Rheuma, Leitlinie

Rheuma: Neue Leitlinie warnt vor Herz-Kreislauf-Risiken

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DGRh veröffentlicht eine S3-Leitlinie zur besseren Erkennung und Behandlung kardiovaskulärer Begleiterkrankungen bei Rheuma-Patienten. Zudem zeigt eine Auswertung: 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen.

Neue S3-Leitlinie: Herz-Kreislauf-Risiken bei Rheuma-Patienten im Fokus
Ein Arzt im Gespräch mit einem Patienten in einer hellen medizinischen Praxis zur gesundheitlichen Beratung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rheumatische Erkrankungen betreffen einer Auswertung des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) zufolge 1,8 Millionen Menschen in Deutschland. Die im August 2026 veröffentlichten Zahlen unterstreichen, welche Bedeutung Rheumaerkrankungen als Volkskrankheit zukommt.

Parallel dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) eine neue S3-Leitlinie zum Management kardiovaskulärer Begleiterkrankungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vorgelegt, die im AWMF-Register unter der Nummer 060-010 geführt wird.

Herz-Kreislauf-Risiken rücken in den Fokus

Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis tragen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die neue, unter Federführung der DGRh erarbeitete S3-Leitlinie widmet sich erstmals umfassend diesem Zusammenhang und gibt Ärztinnen und Ärzten konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand, wie kardiovaskuläre Komorbiditäten bei Rheuma-Patientinnen und -Patienten erkannt und behandelt werden sollen.

Ein zentraler Baustein der Leitlinie betrifft die medikamentöse Therapie: Glukokortikoide und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sollen demnach in der jeweils niedrigsten wirksamen Dosis eingesetzt werden, um zusätzliche kardiovaskuläre Belastungen zu vermeiden.

Bei JAK-Inhibitoren, die bei rheumatoider Arthritis eingesetzt werden, empfiehlt die Leitlinie eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung, wenn bei den Betroffenen bereits kardiovaskuläre Risikofaktoren vorliegen.

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Regelmäßige Risikoabschätzung als Standard

Die Leitlinie sieht zudem vor, das individuelle kardiovaskuläre Risiko von Rheuma-Patientinnen und -Patienten regelmäßig zu überprüfen. Für die breite Mehrheit der Betroffenen wird eine solche Risikoabschätzung mindestens alle fünf Jahre empfohlen.

Bei Personen, die bereits als Hochrisikopatienten eingestuft sind, soll die Überprüfung sogar jährlich erfolgen. Damit reagiert die DGRh auf den Umstand, dass entzündliche Prozesse im Körper nicht nur Gelenke, sondern auch das Herz-Kreislauf-System belasten können – ein Zusammenhang, der in der Versorgungspraxis bislang nicht durchgängig systematisch berücksichtigt wurde.

Bedeutung für Betroffene und Versorgungspraxis

Mit rund 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland gehören rheumatische Erkrankungen zu den häufigeren chronischen Leiden im Land. Die neue S3-Leitlinie soll dazu beitragen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte kardiovaskuläre Risiken bei dieser großen Patientengruppe künftig konsequenter im Blick behalten.

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Da rheumatoide Arthritis und verwandte entzündliche Erkrankungen chronisch verlaufen und häufig eine langjährige medikamentöse Therapie erfordern, kommt der in der Leitlinie geforderten regelmäßigen Risikoabschätzung eine praktische Relevanz für die langfristige Betreuung zu.

Die Veröffentlichung von Betroffenenzahlen und Leitlinie im August 2026 fällt in eine phase, in der die Wechselwirkungen zwischen entzündlichen und kardiovaskulären Erkrankungen zunehmend in den Mittelpunkt rheumatologischer Forschung rücken.

Für die Versorgung dürfte entscheidend sein, wie konsequent die Empfehlungen der DGRh – von der Dosierung entzündungshemmender Medikamente bis zur turnusmäßigen Risikoüberprüfung – in der ärztlichen Praxis umgesetzt werden.

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