – solange keine neuen Alarmsymptome auftreten. Das schont Ressourcen und vermeidet unnötige Belastungen für die Betroffenen.
Joghurt senkt Darmkrebsrisiko
Parallel dazu liefert eine taiwanesische Studie neue Ernährungsdaten. Forscher der Chung Shan Medical University werteten Daten von über 9.000 US-Amerikanern ab 50 Jahren aus – von 2001 bis 2020. Das Ergebnis: Regelmäßiger Joghurt-Konsum sowie Pro- und Präbiotika senken das Darmkrebsrisiko signifikant. Bei Konsumenten lag die Erkrankungsrate bei 1,2 Prozent, in der Kontrollgruppe bei 2,1 Prozent. Eine bereits im März veröffentlichte Untersuchung deutete zudem darauf hin, dass Joghurt besonders Tumore im oberen Dickdarm reduzieren könnte.
Stress im Griff: Tai-Chi und Klangmeditation
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Stressbedingte Beschwerden korrelieren oft mit körperlichen Symptomen. Bei Diabetikern liegt die Rate der Schlafstörungen durch Stress bei rund 66 Prozent. Die Antwort: digitale und praktische Angebote boomen.
Im nordrhein-westfälischen Schwerte startet am 7. September ein Herbstsemester mit Tai-Chi, Qi Gong und Klangmeditation. Die Nachfrage ist hoch – die Methoden sollen die Selbstregulation fördern und das psychische Wohlbefinden steigern.
Auch digital tut sich was: Der Medizintechniker Insulet und die Meditations-App Calm haben eine Partnerschaft gestartet. Spezielle Achtsamkeitsinhalte für chronick Kranke – mit Atemübungen und geführten Meditationen – sollen den Alltag mit einer chronischen Erkrankung erleichtern.
Pferde, Harfen und Kunst gegen schwere Belastungen
Für Patienten mit schweren emotionalen oder psychischen Belastungen rücken alternative Therapieformen in den Fokus. Im baden-württembergischen Ittlingen setzt ein Verein auf tiergestützte Therapie mit Pferden – bei schweren Depressionen oder Schizophrenie. Hunderte Patienten werden jährlich betreut, die Nachfrage übersteigt oft die Kapazitäten.
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Im Burgenland sorgt Harfenmusik während medizinischer Behandlungen für Entspannung. Und der Klinikverbund varisano setzt auf Kunsttherapie als niederschwelligen Zugang zur emotionalen Entlastung.
Resilienz-Training für Kinder
Im Biosphärenreservat Rhön startet im August ein spezielles Angebot für Kinder in belastenden Lebenssituationen. Unter Anleitung einer systemischen Beraterin soll die psychische Widerstandsfähigkeit durch Naturerlebnisse gestärkt werden.
Neue Erkenntnisse zu entzündlichen Prozessen
Während das Reizdarmsyndrom primär als funktionelle Störung gilt, liefert die Grundlagenforschung wichtige Impulse. Ein Kieler Forschungsteam veröffentlichte am Dienstag im Fachjournal Immunity Erkenntnisse über die Immunantwort auf den Hefepilz Candida albicans. Bestimmte Immunzellen wandern demnach aus der Mundschleimhaut in den Darm und können dort Gewebe schädigen. Die Entdeckung eröffnet Perspektiven für zielgerichtete Therapien – auch für das breitere Feld der gastroenterologischen Forschung.
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