Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Therapie führt 3 Patienten in Remission
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Forschung im Bereich der Autoimmunerkrankungen verzeichnet signifikante Fortschritte beim Einsatz von CAR-T-Zellen außerhalb der Onkologie. Aktuelle Ergebnisse einer klinischen Phase-1-Studie der Charité Berlin geben detaillierte Einblicke in die Wirksamkeit und Sicherheit des therapeutischen Ansatzes bei rheumatoider Arthritis.
Während wissenschaftliche Daten vielversprechende Remissionsraten zeigen, verdeutlichen zeitgleiche Entwicklungen bei großen Pharmaunternehmen die Komplexität und die Risiken dieser neuartigen Behandlungsform.
Ergebnisse der Berliner COMPARE-Studie zur rheumatoiden Arthritis
In der weltweit ersten klinischen Phase-1-Studie dieser Art, die unter dem Namen COMPARE geführt wird, untersuchten Mediziner der Charité Berlin den Einsatz der CAR-T-Zelltherapie Mivocabtagen-Autoleucel (miv-cel).
Wie aus Berichten vom 2. September 2026 hervorgeht, nahmen sechs Patienten mit schwerer, therapieresistenter rheumatoider Arthritis an der Untersuchung teil. Bei allen Probanden konnte eine deutliche Reduktion der Krankheitsaktivität festgestellt werden.
Besonders hervorzuheben ist laut den in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichten Daten (DOI: 10.1038/s41591-026-04603-3), dass drei der Patienten über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr eine Remission ohne die Gabe weiterer Medikamente erreichten. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Therapie eine tiefgreifende Wirkung auf das Immunsystem ausübt.
Wer sich mit der Behandlung von Gelenkbeschwerden befasst, kann Entzündungsprozesse im Körper auch über die tägliche Nahrung positiv beeinflussen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit zwölf natürlichen Lebensmitteln Schmerzen und Erschöpfung lindern können. Die 12 stärksten Entzündungs-Killer jetzt entdecken
Mechanismen der B-Zell-Depletion und Sicherheitsprofil
Die Analyse der biologischen Prozesse im Rahmen der COMPARE-Studie verdeutlicht die Wirkungsweise von miv-cel. Die Therapie führte zu einer deutlichen Depletion der B-Zellen, die nicht nur im Blutkreislauf, sondern auch in tieferen Gewebereservoirs wie dem Knochenmark und den Lymphknoten nachgewiesen wurde.
In der Folge sanken die Autoantikörperkonzentrationen stark ab. Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung war die Beobachtung, dass sich das B-Zell-System der Patienten im Anschluss mit naiven Zellen regenerierte.
Hinsichtlich der Sicherheit der Anwendung berichteten die Forscher von einem moderaten Risikoprofil. Es traten lediglich leichte bis mäßige Fälle des Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS) auf.
Schwere neurologische Komplikationen oder sonstige schwerwiegende Ereignisse wurden bei den sechs behandelten Patienten nicht registriert. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist bereits eine zweite Studienphase geplant, in die insgesamt 10 Patienten eingeschlossen werden sollen.
Chronische Gelenkschmerzen und ständige Müdigkeit sind oft Anzeichen für stille Entzündungen im Organismus. Ein kostenloser Kompakt-Guide bietet einen Selbsttest sowie neun goldene Ernährungsregeln, um Beschwerden ganz ohne teure Spezialprodukte entgegenzuwirken. Kostenlosen Ernährungs-Ratgeber hier anfordern
Branchenweite Rückschläge und unterschiedliche Produktionsansätze
Trotz der positiven Signale aus Berlin steht die CAR-T-Zelltherapie im Bereich der Autoimmunerkrankungen vor regulatorischen und sicherheitstechnischen Hürden.
Wie Ende August 2026 bekannt wurde, stoppte das Pharmaunternehmen Novartis acht laufende Studien mit der CAR-T-Zelltherapie rap-cel, die bei neurologischen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden sollte. Hintergrund dieser Entscheidung waren drei Todesfälle infolge schwerer Immunreaktionen (IEC-HS). Eine umfassende Überprüfung dieser Vorfälle wurde eingeleitet.
Infolge dieser Ereignisse pausierte auch Bristol-Myers Squibb Anfang September 2026 sein CAR-T-Zell-Programm zola-cel bei Autoimmunerkrankungen als vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme. Analysten diskutieren derzeit über die möglichen Ursachen für die Komplikationen bei Novartis.
Eine Vermutung liege in der besonders schnellen Produktion der Zellen. Andere Marktteilnehmer wie Kyverna und Cabaletta wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie unterschiedliche Herstellungsprozesse verwenden, um die Sicherheit und Stabilität ihrer jeweiligen Zellprodukte zu gewährleisten.
