Robinhood-CEO gehackt: 1,2 Millionen Euro Memecoin-Betrug auf X
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 22:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle kapern verifizierte Konten und tÀuschen Nutzer mit tÀuschend echten Sicherheitswarnungen. Besonders betroffen: die Finanzbranche.
Cybersicherheitsforscher und die Plattform X haben in den vergangenen Tagen vor einer massiven Zunahme professioneller Phishing-Angriffe gewarnt. Die TĂ€ter nutzen nahezu perfekte Kopien offizieller Sicherheitsmails und gekaperte Vorstandskonten, um an Zugangsdaten zu gelangen und betrĂŒgerische KryptowĂ€hrungen zu bewerben.
Perfekte FĂ€lschungen im Postfach
Die aktuelle Angriffswelle setzt auf eine besonders perfide Masche: Die Betrugsmails sind kaum von echten X-Benachrichtigungen zu unterscheiden. Sie warnen vor einer angeblichen Anmeldung von einem neuen GerĂ€t und fordern die EmpfĂ€nger auf, ihre Konten zu schĂŒtzen.
Darren Guccione, Chef des Sicherheitsunternehmens Keeper Security, beschreibt die Mails als âexakte Nachbildungen" der offiziellen X-Kommunikation. âFormatierung, Farben und Branding stimmen pixelgenau ĂŒberein", so Guccione. Sicherheitsforscher von ESET und anderen Firmen enttarnten die Absenderadresse âtransact@mailer.incentive.finance" als zentralen Dreh- und Angelpunkt der Kampagne â eine Adresse, die nichts mit den offiziellen X-Domains zu tun hat.
Die eingebetteten Links fĂŒhren zu gefĂ€lschten Seiten, die Passwörter abgreifen oder schĂ€dliche Apps autorisieren. X selbst betont, dass offizielle Benachrichtigungen ausschlieĂlich von eigenen Domains stammen und das Unternehmen niemals Passwörter per E-Mail anfordert. Experten raten: Niemals auf Links in solchen Mails klicken, sondern die Plattform direkt ĂŒber die offizielle App oder Webseite aufrufen.
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Robinhood-Chef gehackt â Millionen-Schaden durch Fake-Memecoin
Besonders spektakulĂ€r: der Hack des X-Kontos von Robinhood-CEO Vlad Tenev am 23. und 24. Juli 2026. Die Angreifer nutzten Tenevs Profil mit rund 800.000 Followern, um einen betrĂŒgerischen Memecoin namens âVladhood" (VLAD) zu bewerben.
Der Fake-Coin wurde fĂ€lschlich als offizielles Maskottchen einer angeblichen âRobinhood Chain" ausgegeben. Die Marktkapitalisierung des Tokens schnellte auf vier bis zehn Millionen Euro in die Höhe â bevor die unautorisierten BeitrĂ€ge gelöscht wurden. Die Entwickler-Wallet hinter dem Betrug kassierte rund 690 Ether ab, umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro. Der Token-Wert brach daraufhin um ĂŒber 80 Prozent ein.
Robinhood bestĂ€tigte den unbefugten Zugriff und arbeitete mit X an der Lösung des Vorfalls. Branchenbeobachter sehen ein bekanntes Muster: VertrauenswĂŒrdige, prominente Konten werden gekapert, um blitzschnell Investitionen in betrĂŒgerische Projekte zu lenken.
Neue Betrugswelle auch ĂŒber Direktnachrichten
Doch nicht nur E-Mails und CEO-Konten sind betroffen. X Corp. Japan warnte am 24. Juli 2026 vor einer weiteren Masche: BetrĂŒger verschicken Direktnachrichten, die angeblich vom offiziellen Support stammen. Sie nutzen dafĂŒr zuvor gehackte Accounts und behaupten, es liege eine âversehentliche Meldung" oder âunbefugte Nutzung" des Profils vor.
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Die Opfer werden auf externe Plattformen wie Discord gelockt, wo sie unter Druck gesetzt werden, ihre Zugangsdaten preiszugeben. X Corp. Japan stellt klar: Offizielle Support-Nachrichten kommen ausschlieĂlich ĂŒber die App oder registrierte E-Mail-Adressen. Externe Kommunikationsdienste nutzt das Unternehmen nicht.
Forscher von CTM360 haben zudem einen trend zu Echtzeit-KontoĂŒbernahmen identifiziert. Hier setzen Kriminelle auf gesponserte Anzeigen und gefĂ€lschte Portale, um Einmal-Passwörter abzufangen. Diese Taktiken wurden bereits in mehreren Regionen beobachtet, darunter Europa und die USA. Die Kombination aus hochwertigen Phishing-Vorlagen und gekaperten Vorstandskonten macht die aktuelle Bedrohungslage fĂŒr X-Nutzer besonders gefĂ€hrlich.
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