Relativity, Gavel

Relativity kauft Gavel: KI-Dokumentation direkt in Word integriert

16.06.2026 - 03:45:22 | boerse-global.de

Relativity kauft Gavel, um eDiscovery und Dokumentenerstellung in einer Plattform zu vereinen. Das Team bleibt an Bord.

Relativity übernimmt KI-Start-up Gavel für Dokumentenautomatisierung
Relativity - Abstract digital illustration showing data flow between a legal document and an AI interface, symbolizing legal tech integration. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ziel ist die nahtlose Verknüpfung von Datenanalyse und Dokumentenerstellung.

Die am 12. Juni bekannt gegebene Übernahme bringt Gavels auf Microsoft Word basierende Automatisierungstechnologie in die RelativityOne-Plattform. Juristen sollen künftig zwischen der Auswertung von Beweismitteln und dem Verfassen von Schriftsätzen wechseln können, ohne die Anwendung wechseln zu müssen.

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Lücke zwischen Analyse und Dokumentation geschlossen

Bislang klaffte eine Lücke zwischen der elektronischen Beweisaufnahme (eDiscovery) und dem finalen Erstellen juristischer Dokumente. Mit der Integration von Gavel können Nutzer Inhalte aus Relativitys KI-gesteuerter Plattform direkt in Word bearbeiten. Das System erlaubt Entwürfe, Änderungen und Korrekturen – mit einer Synchronisationsfunktion, die alle Aktualisierungen zurück in die Hauptplattform überträgt.

Branchenbeobachter sehen darin einen deutlichen Effizienzgewinn, besonders für Arbeitsergebnisse aus Relativitys KI-Tool aiR. Gavel wird bereits von tausenden Nutzern in 28 Ländern eingesetzt und bringt bewährte Automatisierungs- und Vertragsprüfungsfunktionen in den Relativity-Konzern.

Führungsmannschaft bleibt an Bord

Mit der Übernahme wechselt das gesamte Gavel-Team zu Relativity. Dazu gehören Gründerin Dorna Moini, ehemalige Anwältin bei Sidley Austin, sowie Technologiechef Pierre Martin. Die Relativity-Führung setzt auf Kontinuität: Die Integration soll schrittweise erfolgen, um den Service für bestehende Gavel-Kunden stabil zu halten und gleichzeitig die KI-Fähigkeiten auszubauen.

Relativity-CEO Phil Saunders bezeichnete den Zukauf als bedeutende Investition in KI-Innovation. Ziel sei es, ein breiteres Spektrum juristischer Arbeit abzudecken – weit über die traditionelle Beweisaufnahme hinaus.

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Strategische Positionierung vor möglichem Börsengang

Die finanziellen Details der Transaktion blieben unter Verschluss. Es ist Relativitys erster größerer Zukauf seit der Übernahme von Heretik vor rund vier Jahren. Mit dem Einstieg in die Dokumentenautomatisierung verschärft das Unternehmen den Wettbewerb mit Branchengrößen wie Thomson Reuters und LexisNexis, die ebenfalls ihre KI-gestützten Schreibwerkzeuge ausbauen.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Relativity eigenen Angaben zufolge einen möglichen Börsengang vorbereitet. Durch die Erweiterung des Angebots auf Dokumentenerstellung und Automatisierung positioniert sich der Konzern als Komplettanbieter für die Rechtsbranche – vom ersten Beweismittel bis zum fertigen Schriftsatz.

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