Resilienz-Trend, Deutschen

Resilienz-Trend: 94% der Deutschen entdecken Leseurlaube

14.06.2026 - 02:01:34 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 schult ein neuer Online-Lehrgang Führungskräfte für die gesetzlichen Anforderungen des KRITIS-Dachgesetzes und NIS2.

Neuer KRITIS-Lehrgang: Zertifizierte Manager für kritische Infrastrukturen
Resilienz-Trend - Eine Gruppe von Fachleuten in einem modernen Kontrollraum, die auf Bildschirme mit Daten und Krisenkarten blickt, um Resilienz und Krisenmanagement zu stärken. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Druck auf Unternehmen und Kommunen wächst: Wer kritische Infrastrukturen betreibt, muss sich auf neue gesetzliche Vorgaben einstellen. Ein neuer Zertifikatslehrgang soll helfen.

Zertifizierte Ausbildung für KRITIS-Verantwortliche

Ab dem 29. Juli 2026 bietet der Verband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (VBSKI) einen zweitägigen Online-Lehrgang zum „KRITIS Krisen- und Notfall-Manager" an. Das Programm reagiert auf das KRITIS-Dachgesetz und das NIS2-Umsetzungsgesetz.

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Bis Dezember 2026 sind neun Termine geplant. Zielgruppe sind Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte und kleine sowie mittlere Unternehmen (KMU). Sie sollen die gesetzlichen Anforderungen umsetzen und die Widerstandsfähigkeit gegen systemische Bedrohungen erhöhen.

Internationale Vernetzung für den Katastrophenschutz

Auch die kommunale Ebene rüstet sich. Vom 16. bis 18. Juni 2026 startet in Tirana eine Dialogveranstaltung zur Stärkung der Resilienz in Südosteuropa und im Südkaukasus.

Vertreter aus neun Ländern nehmen teil – darunter Albanien, Deutschland, die Ukraine, Serbien und die Türkei. Im Zentrum steht der Schutz kritischer Infrastrukturen auf kommunaler Ebene. Die Initiative zeigt: Krisenvorsorge wird zunehmend als grenzüberschreitende Gemeinschaftsaufgabe verstanden.

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Psychologische Widerstandskraft und die Schattenseiten der Selbstoptimierung

Auf individueller Ebene diskutieren Experten über mentale Belastbarkeit. Die Psychologin Donya Gilan verweist auf bewährte Methoden für schwierige Zeiten. Ein historisches Beispiel: Steve Jobs' Rückkehr zu Apple 1997, als er den Konzern nach Jahren der Abwesenheit zurück in die Gewinnzone führte.

Gleichzeitig mehren sich kritische Stimmen. In der Publikation „Digitale Diagnosen" warnt die Soziologin Laura Wiesböck vor einer Kommerzialisierung der Selbstfürsorge. „Me-Time" und Achtsamkeitspraktiken würden oft als reine Konsumprodukte vermarktet. Das fördere Egoismus und soziale Isolation, statt echte psychische Entlastung zu bieten.

Krisenangst und der Trend zur Entschleunigung

Die Diskussion um Resilienz wird auch von gesellschaftlichen Strömungen geprägt. Beim Green Culture Festival in Karlsruhe thematisierte Mirna Funk eine spezifisch deutsche Krisenangst. Rund 350 Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten dort über Prävention und Zukunftsfähigkeit.

Ein konkreter Trend zur Entschleunigung zeigt sich im Tourismus: „Bookcation" heißt das Phänomen. Laut dem Trendreport „Unpack '26" von FeWo-direkt bekunden 94 Prozent der deutschen Ferienhausurlauber Interesse an Reisen mit Fokus aufs Lesen. Über die Hälfte will solche Leseurlaube mit Freunden verbringen. Der Tourismusforscher Harald Pechlaner sieht darin eine wachsende Sehnsucht nach Entschleunigung in krisenhaften Zeiten.

Traumabewältigung in Literatur und Essay

Die langfristige Bewältigung von Krisen findet auch in der Literatur ihren Niederschlag. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie Nicole Olfen veröffentlichte Mitte Juni 2026 einen Essay über die generationsübergreifenden Folgen eines traumatischen Ereignisses: Ihr Vater kam 1972 als Polizist im Dienst ums Leben.

Auch Helene Bukowski greift das Thema auf. Ihr Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben" war für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 nominiert. Er thematisiert die Herausforderungen persönlicher Beständigkeit in schwierigen gesellschaftspolitischen Kontexten. Solche Werke vertiefen das öffentliche Verständnis für die Komplexität menschlicher Widerstandsfähigkeit.

de | wissenschaft | 69536514 |