Rheuma-Therapie: CAR-T-Zellen senken KrankheitsaktivitÀt um 49%
05.06.2026 - 07:31:54 | boerse-global.de
Neue Daten aus klinischen Studien, prÀsentiert auf dem EULAR-Kongress 2026 in London, zeigen vielversprechende Fortschritte bei der Behandlung chronischer Gelenkerkrankungen. Im Mittelpunkt stehen Immuntherapien, StoffwechselprÀparate und minimalinvasive Verfahren.
CAR-T-Zellen: Hoffnung fĂŒr Rheuma-Patienten
Erstmals ĂŒbertragen Forscher den CAR-T-Zell-Ansatz aus der Krebstherapie auf Autoimmunerkrankungen. Die Phase-1-COMPARE-Studie untersuchte Mivocabtagene Autoleucel (Miv-cel) bei sechs Patienten mit schwerer, therapierefraktĂ€rer rheumatoider Arthritis (RA). Das Ergebnis: Die KrankheitsaktivitĂ€t sank um durchschnittlich 49 Prozent.
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Die Therapie entleerte die B-Zellen und reduzierte Autoantikörper um mehr als 90 Prozent. Die HĂ€lfte der Patienten erreichte eine anhaltende Remission ĂŒber 24 bis 36 Wochen â ohne weitere Immunsuppression. Schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen blieben aus.
Ăhnliche AnsĂ€tze mit Dual-Target-CAR-T-Zellen (CD19/BCMA) testeten Ărzte bei Sklerodermie-Patienten. Die meisten Probanden zeigten eine niedrige KrankheitsaktivitĂ€t und eine stabilisierte Lungenfunktion.
GLP-1: Schutz vor Knie-OP?
Können Abnehmspritzen auch Gelenke retten? Eine groĂe retrospektive Studie mit TriNetX-Daten (2010 bis 2024) untersuchte den Zusammenhang zwischen GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid und Kniegelenkersatz.
Die Analyse zeigt: Nach einjĂ€hriger Behandlung sank das Risiko fĂŒr eine Knie-OP nach drei Jahren um 1,4 Prozentpunkte. Bei dreijĂ€hriger Therapie waren es nach acht Jahren rund 5 Prozentpunkte. Die Autoren betonen: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, keinen kausalen Beweis.
Das französische Unternehmen 4Moving Biotech geht einen Schritt weiter. Seit Sommer 2025 testet es in einer Phase-2a-Studie ein GLP-1-Analogon, das direkt ins Kniegelenk injiziert wird. Ziel: EntzĂŒndungen hemmen und Knorpelregeneration fördern.
Neue Wirkstoffe und Verfahren
Der NT-3-Inhibitor LEVI-04 zeigt in einer Phase-2-Studie mit ĂŒber 500 Kniearthrose-Patienten Wirkung: Eine dosisabhĂ€ngige Reduktion von KnochenmarklĂ€sionen im MRT. Schmerz und Funktion verbesserten sich vergleichbar mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs).
FĂŒr die axiale Spondyloarthritis liegen Ergebnisse der Phase-3-Studie Olinguito vor. Der JAK1-Inhibitor Filgotinib fĂŒhrte bei signifikant mehr Patienten zu einer Verbesserung (ASAS40) als Placebo. Die Effekte hielten bis Woche 52 an, bei geringer Progression struktureller SchĂ€den.
Auch minimalinvasive Eingriffe gewinnen an Bedeutung: Die transarterielle periartikulĂ€re Embolisation (TAPE) senkte bei Kniearthrose den Schmerzscore ĂŒber 24 Monate. Nach drei Jahren lag die Erfolgsrate bei ĂŒber 86 Prozent. Nebenwirkungen wie HĂ€matome oder vorĂŒbergehende Ădeme traten in begrenztem Umfang auf.
Stammzellen und Immunmodulation
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Das Unternehmen MEDIPOST erhielt die Genehmigung fĂŒr eine Phase-3-Studie in den USA. Seine Stammzelltherapie CARTISTEM gegen Kniearthrose basiert auf Daten aus SĂŒdkorea und Japan sowie Real-World-Evidence von rund 550 Patienten.
Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) zeigte die Phase-3-Studie PHOENYCS GO: Die Kombination von Dapirolizumab Pegol mit Standardtherapie fĂŒhrte zu anhaltender Krankheitskontrolle. Die benötigten Glukokortikoid-Dosen lieĂen sich bis Woche 48 reduzieren.
Bei Myositis und Sjögren-Syndrom deuten Langzeitdaten zu Efgartigimod auf eine stabile Krankheitskontrolle hin. Weitere Phase-3-Ergebnisse fĂŒr Myositis werden fĂŒr das dritte Quartal 2026 erwartet.
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