Rheuma-ErnÀhrung: 69 Prozent Àndern ihre Kost ohne medizinische Beratung
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 08:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie französische Fachgesellschaft fĂŒr Rheumatologie (SociĂ©tĂ© Française de Rhumatologie, SFR) hat Empfehlungen zum Stellenwert der ErnĂ€hrung bei chronisch entzĂŒndlichen rheumatischen Erkrankungen formuliert. Dazu zĂ€hlen insbesondere die rheumatoide Arthritis, die Spondyloarthritis sowie die Psoriasisarthritis.
Anlass fĂŒr die Einordnung bieten Erhebungen zum Patientenverhalten: Wie aus einer französischen Untersuchung hervorgeht, verĂ€nderten knapp 40 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis und 30 Prozent der Betroffenen mit Spondyloarthritis oder Psoriasisarthritis nach ihrer Diagnose die eigene ErnĂ€hrungsweise.
Ein GroĂteil dieser Anpassungen erfolgte auf eigene Faust: 69 Prozent dieser Patientengruppe nahmen die Modifikationen vor, ohne eine medizinische Fachkraft hinzuzuziehen.
Selbstversuche mit DiÀten und Beratungsangebote
ErnÀhrungsfragen spielen im Alltag vieler Betroffener eine erhebliche Rolle. Laut den von der Fachgesellschaft herangezogenen Studiendaten testeten 26 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis, Spondyloarthritis oder Arthrose an den Fingergelenken bereits eine spezielle DiÀt. Im Fokus standen dabei vor allem ErnÀhrungsformen, die auf Gluten oder Milchprodukte verzichten.
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Gleichzeitig variiert die Inanspruchnahme professioneller Begleitung je nach vorliegendem Krankheitsbild. Eine französische Studie zeigt, dass 66 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis eine ErnÀhrungsberatung erhielten. Bei Betroffenen mit Spondyloarthritis lag dieser Anteil hingegen bei 42 Prozent.
Medizinische Empfehlungen: Gewichtsreduktion und mediterrane Kost
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen betont die Fachgesellschaft fundierte ernĂ€hrungsmedizinische MaĂnahmen. Die SFR empfiehlt Patientinnen und Patienten mit Ăbergewicht eine Gewichtsabnahme. Beobachtungsstudien belegen, dass eine entsprechende Gewichtsreduktion die EntzĂŒndungsaktivitĂ€t bei rheumatoider Arthritis sowie bei Psoriasisarthritis verringern kann.
DarĂŒber hinaus rĂ€t die Fachgesellschaft zur mediterranen ErnĂ€hrung. Dieses ErnĂ€hrungsmuster gilt als vorteilhaft bei chronischen EntzĂŒndungsprozessen und bildet einen zentralen Baustein in den Empfehlungen der Rheumatologen.
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Klare Grenzen: ErnÀhrung ersetzt keine Pharmakotherapie
Trotz der nachgewiesenen positiven Begleiteffekte unterstreicht die SFR die Grenzen ernĂ€hrungsbezogener Interventionen. Eine angepasste ErnĂ€hrungsweise stellt keinen Ersatz fĂŒr verordnete medikamentöse Therapien dar.
Die Fachgesellschaft verweist darauf, dass ein Effekt von ErnĂ€hrungsmaĂnahmen auf radiologisch sichtbare StrukturschĂ€den an den Gelenken in Untersuchungen bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Eine Anpassung der Essgewohnheiten kann somit als begleitende MaĂnahme zur Linderung der KrankheitsaktivitĂ€t dienen, bleibt jedoch stets in ein umfassendes medizinisches Behandlungskonzept eingebettet.
