RobOdin-Projekt, Roboter

RobOdin-Projekt: EU fördert humanoide Roboter mit 2,37 Millionen Euro

27.05.2026 - 22:30:47 | boerse-global.de

EU fördert deutsch-dänisches RobOdin-Projekt mit 2,37 Mio. Euro für KI-gesteuerte Helfer in Pharma, Montage und Gefahrenzonen.

RobOdin-Projekt: EU fördert humanoide Roboter mit 2,37 Millionen Euro - Foto: über boerse-global.de
RobOdin-Projekt: EU fördert humanoide Roboter mit 2,37 Millionen Euro - Foto: über boerse-global.de

Ein neues Forschungsprojekt will humanoide Roboter aus dem Labor in die Praxis bringen – von der Pharma-Produktion bis zum Gefahrstoff-Einsatz. Am heutigen Mittwoch gab ein deutsch-dänisches Konsortium den Start des RobOdin-Projekts bekannt, das von der University of Southern Denmark (SDU) geleitet wird. Ziel ist die Entwicklung von Assistenzsystemen, die in komplexen Umgebungen navigieren können. Die Europäische Union fördert die Initiative über das Interreg-6A-Programm mit rund 2,37 Millionen Euro.

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Smarte Helfer für Industrie und Rettungsdienste

Das Projekt läuft von Oktober 2025 bis September 2028. Im Zentrum steht ein KI-Entscheidungsframework, das vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Lübeck entwickelt wird. Große Sprachmodelle (LLMs) sollen den Robotern das situative Bewusstsein geben, das für soziale und industrielle Interaktionen nötig ist. Die Systeme sollen komplexe Anweisungen verstehen und in Echtzeit auf wechselnde Umgebungen reagieren können.

Der Verbund vereint Hochschulen und Industrie: Neben der SDU und dem DFKI sind die Universität zu Lübeck, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Hochschule Flensburg beteiligt. Auf der Industrieseite stehen der Technologiekonzern HARTING und der Pharmariese Novo Nordisk. Die Diakonie und regionale Feuerwehren vertreten die sozialen und sicherheitsrelevanten Anwendungsfelder.

Vom Labor bis zur Gefahrenzone

Die praktische Erprobung erfolgt in mehreren Szenarien. In Pharma-Laboren sollen die Roboter repetitive Aufgaben übernehmen. Bei HARTING wird die Integration in Montagelinien getestet, wo Humanoiden künftig Logistik und Bauteilhandhabung übernehmen könnten.

Besonders brisant: der Feuerwehr-Einsatz. Die Roboter sollen in unberechenbaren Umgebungen mit gefährlichen Stoffen arbeiten – und so die Sicherheit von Ersthelfern erhöhen. „Unser Ziel ist nicht nur Hardware, sondern eine nahtlose Integration sozial intelligenter KI, die ohne Spezialwissen bedienbar ist", heißt es in der Projektdokumentation.

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Wettlauf um Standards und Infrastruktur

Während RobOdin auf europäische Zusammenarbeit setzt, schreitet die Entwicklung weltweit rasant voran. In Shanghai entsteht bis Juli 2026 eine 5.000 Quadratmeter große Trainingsanlage für humanoide Roboter. Auch in Deutschland investiert man: Am Münchner Flughafen bauen die TU München und NEURA Robotics das TUM RoboGym – eine 2.322 Quadratmeter große Einrichtung für Robotik-Training.

Die wirtschaftlichen Hürden sinken. Zwischen 2023 und 2025 hat sich das Wagniskapital für Robotik auf rund 40 Milliarden Euro verdreifacht. Gleichzeitig werden die Plattformen günstiger: Hugging Face veröffentlichte Baupläne für 3D-druckbare Roboterbeine für umgerechnet rund 2.300 Euro. Zum Vergleich: Kommerzielle Humanoiden kosten derzeit zwischen 28.000 und 140.000 Euro.

Ausblick: Der Mensch im Mittelpunkt

RobOdin will eine Blaupause für die Integration humanoider Systeme in europäische Arbeitsumgebungen liefern. Der Erfolg wird sich daran messen lassen, ob die Roboter in unvorhersehbaren Alltagssituationen funktionieren – ob als Laborassistent bei Novo Nordisk oder als Helfer im Gefahrstoff-Einsatz. Die nächsten drei Jahre werden zeigen, ob die LLM-basierten Steuerungen die Zuverlässigkeit bieten, die für eine breite industrielle Nutzung nötig ist.

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