Robotaxi-Boom: VW, Tesla und Waymo starten Massenpilots
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 05:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die globale Konkurrenz um fahrerlose Ride-Pooling-Dienste verschĂ€rft sich: VW-Tochter Moia startete diese Woche den ersten Passagier-Pilotbetrieb in Hamburg, wĂ€hrend Tesla sein Servicegebiet in den USA massiv ausdehnt. Beide Entwicklungen zeigen: Die groĂen Autobauer drĂ€ngen von der Testphase in die kommerzielle urbane MobilitĂ€t.
VW bringt autonomen ID. Buzz nach Hamburg
Am Donnerstag, 16. Juli 2026, hat Moia offiziell einen autonomen Ride-Pooling-Dienst in Hamburg gestartet. Der Pilot setzt zunĂ€chst auf eine Flotte von bis zu zehn vollelektrischen VW ID. Buzz, die mit SAE-Level-4-Technologie von Mobileye ausgestattet sind. Ein Sensorpaket aus 13 Kameras, neun LiDAR-Einheiten und fĂŒnf Radarsensoren ermöglicht das autonome Fahren. Sicherheitsmonitore sind an Bord, um das System zu ĂŒberwachen.
Der Service ist vorerst kostenlos und kann ĂŒber die Moia-App gebucht werden. Das aktuelle Einsatzgebiet umfasst rund zehn Quadratkilometer in den Stadtteilen Winterhude, Barmbek und Wandsbek. Geplant ist eine Ausweitung auf etwa 36 Quadratkilometer. Das Projekt ist Teil des ALIKE-Forschungsvorhabens, das mit rund 26 Millionen Euro vom Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Klimaschutz bis Mitte 2027 gefördert wird.
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Volkswagen hat ehrgeizige PlĂ€ne: Bereits 2027 will das Unternehmen die europĂ€ische Zulassung fĂŒr vollstĂ€ndig fahrerlosen Betrieb beantragen. International bereitet Moia den US-MARKt vor â mit Starts in Orlando und Los Angeles noch Ende 2026. In Orlando arbeitet VW mit dem MobilitĂ€tsanbieter Beep zusammen, langfristig sollen dort bis zu 5.000 Fahrzeuge eingesetzt werden. In Los Angeles lĂ€uft der Dienst ĂŒber die Uber-Plattform.
Tesla und Waymo bauen US-GeschÀft aus
Auch Tesla legte am 16. Juli 2026 nach: Der Elektroauto-Pionier startete seinen Robotaxi-Dienst in Miami, Florida, und erweiterte die Servicegebiete in Dallas und Houston, Texas. In Texas sind nun unter anderem Northwest Houston mit Jersey Village und Willowbrook sowie Zentral- und Nord-Dallas abgedeckt. Damit ist Teslas autonomer Dienst in fĂŒnf MĂ€rkten in zwei Bundesstaaten verfĂŒgbar.
Branchenprimus Waymo bleibt jedoch mit elf MĂ€rkten in fĂŒnf US-Bundesstaaten breiter aufgestellt. Ein Meilenstein gelang dem Google-Schwesterunternehmen Anfang Juli: Seit dem 8. Juli 2026 bietet Waymo vollstĂ€ndig fahrerlose Fahrten in Las Vegas an. In San Diego startete der Dienst mit rund zwölf Fahrzeugen fĂŒr Mitarbeiter â die öffentliche Zulassung steht noch aus.
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Waymo vermittelt inzwischen rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in US-GroĂstĂ€dten. Die Sicherheitsbilanz kann sich sehen lassen: Laut Unternehmensangaben waren die autonomen Systeme bei ĂŒber 355 Millionen gefahrenen Kilometern in 94 Prozent weniger schwere UnfĂ€lle verwickelt als menschliche Fahrer.
Neue Allianzen und Markteintritte
Die autonome Transportlandschaft wird sich weiter diversifizieren. Uber hat Partnerschaften mit Lucid und Nuro geschlossen, um Robotaxis in seine Plattform zu integrieren. Im Rahmen einer 500-Millionen-Euro-Investitionsvereinbarung plant Uber, ĂŒber sechs Jahre bis zu 35.000 Lucid-Robotaxis einzusetzen. Erste öffentliche Fahrten sind fĂŒr die San Francisco Bay Area noch 2026 vorgesehen, Houston soll 2027 folgen.
WĂ€hrend regionale Behörden â etwa der Verkehrsverbund von San Diego â Widerstand gegen die schnelle Expansion ankĂŒndigen, beobachtet die US-Bundesverkehrssicherheitsbehörde NHTSA die Entwicklung genau. Sie warnte zuletzt vor möglichen Behinderungen von RettungskrĂ€ften durch autonome Fahrzeuge, prĂŒft aber gleichzeitig AntrĂ€ge auf den Verzicht von LenkrĂ€dern und Pedalen in speziell gebauten Robotaxis.
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