Rheuma-Leitlinie: Herzrisiko jetzt wie bei Diabetes behandelt
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Komplementärmedizin, telemedizinische Ansätze und strengere Standards für Rheuma-Patienten rücken in den Fokus.
Naturheilkunde gegen Long COVID und Rheuma
Klassische Naturheilkunde findet zunehmend Anwendung bei komplexen Krankheitsbildern. Fachleute setzen auf eine Kombination aus physikalischen Reizen und pflanzlichen Wirkstoffen.
Bei Long COVID kommen Kältetherapie, gezielte Atemübungen und angepasstes Bewegungstraining zum Einsatz. Rheumatiker profitieren von pflanzlichen Präparaten wie Kurkuma sowie Lavendel-Anwendungen und Massagetechniken.
Klinische Beobachtungen deuten darauf hin: Yoga-Übungen können Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck und Vorhofflimmern positiv beeinflussen. Ziel ist es, die konventionelle Therapie zu unterstützen und die Lebensqualität ganzheitlich zu steigern.
Telemedizinisches Training zeigt Erfolge
Digitale Versorgungsformen gewinnen an Bedeutung. Eine Studie des University College London (Fachmagazin JAMA) belegt die Wirksamkeit eines telemedizinischen kognitiven Trainings für Long-COVID-Patienten.
78 Teilnehmende absolvierten zehn einstündige Sitzungen. Das Ergebnis: Signifikante Verbesserungen bei der Zielerreichung im Alltag. Drei Monate nach Beginn lag der Score bei 7,84 Punkten – verglichen mit 4,97 Punkten in der Kontrollgruppe.
Auch nach sechs Monaten blieb der Effekt mit einer Differenz von 1,72 Punkten stabil. Die Studie unterstreicht das Potenzial ortsunabhängiger Rehabilitationsangebote für Patienten mit kognitiven Einschränkungen.
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Neue Leitlinie: Rheuma-Risiko wie Diabetes
Ein wesentlicher Fortschritt: Die neue S3-Leitlinie der AWMF adressiert kardiovaskuläre Komorbiditäten bei Rheuma. Federführend sind die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und Prof. Jan Leipe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel.
Die Kernaussage: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rheuma-Patienten ist vergleichbar mit dem von Diabetes-Patienten. Die Empfehlungen sehen eine regelmäßige Erfassung von Blutdruck, Blutfettwerten und Diabetes-Parametern vor.
Entscheidend: Eine konsequente Kontrolle der Entzündungsprozesse senkt das Risiko. Glukokortikoide sollten dabei möglichst niedrig dosiert werden.
ME/CFS: Genetische Forschung und rechtliche Anerkennung
Parallel zur klinischen Behandlung intensiviert sich die genetische Erforschung des Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS). Der Wiener Epidemiologe Matthias Wielscher von der MedUni Wien erhielt Anfang Juli einen Förderpreis der WE&ME-Stiftung über 450.000 Euro.
Sein Projekt nutzt einen Datensatz von 17.000 Patienten. Ziel: Durch Kombination klinischer und genetischer Daten verschiedene Subtypen der Erkrankung identifizieren. Insgesamt flossen 1,3 Millionen Euro in verwandte Forschungsprojekte.
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Auch rechtlich tut sich etwas. Das Sozialgericht Speyer erkannte Post-COVID als Schwerbehinderung an und sprach einem Betroffenen einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 zu.
Das Gericht stellte klar: Für diese Anerkennung sind keine spezifischen organischen Befunde nötig. Entscheidend sind die nachgewiesenen funktionellen Beeinträchtigungen wie Erschöpfung, Schwindel und kognitive Störungen. Damit wird das Krankheitsbild juristisch dem Chronischen Fatigue-Syndrom gleichgestellt.
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