RewaFake-Kampagne, Fake-Apps

RewaFake-Kampagne: Mehr als 1.900 Fake-Apps erreichen 500.000 GerÀte

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
McAfee verzeichnete bei der RewaFake-Kampagne Erkennungen auf mehr als 500.000 GerĂ€ten; Experten empfehlen geprĂŒfte App-Quellen.
Ein minimalistischer, dunkel beleuchteter Serverraum mit metallischen SchaltschrÀnken in einer technologischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsexperten schlagen Alarm wegen der zunehmenden Verbreitung von Schadsoftware ĂŒber gefĂ€lschte Smartphone-Programme. Nutzer sollten Anwendungen ausschließlich ĂŒber verifizierte Quellen beziehen und Installationsangebote kritisch prĂŒfen, da Cyberkriminelle ĂŒber manipulierte Downloads persönliche Informationen ausspĂ€hen oder GerĂ€te manipulieren.

GroßflĂ€chige Kampagnen imitieren bekannte Marken

Wie weitreichend die Bedrohung ist, belegt eine Analyse des Sicherheitsunternehmens McAfee vom 23. Oktober 2026 zur sogenannten RewaFake-Kampagne. Die Experten ordneten der Kampagne mehr als 1.900 bösartige Programme und Erkennungen auf ĂŒber 500.000 GerĂ€ten in ĂŒber 190 LĂ€ndern zu.

Die Anwendungen ahmten bekannte Dienste und Marken wie CapCut, Roblox, Zelle, PayPal, Netflix, den Xbox Game Pass, Siri sowie iMessage nach. Über eine Fernkonfiguration wurden Betroffene in einem Browser ohne Adresszeile auf Werbe- und Abonnement-Seiten umgeleitet. FĂŒr Deutschland meldete McAfee im Rahmen von RewaFake 5.016 Erkennungen, 4.465 geschĂŒtzte GerĂ€te und 444 Apps.

Unter den Lockangeboten machten Gesundheits-Apps 22 Prozent aus, gefolgt von Spielen mit 16 Prozent und Werkzeugen fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz mit 13 Prozent. TĂ€glich kamen nach SchĂ€tzungen der Analysten 20 bis 25 neue Anwendungen hinzu. Google entfernte die gemeldeten Programme aus seinem Angebot.

Manipulationen und Phishing umgehen Kontrollen

Auch offizielle Vertriebsplattformen bieten keinen lĂŒckenlosen Schutz. Adrien Merveille von Check Point Software erklĂ€rte, dass sowohl der Google Play Store als auch Apples App Store infizierte Programme enthalten können, da automatisierte Kontrollmechanismen teils umgangen werden. Über solche Anwendungen können Angreifer persönliche Daten erbeuten oder Hardwarefunktionen wie Mikrofon und Kamera fernsteuern.

Zuletzt wurden im Google Play Store eine gefĂ€lschte WhatsApp-Variante mit ĂŒber einer halben Million Downloads sowie eine nachgeahmte Chrome-App mit ĂŒber hunderttausend Downloads entdeckt, bevor der Betreiber einschritt. Die WhatsApp-Kopie war zeitweise als gesponserter Treffer platziert und als Vorabzugriffsversion ohne öffentliche Rezensionen verfĂŒgbar.

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Weitere Gefahren lauern abseits der offiziellen Stores. Nach Erkenntnissen von Fox-IT verbreitet sich eine Variante der Vultur-Malware gezielt ĂŒber betrĂŒgerische Kurznachrichten zu angeblichen GeldĂŒberweisungen. Bei einem anschließenden Telefonat wird Opfern die Installation einer gefĂ€lschten McAfee-Sicherheitsanwendung aufgedrĂ€ngt, die Tastatureingaben mitschneidet, Screenshots anfertigt und Bankdaten stiehlt.

Die vom Sicherheitsunternehmen ThreatFabric entdeckte Malware Hirudo tarnt sich wiederum als Kurzvideo-, Shopping- oder Unterhaltungs-App. Sie verlangt weitreichende Zugriffsrechte fĂŒr Bedienungshilfen, entfernt originale Bank-Apps und ersetzt diese durch gefĂ€lschte Versionen. ThreatFabric identifizierte manipulierte Kopien von acht Bank-Programmen und schĂ€tzt die bisherige Opferzahl auf mehrere Tausend Betroffene.

ZusĂ€tzlich nutzen Angreifer gefĂ€lschte Werbeanzeigen auf Plattformen wie Facebook und Instagram, um Anwender auf externe Webseiten zu leiten. Dort wird zum direkten Download von Installationsdateien außerhalb regulĂ€rer App-Stores aufgefordert.

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Laut dem Sicherheitsunternehmen Lookout, das in einer Erhebung aus dem Jahr 2022 mehr als 14.000 schĂ€dliche Apps mit ĂŒber 180 Millionen Downloads aus inoffiziellen Quellen ermittelte, birgt die manuelle Installation solcher Dateien erhebliche Risiken.

Schutzmaßnahmen fĂŒr Anwender

Sicherheitsexperten raten dringend dazu, Programme nur ĂŒber offizielle Plattformen zu laden und vor der Installation den Entwicklernamen, die Zahl der Downloads und Rezensionen zu ĂŒberprĂŒfen. Nutzer sollten zudem auf ĂŒbermĂ€ĂŸige Berechtigungsanforderungen achten, etwa wenn Navigations- oder Hilfswerkzeuge SMS- oder Eingabehilferechte anfordern.

Ungewöhnliche AktivitĂ€tsanzeigen auf dem Bildschirm – wie der grĂŒne Indikatorpunkt bei Android und iOS fĂŒr aktive Mikrofone oder Kameras – sowie erhöhter Akkuverbrauch gelten als Warnsignale fĂŒr schĂ€dliche HintergrundaktivitĂ€ten.

Bei Infektionsverdacht empfehlen Fachleute das Starten des GerĂ€ts im abgesicherten Modus, die Deinstallation unbekannter Programme und im Zweifelsfall das ZurĂŒcksetzen auf die Werkseinstellungen.

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