Robotaxi, München

Robotaxi München: Uber startet Level-4-Pilotprojekt noch 2026

01.06.2026 - 12:50:05 | boerse-global.de

Uber und Autobrains bringen ab 2026 autonome Taxis der Stufe 4 nach München. Die Flotte nutzt eine kostengünstige Kamera-KI und soll bis 2028 europaweit expandieren.

Robotaxi München: Uber startet Level-4-Pilotprojekt noch 2026 - Bild: über boerse-global.de
Robotaxi München: Uber startet Level-4-Pilotprojekt noch 2026 - Bild: über boerse-global.de

Noch 2026 starten in München die ersten autonomen Taxis – ein Pilotprojekt mit Signalwirkung für ganz Europa.

Uber und das israelische Tech-Unternehmen Autobrains haben auf der GTC Taipei eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Ziel ist der Aufbau einer Robotaxi-Flotte der Stufe 4 in der bayerischen Landeshauptstadt. Unterstützt wird das Vorhaben von Nvidias DRIVE-Hyperion-Plattform. Bis Ende 2028 soll der Dienst auf 20 europäische Städte ausgeweitet werden.

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München als Testlabor für autonomes Fahren

Die Wahl fiel nicht zufällig auf München. Die Stadt bietet eine moderne Infrastruktur, liegt im Herzen der deutschen Automobilindustrie und verfügt über einen etablierten Rechtsrahmen für autonomes Fahren. Die Partner setzen auf einen herstellerunabhängigen Ansatz: Die Technologie soll in Serienfahrzeuge von Audi, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen integriert werden – ohne spezielle Sonderanfertigungen.

Das Projekt will beweisen, dass sich hochautonomes Fahren auch ohne teure Spezialfahrzeuge skalieren lässt. Ein erster Testwagen hat bereits die Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erhalten und ist auf Münchens Straßen unterwegs.

Agentic AI: Sechs Kameras statt Laserscanner

Das Herzstück des Münchner Pilotprojekts ist Autobrains' sogenannte „Agentic AI", die auf Nvidias DRIVE-Hyperion-Plattform läuft. Anders als viele Wettbewerber setzt das System auf eine schlanke Hardware-Ausstattung. Statt teurer Lidar- oder Radarsensoren kommen lediglich sechs Standardkameras zum Einsatz.

Spezialisierte KI-Agenten zerlegen den Fahrvorgang in einzelne Aufgaben und nutzen zusätzlich Luftbildaufnahmen zur Navigation. Dieser Ansatz soll die Technologie günstiger und damit massentauglicher machen. Wichtig: Der Dienst ist explizit als Robotaxi konzipiert, nicht als Ride-Pooling-Angebot.

Zeitplan: Vom Sicherheitsfahrer zur Vollautonomie

Der Rollout beginnt noch 2026 – vorausgesetzt, die lokalen Behörden erteilen die letzten Genehmigungen. In einer etwa sechsmonatigen Anfangsphase sitzt ein Sicherheitsfahrer am Steuer. Die KI soll während dieser Zeit mit den Passagieren kommunizieren und geplante Fahrmanöver ankündigen – ein Schritt, der Vertrauen schaffen soll.

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Läuft der Test nach Plan, soll im Frühsommer 2027 der Betrieb ohne menschliche Aufsicht starten. Das Einsatzgebiet umfasst dann rund 40 Prozent des Münchner Stadtgebiets. Erlaubte Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h.

Europäische Expansion und Milliardengeschäft

München ist nur der Anfang. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt peilt die Allianz eine schnelle Expansion in 20 europäische Städte bis Ende 2028 an. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst Anfang Juni startete ein weiteres Robotaxi-Projekt mit Uber-Unterstützung in Zagreb.

Der Markt für autonome Mobilität lockt gewaltige Investitionen. Autobrains hat bereits 140 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 130 Millionen Euro) von Investoren eingesammelt – darunter BMW, Toyota, Continental und Knorr-Bremse. Die Konkurrenz schläft nicht: Waymo und das britische Unternehmen Wayve werden mit Milliarden bewertet, und der chinesische Konzern Baidu bereitet offenbar den Eintritt in den europäischen Markt vor.

Nvidia kündigte auf der GTC Taipei an, sein DRIVE-Hyperion-Ökosystem global auszubauen. Neben München arbeitet das Unternehmen an ähnlichen Level-4-Projekten in Taiwan, Südostasien und Saudi-Arabien.

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