Robotaxis, Dubai

Robotaxis: Dubai startet kostenlosen Dienst mit 100 Fahrzeugen

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Dubai startet kostenlose Robotaxis, Finnland erlaubt fahrerlose Fahrten und Tesla verdoppelt FSD-Kilometer. Weltweit verschärfen Behörden die Sicherheitsauflagen.

Robotaxis in Dubai & Tesla-FSD: Globale AV-Branche im Aufwind
Ein elegantes, futuristisches selbstfahrendes Auto fährt in der Dämmerung durch eine Stadtstraße, digitale Linien symbolisieren Vernetzung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die autonome Fahrzeugbranche erlebt einen beispiellosen Expansionsschub – von kostenlosen Robotaxi-Diensten in Dubai bis zu neuen Betriebsgenehmigungen in Finnland. Gleichzeitig verschärfen Aufsichtsbehörden weltweit die Sicherheitskontrollen.

Dubai setzt auf kostenlose Robotaxis

Am heutigen Mittwoch startete die Straßen- und Verkehrsbehörde Dubais (RTA) einen kostenlosen autonomen Taxidienst in den Stadtteilen Umm Suqeim und Jumeirah. Eine Flotte von 100 Fahrzeugen der Anbieter Apollo Go und WeRide steht zur Verfügung. Die Buchung erfolgt über die Apollo-Go-App oder Uber für WeRide-Dienste. Der operative Betrieb wird von Tawasul Transport (WeRide) und der Dubai Taxi Company (Apollo Go) unterstützt.

Der Start folgt auf die erste kommerziale Phase Ende März 2026. Dubais ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 sollen 25 Prozent aller Fahrten autonom erfolgen.

Auch das benachbarte Abu Dhabi zog gestern nach: Die Behörden führten spezielle Kennzeichen für autonome Fahrzeuge ein. Die blauen Nummernschilder tragen die Aufschrift „Auto Drive" für kommerzielle Dienste und „Test" für Versuchsfahrzeuge. Abu Dhabi Mobility betont, dass die Kennzeichen an spezifische Betriebs- und Lizenzauflagen gekoppelt sind – ein Schritt zur besseren Sicherheitsüberwachung.

Finnland erteilt Genehmigung für fahrerloses Fahren

In Nordeuropa erhielt das Unternehmen Bliq.ai heute die Zulassung für fahrerlose Fahrten auf öffentlichen Straßen. In der Anfangsphase wird in Helsinki noch ein Sicherheitsfahrer mitfahren. Bliqs Technologie rüstet bestehende, softwaredefinierte Fahrzeuge mit Sensoren und Recheneinheiten für Level-2-Operationen mit Fernüberwachung nach.

Teslas FSD legt rasant zu – doch es gibt Kritik

Tesla hat einen Meilenstein erreicht: Das Full Self-Driving (FSD) Supervised-System hat in den Niederlanden, Estland, Belgien, Litauen und Dänemark die Marke von 50 Millionen gefahrenen Kilometern geknackt. Das entspricht einer Verdreifachung innerhalb von weniger als acht Wochen – Ende Mai lag die Marke noch bei 20 Millionen Kilometern.

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Doch das System steht in der Kritik. In Belgien warnten interne Dokumente des Mobilitätsministeriums vor Schwierigkeiten mit lokalen Fahrbahnmarkierungen und Verkehrsschildern – noch bevor die Zulassung in Flandern am 10. Juni 2026 erteilt wurde.

Deutsche Perspektive: Xpeng testet in Deutschland

Der chinesische Hersteller Xpeng hat kürzlich Tests seines VLA-2.0-Modells in Deutschland abgeschlossen. Das Unternehmen peilt die Markteinführung seiner erweiterten Fahrerassistenzsysteme in Europa bis 2027 an.

Auch die Industrie bereitet sich vor: Die belgische Group-GTS plant ab Herbst 2026 den Einsatz eines Level-4-Autonomen-Lkw für Container-Shuttles im Hafen von Antwerpen.

USA verschärfen Kontrollen nach Zwischenfällen

In den USA erhöhen Bundes- und Landesbehörden den Druck. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) erteilte gestern Waymo, Tesla und Zoox Verwarnungen. Grund: Zwischenfälle, bei denen autonome Fahrzeuge angeblich Einsatzkräfte behinderten. Dokumentierte Fälle umfassen blockierte Rettungsdienste in Austin und überquerte Feuerwehr-Absperrungen in San Antonio im Frühjahr.

Die Bundesstaaten reagieren mit neuen Gesetzen:

  • Kalifornien: Der Gesetzesentwurf SB 1246 zur Überwachung schwerer autonomer Fahrzeuge – inklusive Notfallprotokollen und manueller Übersteuerung – wurde am 1. Juli an den Haushaltsausschuss überwiesen. Grundlage sind neue DMV-Regularien vom April, die Tests von Fahrzeugen über 4,5 Tonnen erlauben.
  • New Jersey: Ein Gesetzesvorschlag (S1677) verlangt, dass autonome Fahrzeuge mindestens drei verschiedene Sensortechnologien zur Kollisionsvermeidung nutzen – Kameras plus zwei weitere Systeme. Während Waymo und Zoox den Vorstoß unterstützen, lehnen Hersteller mit rein kamerabasierten Systemen ab.
  • Washington D.C.: Der Stadtrat hörte gestern einen Gesetzesentwurf an, der vollständig fahrerlose Tests und kommerzielle Dienste erlauben würde. Vorgesehen sind eine Haftpflichtversicherung über fünf Millionen Euro, eine Gebühr von 15 Cent pro Meile für den öffentlichen Nahverkehr und eine Flottenobergrenze von 200 Fahrzeugen bis Januar 2028.
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Während die USA die Kontrollen verschärfen, gelten auch in Europa seit August 2024 neue Regeln für KI-Systeme und deren Qualitätssicherung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern

Südkorea prüft Marktzugang für chinesische Anbieter

Die südkoreanische Regierung arbeitet an einem Rahmenwerk für die bedingte Zulassung chinesischer AV-Unternehmen. Laut Regierungsevaluierungen verfügen Firmen wie Baidu und Pony AI über deutlich höhere Testkilometerstände – 300 Millionen beziehungsweise 70 Millionen Kilometer – verglichen mit 13 Millionen Kilometern der heimischen Industrie. Pony AI ist bereits über seine Investition in PonyLink präsent und testet eine kleine Flotte in Gangnam und Pangyo unter einer temporären Genehmigung aus dem Jahr 2025.

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