Restless-Legs-Syndrom, AASM

Restless-Legs-Syndrom: AASM sieht keine ausreichenden Belege fĂŒr Akupunktur

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die AASM sieht fĂŒr Akupunktur bei RLS keine ausreichenden Belege und empfiehlt stattdessen bestimmte Medikamente.

Akupunktur bei Restless Legs: ErgÀnzung, aber keine Standardtherapie
Ein ruhiges, abgedunkeltes Schlafzimmer bei Nacht mit sanftem Mondlicht, das auf ein ungemachtes Bett fÀllt. Illustration mit AI erstellt.

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) stellt fĂŒr Betroffene eine oft erhebliche Belastung im Alltag und wĂ€hrend der Nachtruhe dar. Auf der Suche nach Linderung rĂŒcken neben Arzneimitteln auch komplementĂ€re Verfahren in den Fokus.

Wie Fachberichte Anfang Oktober 2026 aufzeigen, kann Akupunktur bei RLS zwar als ergĂ€nzende Maßnahme erwogen werden, sie gilt jedoch keineswegs als etablierte Standardtherapie. Fachleute betonen, dass eine fundierte medizinische AbklĂ€rung sowie evidenzbasierte Behandlungsmethoden keinesfalls durch Akupunktur ersetzt werden sollten.

Leitlinien sehen keine ausreichende wissenschaftliche Basis

Hintergrund der zurĂŒckhaltenden Bewertung ist die dĂŒnne wissenschaftliche Datenlage. Eine von der American Academy of Sleep Medicine (AASM) beauftragte systematische Übersichtsarbeit lieferte nur sehr begrenzte belastbare Belege fĂŒr den Nutzen von Akupunktur bei erwachsenen RLS-Patienten. Die Aussagekraft der vorliegenden Untersuchungen zur Linderung der Symptome und zur Verbesserung der SchlafqualitĂ€t erwies sich als unzureichend.

In der Folge sprach die Fachgesellschaft in ihren Leitlinien keine Empfehlung fĂŒr den Einsatz von Akupunktur bei RLS aus. Zwar suchen viele Patientinnen und Patienten nach nicht-medikamentösen Wegen, um Missempfindungen und den quĂ€lenden Bewegungsdrang zu lindern, doch ohne solide wissenschaftliche Nachweise bleibt die Methode auf eine rein unterstĂŒtzende Rolle im Einzelfall beschrĂ€nkt.

GeÀnderte PrioritÀten in der medikamentösen Versorgung

In der klinischen Versorgung setzt die AASM stattdessen auf klar definierte medikamentöse Strategien. FĂŒr Erwachsene mit RLS spricht die Organisation starke Empfehlungen fĂŒr Gabapentin, Pregabalin und Gabapentin enacarbil aus. Ebenfalls stark empfohlen wird die Gabe von intravenösem Ferric Carboxymaltose, wĂ€hrend orales Ferrosulfat bedingt empfohlen wird.

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Zugleich markieren die aktuellen Vorgaben eine deutliche Abkehr von frĂŒheren Routinen: Dopaminagonisten wie Pramipexol, Ropinirol und Rotigotin sowie Levodopa werden wegen des Risikos einer Augmentation – einer langfristigen VerstĂ€rkung oder zeitlichen Vorverlagerung der Beschwerden – nicht mehr fĂŒr den routinemĂ€ĂŸigen Einsatz empfohlen.

Vor Therapiebeginn soll stets der Eisenstatus ĂŒberprĂŒft werden. Zudem gilt es, mögliche Auslöser wie Alkohol, Koffein, bestimmte Medikamente und eine bisher unbehandelte Schlafapnoe abzuklĂ€ren.

Ganzheitliche Einordnung und ergÀnzende Optionen

Das Restless-Legs-Syndrom wird als neurologische Erkrankung beschrieben, die mit unwillkĂŒrlichen rhythmischen Bewegungen sowie Einbußen der Schlaf- und LebensqualitĂ€t einhergeht. In der Fachdiskussion werden mögliche ZusammenhĂ€nge mit genetischen Faktoren, Eisenmangel im Gehirn, AnĂ€mie, Diabetes und Parkinson diskutiert. Zu den bekannten externen Auslösern oder VerstĂ€rkern zĂ€hlen neben Koffein und Nikotin auch diverse Arzneimittel.

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Neben Arzneimitteln umfasst das Spektrum diskutierter Optionen Bewegung, EntspannungsĂŒbungen, Massagen, Yoga sowie mechanische GerĂ€te. Allerdings ist die Wirksamkeit nicht fĂŒr alle diese AnsĂ€tze verlĂ€sslich belegt.

Fachleute mahnen zudem zur Vorsicht: Sollten Symptome frĂŒher am Tag einsetzen, sich verstĂ€rken oder auf andere Körperbereiche ausbreiten, ist eine Ă€rztliche Neubewertung dringend angezeigt. Bestehende Medikamente dĂŒrfen dabei keinesfalls eigenmĂ€chtig abrupt abgesetzt werden. Eine aufwendige Schlafstudie im Labor ist fĂŒr die Diagnosestellung und Betreuung routinemĂ€ĂŸig hingegen nicht erforderlich.

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