Rheuma-Studie: Frühe Methotrexat-Gabe senkt RA-Risiko um 23%
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 11:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere Studien und aktualisierte Leitlinien aus Deutschland und den Niederlanden versprechen bessere Behandlungsmöglichkeiten – von digitalen Unterstützungssystemen bis zur gezielten Vorbeugung schwerer Begleiterkrankungen.
Deutsche Rheuma-App erhält internationale Auszeichnung
Die MeRLiN-Studie des St. Elisabeth-Hospitals Meerbusch-Lank sorgt für Aufsehen. Die 2024 im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Untersuchung von Kurt et al. wurde als einzige europäische Studie in die aktuellen Empfehlungen der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) aufgenommen.
Die Studienautoren Prof. Dr. Stefan Vordenbäumen und Dr. Türker Kurt betonen: Digitale Anwendungen können die Krankheitsbewältigung fördern. Sie ersetzen aber nicht die persönliche medizinische Betreuung. Die EULAR-Anerkennung unterstreicht den wachsenden Stellenwert digitaler Gesundheitsanwendungen in der internationalen Rheumatologie.
Herz-Kreislauf-Risiko: Neue Leitlinie für Rheuma-Patienten
Ein zweiter Schwerpunkt betrifft die Behandlung von Begleiterkrankungen. Die neue S3-Leitlinie „Management kardiovaskulärer Komorbiditäten entzündlich-rheumatischer Erkrankungen“ (AWMF 060-010) gibt Medizinern aktualisierte Handlungsempfehlungen an die Hand.
Koordinator Prof. Jan Leipe vom UKSH Kiel warnt: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rheumapatienten ist vergleichbar mit dem von Diabetes-Patienten. Die Leitlinie fordert eine konsequente Kontrolle der Entzündungsprozesse. Auch die kardiovaskuläre Sicherheit bei der Therapiewahl steht im Fokus. Beteiligt waren unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und die Deutsche Rheuma-Liga.
Die TREAT EARLIER-Studie zeigt: Eine frühzeitige Methotrexat-Gabe kann das Risiko für eine manifeste rheumatoide Arthritis um 23 Prozent senken. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie erste Symptome erkennen und welche Therapieoptionen infrage kommen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Frühintervention: Methotrexat verhindert RA-Ausbruch
Forscher aus den Niederlanden liefern vielversprechende Ergebnisse zur Früherkennung. Die TREAT EARLIER-Studie des LUMC und des Erasmus MC untersuchte den Effekt einer kurzen Methotrexat-Behandlung in der Phase der ersten klinisch verdächtigen Arthralgie (CSA).
Die im Lancet Rheumatology veröffentlichten Ergebnisse sind eindeutig: Bei ACPA-negativen Patienten entwickelten nur 9 Prozent der Behandlungsgruppe eine manifeste RA – gegenüber 32 Prozent in der Placebo-Gruppe. Bei ACPA-positiven Patienten zeigte sich kein vergleichbarer Langzeiteffekt.
Neue Hoffnung bei Lungenfibrose
Parallel dazu erforschen deutsche Rheumatologen neue Wege gegen die Lungenfibrose – eine gefürchtete Komplikation rheumatischer Erkrankungen. Erste Ergebnisse deuten auf ein Potenzial der Reaktivierung natürlicher Killerzellen hin. Sie könnten Vernarbungsprozesse in der Lunge bremsen oder sogar teilweise rückgängig machen.
Bei ersten Gelenkbeschwerden zählt jeder Tag. Die niederländische Studie belegt: Wer früh handelt, kann den Ausbruch von RA oft verhindern. Unser Report fasst die wichtigsten Erkenntnisse und praktischen Schritte für Sie zusammen. Frühinterventions-Report jetzt sichern
Patienten im Fokus: Aufklärung und Selbstbestimmung
Neben der klinischen Forschung bleibt die Patientenaufklärung zentral. Anfang Juli informierten Fachleute wie Chefärztin Dr. Stefanie Freudenberg und Elisabeth Stegemann-Nicola von der Deutschen Rheuma-Liga NRW in Meerbusch-Lank über Strategien zur aktiven Alltagsbewältigung. Ziel: Patienten befähigen, trotz chronischer Entzündungen ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
