Rentenreform, Expertenkommission

Rentenreform: Expertenkommission empfiehlt Rente mit 68 ab 2032

21.06.2026 - 08:07:58 | boerse-global.de

Ein Expertengremium schlÀgt eine grundlegende Reform der gesetzlichen Rente vor, die ein höheres Renteneintrittsalter und eine obligatorische Zusatzvorsorge vorsieht.

Rentenkommission empfiehlt Rente mit 68 und neue KapitalsÀule
Rentenreform - Nahaufnahme der HĂ€nde einer Ă€lteren Person, die ZahnrĂ€der auf einer OberflĂ€che anordnet, was die KomplexitĂ€t der Rentenreform symbolisiert. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das 80-seitige Konzept mit ĂŒber 30 Einzelmaßnahmen sieht eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit und eine neue kapitalgedeckte SĂ€ule vor. Ziel ist die finanzielle StabilitĂ€t angesichts der demografischen Entwicklung.

Koppelung des Renteneintritts an die Lebenserwartung

Die Fachleute empfehlen, das gesetzliche Renteneintrittsalter ab 2032 schrittweise anzuheben. KernstĂŒck ist ein 2:1-Modell: Steigt die statistische Lebenserwartung, verlĂ€ngert sich die Arbeitsphase um acht Monate, die Rentenphase um vier Monate.

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Ab 2042 wĂŒrde die Regelaltersgrenze dann um ein halbes Jahr pro Jahrzehnt steigen. Bis 2041 könnte das Rentenalter auf 67,5 Jahre klettern, bis 2051 auf 68 Jahre. Ein Renteneintritt mit 70 wĂ€re frĂŒhestens 2091 zu erwarten. FĂŒr heute 30-JĂ€hrige bedeutet das: Rente mit 68.

Rente mit 63 fĂ€llt – neue KapitalsĂ€ule kommt

Die Kommission empfiehlt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63. Stattdessen soll die Gesundheit ĂŒber einen frĂŒheren Ruhestand entscheiden. FrĂŒhrenten mit AbschlĂ€gen wĂ€ren kĂŒnftig erst ab 64 möglich.

Zur ErgĂ€nzung der umlagefinanzierten Rente schlĂ€gt das Gremium eine obligatorische, kapitalgedeckte Zusatzvorsorge nach schwedischem Vorbild vor. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritĂ€tisch ein. Die BeitrĂ€ge könnten 2028 bei 0,5 Prozent starten und auf zwei Prozent des Bruttolohns steigen. Ziel: Das Rentenniveau aus der Umlage bei 48 Prozent halten. Durch die Kapitalrente soll das Gesamtniveau bis 2050 auf etwa 50 Prozent fĂŒr Neurentner steigen.

Mehr Beitragszahler, stabilere Finanzen

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Um die Einnahmenbasis zu verbreitern, sollen weitere Berufsgruppen in die Rentenkasse einzahlen. Dazu zĂ€hlen SelbststĂ€ndige, Abgeordnete und VorstĂ€nde. Auch Beamte sollen langfristig einbezogen werden. FĂŒr sie sind eine stĂ€rkere Koppelung der Pensionssteigerungen an die Rentenentwicklung sowie eine RĂŒcklagenpflicht vorgesehen.

Der Nachhaltigkeitsfaktor, der Rentenanpassungen bei einem ungĂŒnstigeren VerhĂ€ltnis von Beitragszahlern zu Rentnern dĂ€mpft, soll ab 2031 oder 2032 wieder voll wirken. FĂŒr Grundsicherungsbezieher im Alter sind neue FreibetrĂ€ge geplant: 20 bis 30 Prozent der eigenen Rente blieben anrechnungsfrei. Der Rentenbeitragssatz wird Prognosen zufolge bereits 2028 auf 19,9 Prozent steigen.

Die offizielle Übergabe der Empfehlungen an Bundeskanzler Merz und Bundesministerin Bas ist fĂŒr den 22. Juni 2026 vorgesehen.

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