Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: Herz-Kreislauf-Risiko steigt um 55 Prozent

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue medizinische Leitlinien, Spargesetze und Digitalisierungsprojekte verändern die Behandlung chronisch Kranker in Deutschland grundlegend.

Chronikerversorgung im Wandel: Neue Leitlinien, Gesetze und digitale Angebote
Modernes Behandlungszimmer mit medizinischen Geräten und einem Tablet für klinische Daten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Leitlinien-Updates, neue Gesetze und digitale Angebote: Die Versorgung chronisch kranker Menschen in Deutschland steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

Neue Leitlinien: Digitale Therapien und erweiterte Palliativversorgung

Die aktualisierte S3-Leitlinie zur Schizophrenie empfiehlt erstmals digitale Therapieverfahren. Dazu zählen transkranielle Magnetstimulation (rTMS) sowie der Einsatz digitaler Avatare bei anhaltenden akustischen Halluzinationen. In Deutschland sind diese Verfahren derzeit allerdings primär im Rahmen klinischer Studien verfügbar.

Auch die S3-Leitlinie Palliativmedizin wurde grundlegend überarbeitet. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) flossen neue Kapitel zu Spiritualität und Angehörigenbetreuung ein. Zudem definierten Fachgesellschaften die Behandlung kardiovaskulärer Risiken bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen neu – mit deutlichen Warnungen: Bei rheumatoider Arthritis steigt das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse um 55 Prozent, bei systemischem Lupus erythematodes sogar auf das Doppelte des Durchschnitts.

Die S1-Leitlinie zur UV-Therapie wurde ebenfalls angepasst. Sie konkretisiert den Einsatz bei kutanen T-Zell-Lymphomen und mahnt zur Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter Immunsuppressiva.

Honorarkürzungen und neue Gesetze: Das ändert sich finanziell

Zwei neue Gesetze setzen die Leitplanken: das GKV-Spargesetz vom 10. Juli und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026. Der GKV-Spitzenverband rechnet für die kommenden zwei Jahre mit stabilen Beiträgen – doch in der ambulanten Versorgung sorgt die Honorarpolitik für Spannungen.

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Bei rheumatoider Arthritis ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse um 55 Prozent erhöht – das zeigt die neue S3-Leitlinie. Doch Sie müssen nicht tatenlos zusehen. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie aktiv gegensteuern können – mit einer klaren Checkliste und praktischen Tipps. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Seit dem 1. April gelten für Psychotherapeuten 4,5 Prozent weniger Honorar. Berufsverbände schlagen Alarm: Laut Umfragen erwägt etwa jede dritte Praxis, den Standort aufzugeben. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz liegt derzeit bei 142 Tagen.

Ab Januar 2027 treten neue Krankengeld-Regelungen in Kraft. Krankenkassen dürfen dann aktiv auf Versicherte zugehen, zudem wird die Entgelthöhe nach Ende eines Beschäftigungsverhältnisses neu geregelt. Ein Modell der Teilarbeitsunfähigkeit mit abgestuftem Teilkrankengeld folgt 2028.

Ambulantisierung und Digitalisierung: Die Zukunft der Versorgung

Die Verlagerung von Klinikleistungen in den ambulanten Bereich gewinnt weiter an Fahrt. Klinikbetreiber Sana plant, bis 2030 rund zwei Millionen Fälle bundesweit ambulant zu behandeln – mit standardisierten Prozessen und spezialisierten Teams.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) setzt auf ein dreistufiges ambulantes Modell für Long-COVID-, ME/CFS- und Post-Vakzin-Patienten. Die Bürgerschaft entscheidet voraussichtlich Anfang September. Bundesweit sind rund 1,5 Millionen Menschen von Long-COVID betroffen.

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Auch die Digitalisierung schreitet voran: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung setzt bei der elektronischen Überweisung auf einen Versorgungsfachdienst in der Telematikinfrastruktur – die ePA hält sie dafür für ungeeignet. Der aktualisierte Entwurf der neuen Gebührenordnung GOÄneu soll bürokratische Hürden abbauen. In Österreich wird die elektronische Zuweisung eKOS ab Oktober 2027 für Vertragsärzte verpflichtend.

Der Qualitätsausschuss Pflege nutzt seit zehn Jahren ein indikatorengestütztes System zur Messung der Ergebnisqualität – für aktuell rund 5,8 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland.

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