Retatrutid, Phase-3-Studie

Retatrutid: Phase-3-Studie zeigt bis zu 20,8 Prozent Gewichtsverlust

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach 80 Wochen verzeichnete TRIUMPH-2 dosisabhĂ€ngige Gewichtsverluste und niedrigere HbA1c-Werte; ein FDA-Antrag ist fĂŒr 2027 geplant.

Eli Lilly: Retatrutid senkt Gewicht und Blutzucker in Phase-3-Studie
Ein modernes, helles klinisches Labor mit wissenschaftlichen GlasgerÀten auf einer EdelstahlarbeitsflÀche. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) 2026 in Mailand, die vom 28. September bis zum 2. Oktober 2026 stattfand, standen neue klinische Daten zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen im Mittelpunkt.

Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der 80-wöchigen Phase-3-Studie TRIUMPH-2 des Pharmaunternehmens Eli Lilly, deren Ergebnisse zeitgleich im Fachjournal The Lancet publiziert wurden. Die Untersuchung analysierte die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffkandidaten Retatrutid bei 1.152 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes sowie Übergewicht oder Adipositas an 92 Standorten in acht LĂ€ndern.

Ausmaß der Gewichtsreduktion und Blutzuckerkontrolle

Bei Retatrutid handelt es sich um einen Dreifach-Rezeptoragonisten, der an den Rezeptoren fĂŒr GIP, GLP-1 und Glukagon ansetzt. Die in Mailand prĂ€sentierten Sponsor-Daten der Studie TRIUMPH-2 belegen nach 80 Behandlungswochen eine dosisabhĂ€ngige GewichtsĂ€nderung von minus 11,9 Prozent bei einer wöchentlichen Dosis von 4 mg, minus 16,8 Prozent bei 9 mg sowie minus 18,8 Prozent bei 12 mg, verglichen mit minus 5,1 Prozent in der Placebogruppe.

Nach weiteren Berichten lag der Gewichtsverlust bei 12,7 Prozent unter 4 mg, 19,1 Prozent unter 9 mg und 20,8 Prozent unter 12 mg. Teilnehmende mit einem Body-Mass-Index von mindestens 35 erreichten unter der 12-mg-Dosis eine Gewichtsabnahme von 23,4 Prozent.

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Parallel dazu verbesserte sich die Blutzuckereinstellung deutlich. Die Senkung des HbA1c-Wertes betrug unter Retatrutid minus 1,4 bis minus 1,6 Prozentpunkte gegenĂŒber minus 0,2 Prozentpunkten unter Placebo. FĂŒr die einzelnen Dosierungen von 4 mg, 9 mg und 12 mg wurden HbA1c-Reduktionen von 1,4 Prozent, 1,6 Prozent und 1,5 Prozent verzeichnet.

Kardiometabolische Effekte und Sicherheitsprofil

Neben den Effekten auf Körpergewicht und Blutzucker wurden auch kardiovaskulÀre Risikomarker erfasst. Unter der Gabe von 12 mg Retatrutid sank der systolische Blutdruck um 10,8 mmHg. Zudem verringerten sich die Triglyzeridwerte um 39,5 Prozent, das Non-HDL-Cholesterin um 19,6 Prozent und das hochsensitive C-reaktive Protein (hsCRP) um 58,3 Prozent.

Das Sicherheitsprofil zeigte spezifische Nebenwirkungen: Eine Hypotonie trat bei 1 bis 6 Prozent der Behandelten auf, wÀhrend eine DysÀsthesie bei 4 bis 7 Prozent dokumentiert wurde.

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In der Placebogruppe lagen die Raten bei unter 1 Prozent beziehungsweise 1 Prozent. Die Quote der TherapieabbrĂŒche infolge von Nebenwirkungen oder TodesfĂ€llen belief sich auf 4 Prozent bei 4 mg, 12 Prozent bei 9 mg und 8 Prozent bei 12 mg Retatrutid, verglichen mit 5 Prozent unter Placebo.

Eine weitere Auswertung wies Abbruchraten von 3,8 Prozent (4 mg), 11,6 Prozent (9 mg) und 7,7 Prozent (12 mg) gegenĂŒber 4,9 Prozent in der Placebogruppe aus. Insgesamt traten in der Studie TRIUMPH-2 sieben TodesfĂ€lle auf, sechs davon in den Retatrutid-Gruppen; diese wurden als nicht behandlungsbedingt eingestuft.

Regulatorischer Zeitplan und Umfeld

Eli Lilly plant, auf Basis dieser und weiterer Studiendaten im ersten Quartal 2027 einen Zulassungsantrag fĂŒr Retatrutid bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen.

Im Rahmen des Kongresses prÀsentierte das Unternehmen zudem Ergebnisse zu weiteren Wirkstoffkandidaten: In einer Phase-2b-Studie mit 367 Erwachsenen erzielte die Kombination EloraTZP (Eloralintid und Tirzepatid) nach 48 Wochen einen mittleren Gewichtsverlust von bis zu 23,3 Prozent bei einer HbA1c-Senkung um 2,9 Prozent.

Daten zur Phase-3-Studie ACHIEVE-4 zeigten zudem, dass der Wirkstoff Foundayo hinsichtlich wichtiger kardiovaskulÀrer Endpunkte dem Insulin glargin nicht unterlegen war.

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