Rentenkommission, Reform

Rentenkommission fordert radikale Reform: Abschaffung der Frührentenoptionen

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rentenkommission empfiehlt Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Jahren. Die geplanten Änderungen zielen auf Milliardenentlastung und längere Lebensarbeitszeit ab.

Babyboomer-Rente: Reformpläne schocken Frührentner
Eine Nahaufnahme eines Kalenderblatts von 2024, wobei eine Hand ein Datum einkreist. Im Hintergrund verschwommene Silhouetten von Senioren, die Freizeitaktivitäten nachgehen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Daten zeigen: 2024 bezogen rund 1,1 Millionen Babyboomer vorzeitig ihre Altersrente – ein Anstieg um 200.000 gegenüber dem Vorjahr.

Frührente statt länger arbeiten

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat die Zahlen ausgewertet. Demnach entschied sich mehr als jeder zweite Versicherte des Jahrgangs 1957 für den vorzeitigen Ausstieg. Beim Jahrgang 1958 zeichnet sich mit über 51 Prozent ein ähnliches Bild ab.

Die Politik setzt eigentlich auf längere Lebensarbeitszeit. Die Regelaltersgrenze stieg seit 2012 um zwölf Monate auf 66 Jahre. Doch das tatsächliche Renteneintrittsalter legte nur um acht Monate zu. Die bestehenden Frühverrentungsmöglichkeiten hebeln die politischen Ziele aus – besonders die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren und der Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen 2023.

Bis 2029 erreichen Schätzungen zufolge weitere 6,3 bis 6,4 Millionen Babyboomer die Regelaltersgrenze.

Kommission schlägt radikale Reform vor

Eine Rentenkommission übergab am 23. Juni 2026 ihren Abschlussbericht an Bundeskanzler Merz und Arbeitsministerin Bas. Die 33 Empfehlungen enthalten einen Paukenschlag: die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet dadurch jährliche Entlastungen von rund 10 Milliarden Euro.

Die Kommission will zudem das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. Die Formel: Zwei Drittel eines gewonnenen Lebensjahres fließen in die Erwerbsphase, ein Drittel in den Ruhestand. Konkret könnte die Regelaltersgrenze zwischen 2031 und 2041 von 67 auf 67,5 Jahre steigen.

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Die Rentenkommission schlägt vor, die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren abzuschaffen. Für viele Babyboomer ist das ein Schock. Doch es gibt noch Chancen: Mit der richtigen Strategie können Sie Ihren Rentenanspruch sichern und sogar früher aussteigen. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Eine verpflichtende, kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild soll ab 2028 mit einem Beitrag von 2 Prozent die langfristige Finanzierung sichern.

Wer künftig einzahlen soll

Die Reformpläne erweitern den Versichertenkreis deutlich: Selbstständige, Abgeordnete, Vorstände und Minijobber sollen künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Gleichzeitig ist eine „Aktivrente“ im Gespräch: Bis zu 2.000 Euro Hinzuverdienst ab Erreichen der Regelaltersgrenze wären steuerfrei.

Die geschlechtsspezifische Schieflage bleibt bestehen. Zwischen 2015 und 2025 entfielen 44,4 Prozent der Neuzugänge zur Rente für besonders langjährig Versicherte auf Frauen. 2025 erhielten Frauen in diesem Segment durchschnittlich 1.469 Euro – Männer lagen rund 400 Euro höher.

Kritik: Realitätsfern und sozial riskant?

Die Vorschläge spalten die Lager. Arbeitgebernahe Institute unterstützen die Streichung der Frührentenoptionen. Gewerkschaften und Sozialverbände warnen dagegen vor den sozialen Folgen. Ihr Argument: In körperlich belastenden Berufen wie dem Handwerk ist Arbeiten bis 67 oder 67,5 für viele schlicht nicht machbar. Umfragen zeigen: Mehr als jeder dritte Arbeitnehmer bezweifelt, die aktuelle Regelaltersgrenze gesundheitlich zu erreichen.

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Schon 1,1 Millionen Babyboomer gingen 2024 vorzeitig in Rente – doch die Regierung will die Frührente jetzt stoppen. Wer noch nicht in den Ruhestand gegangen ist, sollte jetzt handeln. Unser Report zeigt Ihnen, wie Sie die Reform zu Ihrem Vorteil nutzen. Renten-Reform-Report jetzt sichern

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