Astronauten verlassen Raumstation ISS zeitweise wegen Lecks
05.06.2026 - 17:36:12 | dpa.de
Wegen Lecks an einem Modul haben fĂŒnf Raumfahrer vorĂŒbergehend die Internationale Raumstation (ISS) verlassen mĂŒssen. Alle vier Mitglieder der SpaceX-Crew 12, die im Februar auf der ISS angekommen war, und der US-Astronaut Chris Williams wurden nach Angaben einer Sprecherin der US-Raumfahrbehörde Nasa angewiesen, sich als VorsichtsmaĂnahme fĂŒr die Zeit der Reparaturarbeiten in das Dragon-Raumschiff zu begeben.
Die Lecks seien an einem Transfertunnel am Swesda-Modul gefunden worden. «Die Risse waren schon immer ein Problem, das die Nasa sehr genau beobachtet», schrieb Stevens. Wegen neuer Risse habe die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos beschlossen, «umfangreichere Reparaturen» vorzunehmen.Â
Wenig spĂ€ter hieĂ es in einem weiteren Post der Nasa-Sprecherin allerdings, Roskosmos habe die Reparaturen pausiert, es wĂŒrden weitere Messungen erfolgen und Daten gesammelt. Die Raumfahrer seien daher angewiesen worden, auf die Raumstation zurĂŒckzukehren.Â
In einer Mitteilung von Roskosmos hieĂ es: «Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefĂ€hrdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten.» Die Kosmonauten hĂ€tten zwei potenzielle Lecks gefunden. Eine Stelle sei umgehend durch das Auftragen mit einer ersten Schicht einer Dichtungsmasse abgedichtet worden. Derzeit liefen Vorbereitungsarbeiten fĂŒr die Abdichtung der zweiten Stelle.
Laut dem Betreiber SpaceX passen bis zu sieben Personen in das «Dragon»-Raumschiff. An Bord der Internationalen Raumstation (ISS) leben und forschen seit rund 25 Jahren kontinuierlich Raumfahrer und Raumfahrerinnen. Die Besatzungen der ISS hatten schon mehrfach mit Lecks zu kĂ€mpfen - auch am Swesda-Modul. Zudem wurde die Raumstation bereits mehrfach wegen möglicher Kollisionen mit Weltraumschrott gerĂ€umt.Â
Kooperation im All trotz Spannungen
Bei der Internationalen Raumstation arbeiten Russland, die USA, Kanada, Japan und die EuropĂ€ische Raumfahrtagentur ESA zusammen. Das wissenschaftliche GroĂprojekt lĂ€uft trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine weiter. Die Station fliegt im All in etwa 400 Kilometern Höhe um die Erde.
Seit rund einem Vierteljahrhundert gibt es unter anderem mit der ISS eine etablierte und funktionierende Dauer-Zusammenarbeit zwischen der Nasa und dem russischen GegenstĂŒck Roskosmos. Trotz der schweren Spannungen zwischen den USA und Russland, insbesondere seit des Ukraine-Krieges, lĂ€uft die Kooperation im All jedoch weiter.
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