Rentendepot für Kinder: Staat zahlt ab Januar monatlich 10 Euro
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kinder sollen schon mit sechs Jahren ein eigenes Rentendepot bekommen. Das sieht ein Referentenentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor, den er am 22. Juli 2026 in die Ressortabstimmung gegeben hat.
So funktioniert das Modell
Der Staat überweist Kindern zwischen 6 und 18 Jahren monatlich 10 Euro auf ein kapitalgedecktes Depot. Das Geld wird angelegt und wächst über Jahrzehnte. Starten soll die Regelung rückwirkend zum 1. Januar 2026 für den Geburtsjahrgang 2020 und alle jüngeren Kinder. Das Gesetz selbst tritt offiziell am 1. Januar 2027 in Kraft.
Eltern haben zwei Optionen: Sie eröffnen ein privates Depot für ihr Kind oder lassen die Mittel in ein Standardprodukt fließen. Wer keinen eigenen Vertrag abschließt, bekommt ein kollektives Depot bei der Deutschen Bundesbank. Die investiert das Geld vornehmlich in Aktien. Der Kostendeckel liegt bei einem Prozent Effektivkosten, Abschlusskosten fallen keine an.
Private Zuzahlungen möglich
Das Modell erlaubt Eltern und Angehörigen, zusätzlich Geld einzuzahlen – bis zu 6.840 Euro pro Jahr. Die Erträge bleiben während der gesamten Ansparphase steuerfrei.
Auszahlen lässt sich das Kapital frühestens mit 65. Bis zum 25. Lebensjahr sind unter bestimmten Bedingungen Mittelabrufe möglich, der Fokus liegt aber klar auf dem langfristigen Vermögensaufbau.
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Was bringt das den Kindern?
Das Finanzministerium hat mehrere Szenarien durchgerechnet. Ohne private Zuzahlungen wächst das Depot allein aus den staatlichen 10 Euro monatlich bis zum 65. Lebensjahr auf rund 53.000 Euro. Zahlen Eltern weitere 10 Euro pro Monat ein, sind es etwa 107.000 Euro. Bei 50 Euro monatlicher Zuzahlung steigt das Guthaben auf bis zu 320.000 Euro.
Der Bundeshaushalt muss dafür tief in die Tasche greifen. Für 2027 rechnet das Ministerium mit 198 Millionen Euro, bis 2030 steigen die Kosten auf jährlich 411 Millionen Euro.
Experten sehen Licht und Schatten
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) bewertet den Vorstoß grundsätzlich positiv, warnt aber: Die Konzentration auf ein Standarddepot und der Kostendeckel von einem Prozent könnten private Anbieter abschrecken.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lobt, dass die Frühstartrente den Zinseszinseffekt nutzt. Gleichzeitig betont der Verband: Die 10 Euro vom Staat allein reichen nicht, um die Rentenlücke signifikant zu schließen. Private Zuzahlungen seien essenziell.
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Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt die Initiative, kritisiert aber die Beschränkung auf bestimmte Geburtsjahrgänge und die aus seiner Sicht unzureichende Berücksichtigung persönlicher Beratung im Standardmodell.
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