Robocalls-Flut: 4,1 Milliarden Anrufe im Mai – Apple und WhatsApp reagieren
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 13:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
KI-generierte Stimmen und ausgeklügelte Betrugsmaschen setzen Verbraucher weltweit unter Druck. Die Tech-Giganten reagieren mit neuen Sicherheitsfeatures.
Die Bedrohungslage ist ernst: Immer mehr Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz, um Stimmen zu klonen oder sich als Bankmitarbeiter auszugeben. Allein im Mai 2026 wurden Nutzer weltweit mit schätzungsweise 4,1 Milliarden Robocalls konfrontiert. WhatsApp und Apple haben nun Updates veröffentlicht, die helfen sollen, unerwünschte Kontakte zu blockieren und persönliche Daten zu schützen.
WhatsApp: Stille Post für unbekannte Anrufer
Der Messaging-Dienst hat eine Funktion in den Fokus gerückt, die Anrufe von unbekannten Nummern automatisch stumm schaltet. Die Einstellung ist sowohl auf Android- als auch auf iPhone-Geräten verfügbar. Anrufe von nicht gespeicherten Kontakten werden zwar in der Anrufliste vermerkt, das Telefon klingelt jedoch nicht.
Seit Mitte Juli 2026 führt WhatsApp zudem schrittweise eine Benutzernamen-Funktion ein. Nutzer können einen individuellen Handle zwischen 3 und 35 Zeichen wählen, um Kontakt aufzunehmen, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben. Der weltweite Rollout soll bis September 2026 abgeschlossen sein. Allerdings gibt es Bedenken: In Indien prüfen Aufsichtsbehörden die Funktion wegen möglicher Identitätstäuschung. Das Land verzeichnete 2025 Verluste von umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro durch Cyberbetrug.
Für iPhone-Nutzer mit der Version 26.27.74 gibt es zudem neue Mikrofonmodi während Telefonaten. „Voice Isolation“ und „Wide Spectrum“ sollen die Sprachqualität verbessern und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen.
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Apple schließt Sicherheitslücken nach FaceTime-Betrug
Apple warnt vor einer speziellen Betrugsmasche über FaceTime. Kriminelle geben sich als Bankmitarbeiter aus und überreden ihre Opfer, während des Anrufs den Bildschirm zu teilen. So können sie Passwörter und Einmalcodes in Echtzeit mitlesen. 2025 verloren US-Bürger umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro durch solche Identitätstäuschungen.
Als Reaktion hat Apple iOS 26.5.2 sowie Updates für iPad und Mac veröffentlicht. Die Aktualisierungen wurden mithilfe von KI-Modellen entwickelt, um Schwachstellen schneller zu identifizieren und zu schließen. Die Beta-Version iOS 26.6 bringt eine „Maps Blastdoor Kund“-Sandbox zum Schutz vor schädlichen Daten und erhöht die Kapazität für blockierte Kontakte auf 20.000 Einträge.
Im Juli 2026 wurde zudem die öffentliche Beta von iOS 27 freigegeben. Das kommende Betriebssystem soll einen überarbeiteten Siri mit leistungsstärkeren KI-Modellen enthalten, der sicherere und intelligentere Interaktionen ermöglicht.
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Weltweit steigende Verluste durch Telefonbetrug
Die Zahlen sind alarmierend:
- Hongkong: Die Polizei nahm im Juli 2026 bei einer Razzia 61 Verdächtige fest. Zwischen Januar und Mai 2026 registrierte die Region 3.766 Fälle von Telefonbetrug – ein Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die finanziellen Schäden beliefen sich auf umgerechnet rund 85 Millionen Euro.
- Großbritannien: Betrugsmaschen wie die „Hallo Mama“-SMS, bei der sich Täter als Familienmitglied ausgeben, verursachten 2025 Schäden von umgerechnet rund 115 Millionen Euro. Netzbetreiber haben seit 2022 Milliarden dieser Nachrichten blockiert.
- Indien: Die Aufsichtsbehörden warnen vor dem „Boss-Betrug“, bei dem KI-Stimmenklone eingesetzt werden, um sich als Führungskräfte auszugeben. Telekommunikationsanbieter melden täglich zwischen 260 und 270 Millionen verdächtige Anrufe.
Sicherheitsexperten raten: Geben Sie niemals Bildschirmzugriff oder Passwörter an unbekannte Anrufer weiter – selbst wenn diese vorgeben, von einer offiziellen Stelle zu sein. Banken werden niemals Einmalcodes oder Bildschirmfreigaben über Drittanbieter-Video-Apps verlangen.
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