Roboter-Import: USA verhÀngen BeschrÀnkungen ab 28. Juli
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 08:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-amerikanische Fernmeldebehörde Federal Communications Commission (FCC) hat weitreichende BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Import und Betrieb auslĂ€ndischer Robotersysteme erlassen. Mit Wirkung vom 28. Juli 2026 wurden fortschrittliche RobotergerĂ€te, darunter Humanoiden, Quadrupeden und autonome mobile Roboter (AMR), sowie Power-Inverter aus GrĂŒnden der nationalen Sicherheit auf die sogenannte Covered List gesetzt. Neue Modelle dieser Kategorien dĂŒrfen ohne eine bedingte Genehmigung (Conditional Approval) durch das Department of War im Falle von Robotern beziehungsweise das Heimatschutzministerium (DHS) bei Invertern nicht mehr in den USA vertrieben werden.
Strenge Vorgaben fĂŒr mobile Robotersysteme
Die Neuregelung definiert betroffene GerĂ€te als mobile Bodenroboter mit einem Gewicht von ĂŒber 4,4 lbs, die ĂŒber Sensoren, eine KonnektivitĂ€t von mindestens 200 kbps und eine eigene Steuerungssoftware verfĂŒgen. Bei der Einstufung als auslĂ€ndisch produziertes GerĂ€t orientiert sich die FCC am Buy American Act. Demnach gilt ein Produkt nur dann als inlĂ€ndisch, wenn es in den USA hergestellt wurde und der Anteil inlĂ€ndischer Komponenten an den Kosten bis zum Jahr 2028 mehr als 65 % betrĂ€gt. Ab 2029 soll dieser Schwellenwert auf 75 % steigen. Von den Restriktionen ausgenommen sind fest installierte Industrieroboter, Fahrzeuge sowie medizinische GerĂ€te.
FĂŒr die Erlangung der notwendigen Genehmigungen wurde eine Frist bis zum 1. Januar 2028 gesetzt. Bereits autorisierte Modelle bleiben laut den neuen Richtlinien bis zum 1. Januar 2029 betriebsfĂ€hig und können bis zu diesem Datum weiterhin Updates erhalten. In den vergangenen drei Monaten erteilte die Behörde bereits 17 bedingte Genehmigungen fĂŒr Router. FCC-Vorsitzender Brendan Carr erklĂ€rte, dass die MaĂnahmen sowohl der nationalen Sicherheit als auch der Förderung der heimischen Produktion dienen. Zudem erwĂ€ge die Behörde bereits weitere Restriktionen fĂŒr optische Transceiver.
Geopolitische Verschiebungen und Marktanteile
Obwohl die Regelung lĂ€nderneutral formuliert ist, zielt sie faktisch auf die starke Marktposition chinesischer Hersteller ab. WĂ€hrend chinesische Anbieter im Jahr 2018 lediglich einen Anteil von 1 % am US-Markt fĂŒr mobile Roboter hielten, stieg dieser Wert bis zum Jahr 2025 auf 36 %. In diesem Zeitraum wuchsen die jĂ€hrlichen Lieferungen mobiler Roboter in den USA von rund 30.000 auf ĂŒber 200.000 Einheiten an. Prognosen zufolge könnte dieser Wert bis 2030 auf etwa 500.000 steigen.
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Besonders deutlich ist die Dominanz im Bereich der humanoiden Roboter, wo China im Jahr 2025 etwa 85 % der weltweiten Produktion stellte. Chinesische Unternehmen lieferten in jenem Jahr 11.600 Humanoiden aus, wĂ€hrend US-Firmen lediglich einige Hundert Einheiten produzierten. Analysten von Barclays beziffern das weltweite Marktpotenzial fĂŒr diese Technologie bis zum Jahr 2035 auf 200 Mrd. US-Dollar. Im Jahr 2024 installierte China mit 295.000 Robotern etwa zehnmal so viele Systeme wie die USA, wenngleich US-Unternehmen im vergangenen Jahr 52 % der globalen Risikokapital-Investitionen in Robotik in Höhe von 9,4 Mrd. US-Dollar auf sich vereinten.
Auswirkungen auf MarktfĂŒhrer und BörsengĂ€nge
Das chinesische Unternehmen Unitree Robotics, das im Jahr 2025 mehr als 5.500 Humanoiden auslieferte und damit einen weltweiten Marktanteil von 32 % erreichte, steht unmittelbar vor einem Börsengang. Die Zeichnungsfrist fĂŒr das IPO am STAR Market beginnt am 10. August. Bei einem Preis von 150,8 Yuan pro Aktie wird das Unternehmen mit 60,99 Mrd. RMB (ca. 9 Mrd. US-Dollar) bewertet. Der erwartete Erlös von 6,1 Mrd. RMB liegt deutlich ĂŒber dem ursprĂŒnglichen Ziel von 4,2 Mrd. RMB. Zu den strategischen Investoren gehören unter anderem DeepSeek mit 141 Mio. RMB sowie Tencent und CNPC.
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BezĂŒglich der neuen FCC-Vorgaben teilte Unitree seinen Investoren mit, dass die sechs meistverkauften Modelle â darunter die Humanoiden G1, H2 und R1 sowie die Quadrupeden Go2, B2 und A2 â nicht unmittelbar betroffen seien, da sie bereits ĂŒber eine FCC-Zertifizierung verfĂŒgen. ZukĂŒnftige Modelle könnten jedoch blockiert werden. Der US-Umsatz von Unitree war zuletzt auf 13,30 % des Gesamtumsatzes gesunken, nachdem er in den Vorjahren noch bei 18,39 % und 19,54 % gelegen hatte. Das Modell G1 wird aktuell ab 16.000 US-Dollar angeboten.
Ariyan Kabir, CEO von GrayMatter Robotics, Ă€uĂerte zwar UnterstĂŒtzung fĂŒr das Verbot chinesischer Roboter, warnte jedoch, dass Protektionismus allein nicht ausreiche. WĂ€hrend die USA bei Innovationen fĂŒhrten, hinke das Land in der Fertigung weiterhin hinterher. Bei Roboter-Staubsaugern sind von den neuen Regeln namhafte Hersteller wie Ecovacs, Roborock, Dreame und Xiaomi betroffen.
