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Replit Agent: OpenAI löst Anthropic als Standardanbieter ab

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI wird Replits bevorzugter Agent-Anbieter; Claude bleibt auswählbar, während der Umsatzanteil großer Kunden 2026 auf etwa 15 Prozent steigt.
Ein minimalistischer, moderner Innenraum mit hellem, natürlichem Lichteinfall auf einer polierten Betonoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Die Entwicklerplattform Replit vollzieht einen grundlegenden Wechsel bei der Ausrichtung ihrer KI-Infrastruktur. Wie Geschäftsführer Amjad Masad am 15. Oktober 2026 auf der Branchenkonferenz TechCrunch Disrupt erklärte, arbeite das Unternehmen nicht mehr mit dem bisherigen Hauptpartner Anthropic zusammen. Künftig fungiert OpenAI als primärer Standardanbieter für den Replit Agent.

Leistungs- und Kostenvorteile als Begründung

Als zentrale Beweggründe für diesen Schritt verwies Masad auf die Faktoren Kosten, Performance sowie die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Unternehmenschef befand diesbezüglich, ChatGPT sei mittlerweile das bessere Produkt. In Replit-internen Tests sowie öffentlichen Benchmarks schnitten die OpenAI-Modelle Sol und Astra beim Erstellen von Anwendungen von Grund auf überzeugender ab als die Alternativen.

Konkret erreichte der Replit Agent unter Einsatz des Modells Astra auf DeepSWE v1.1 ein Ergebnis von 72 Prozent bei 2,11 US-Dollar pro Aufgabe sowie 49 Prozent bei 2,53 US-Dollar auf Terminal-Bench 4.0. Im selben Testrahmen delegierte GPT-6 Astra anfallende Arbeit in 20 Prozent der Durchläufe an einen allgemeinen Bearbeiter, während Claude Fable 5 auf 0,9 Prozent und Fable 5.1 auf 2,3 Prozent kamen.

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In anderen Messungen zeigten sich jedoch abweichende Tendenzen: Im ViBench von Replit und Georgian behauptete sich Opus 4.8 mit 87,8 Prozent gegenüber GPT-5.5 mit 86,5 Prozent. Der seit August 2026 verfügbare kostenlose Modus für die Replit-Abonnements Core zu monatlich 20 US-Dollar sowie Pro für 100 US-Dollar im Monat basiert derweil auf GPT-5.6 Luna.

Modellvielfalt bleibt für Nutzer bestehen

Nach seinen ursprünglichen Äußerungen stellte Masad klar, dass Replit weiterhin einen modell-agnostischen Ansatz verfolge. Entwickler können die Modelle der Claude-Reihe weiterhin manuell auswählen. Bestätigt wurde dies unter anderem dadurch, dass der Replit-Changelog am 16. Oktober 2026 die Ergänzung von Claude Haiku 5.5 in die Modellauswahl des Power-Modus für Core- und Pro-Pläne aufnahm.

Zudem gab es unterschiedliche Darstellungen über die Tiefe des Bruchs: Insider bestritten Berichten zufolge ein vollständiges Ende der Kooperation mit Anthropic. So verwies ein firmeneigener Blogbeitrag von Ende September auf den Produktiveinsatz von Claude Fable 5 und 5.1, während Replit-Mitarbeiter das Modell Opus 5.5 bewarben.

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Verschiebungen bei Ausgaben und Kundensegmenten

Bis vor kurzem gehörte Replit nach Angaben Masads noch zu den fünf größten Kunden von Anthropic. Da ein Großteil der Programmierer üblicherweise die voreingestellte Standardkonfiguration nutzt, rechnet Replit infolge der Umstellung auf OpenAI mit signifikant sinkenden Ausgaben für Anthropic-Dienste.

Gleichzeitig verzeichnet die Plattform deutliche Verschiebungen in ihrer Kundenstruktur. Masad zufolge stieg der Anteil von Großkunden am Gesamtumsatz von rund 2 Prozent im Vorjahr auf etwa 15 Prozent im Jahr 2026. Mehr als 50 Prozent der Erlöse entfallen gegenwärtig auf das B2B-Geschäft. Für das Jahr 2027 prognostiziert der Geschäftsführer, dass über die Hälfte des Umsatzes durch Enterprise-Kunden und Behörden generiert wird.

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