Roboter, Logistik

Roboter in der Logistik: Bauhaus entlastet Mitarbeiter mit 10.000er-Kapazität

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Von KI-Robotern bis zu schwerkraftbetriebenen Systemen: Neue Techniken senken körperliche Belastung und steigern die Arbeitssicherheit.

Autonome Roboter und smarte Mechanik entlasten Fachkräfte in der Industrie
Ein Industrieroboter bei der automatisierten Entladung eines Frachtcontainers in einer modernen Lagerhalle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Industrie setzt zunehmend auf ergonomische Lösungen, um Fachkräfte zu entlasten und Arbeitsprozesse sicherer zu machen. Von Low-Cost-Mechanik bis zu KI-gestützten Robotern – die Bandbreite ist groß.

Roboter entladen Container bei Bauhaus

Im Import- und Zentrallager Krefeld hat Bauhaus seit 2026 Robotersysteme von XYZ Robotics im Einsatz. Die Modelle RockyOne und RockyOne SE übernehmen die autonome Entladung von Überseecontainern sowie das Sortieren und Palettieren der Ware.

Täglich verarbeitet das System über 10.000 Artikel. „Das System läuft rund um die Uhr zuverlässig“, sagt Torsten Winter, VP Operations bei Bauhaus. Im Vordergrund steht die Senkung des Verletzungsrisikos – körperlich fordernde Tätigkeiten entfallen vollständig. Aufgrund der positiven Ergebnisse prüft das Unternehmen die Ausweitung auf weitere Standorte.

Karakuri: Mechanik statt Elektronik

Neben Hightech-Robotik gewinnt die Karakuri-Technik an Bedeutung. Sie setzt konsequent auf Schwerkraft, Hebel, Federn und Gegengewichte – ohne externe Energiezufuhr. Die BeeWaTec AG nutzt diese Prinzipien für den Materialfluss in der Montage, im Maschinenbau und in der Elektronikfertigung.

Karakuri-Wippen, Liften und Shooter-Systeme realisieren standardisierte Transportaufgaben über kurze Distanzen. Die Systeme sind wartungsarm, lassen sich kombinieren und können bei Bedarf mit digitaler Automatisierung ergänzt werden.

Akku-Lift für Windkraftanlagen

Für die Höhenmontage in der Windenergie hat die GEDA GmbH einen akkubetriebenen Zahnstangenlift entwickelt. Das Modell GEDA SH 250 W ist für Anlagen bis 210 Meter Höhe ausgelegt und nutzt Lithium-Ionen-Akkus.

Im Vergleich zu Seilaufzügen bietet das System Vorteile bei Turmauslenkungen und kann während der Installationsphase mitwachsen. Das Montagepersonal spart sich den körperlich anstrengenden Aufstieg über Leitern.

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Ergänzend präsentierte die ematec AG auf der WindEnergy 2026 ein Schrägzugsensorsystem (DPS). Es stellt mittels Zwei-Achsen-Sensorik sicher, dass Hakenflasche und Last stets im Lot bleiben. „Kranführer können in Echtzeit korrigieren“, erklärt Julian Eberhard, CTO bei ematec. Das erhöht die Sicherheit bei Tandemhüben und reduziert den Personalbedarf am Boden.

Cobots übernehmen Verpackungslogistik

Im kleinteiligen Bereich setzen Hersteller verstärkt auf Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). Somic nutzt zusammen mit Yaskawa einen Cobot (Modell HC20DTP) für die automatisierte Beladung von Kartonmagazinen. Ein 3D-Vision-System erkennt die Position der Stapel, sensorgestützte Greifer übernehmen die physische Handhabung.

Das Ergebnis: höhere Linienverfügbarkeit und weniger manueller Aufwand für das Bedienpersonal.

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Auch Wearables entwickeln sich weiter. Der Anbieter NIMMSTA hat seine Lösungen um bewegungsbasierte Scan-Auslösungen (Motion Trigger) erweitert. Statt mechanische Taster zu bedienen, lösen Mitarbeiter den Scanvorgang durch natürliche Bewegungsabläufe aus. Ergonomische Bänder mit Daumenöffnungen mindern den Verschleiß bei Picking-Prozessen.

Sicherheit bleibt zentral

Trotz zunehmender Automatisierung bleibt der Personenschutz ein Kernbereich. Fachleute der tbm hightech control GmbH mahnen zur Einhaltung strenger Sicherheitsstandards – besonders bei hoher Personalfluktuation oder in der Urlaubszeit.

Mobile Personenschutzsysteme, Fahrerassistenzsysteme und intelligente Kreuzungssicherungen sind wesentliche Komponenten für das Ziel einer unfallfreien Arbeitswelt (Vision Zero). Die Integration dieser Assistenzsysteme in bestehende Logistiksteuerungen bildet die Basis für eine sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

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