Roboterhund, Spot

Roboterhund Spot: Boston Dynamics automatisiert letzte Meile

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 02:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Boston Dynamics testet seinen Roboter Spot für die Zustellung auf den letzten Metern. Das Pilotprojekt zielt auf Kostensenkung und Effizienzsteigerung in der Logistik ab.

Boston Dynamics: Roboterhund Spot automatisiert Paketzustellung auf letzter Meile
Boston Dynamics Spot-Roboter liefert Paket an Haustür, zeigt letzte Meile der Zustellautomatisierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Roboterhund Spot soll die letzte Etappe der Lieferkette automatisieren – vom Lieferwagen bis zur Haustür.

Mitte Juli 2026 hat Boston Dynamics mit ersten Tests seines vierbeinigen Roboters Spot für die letzte Meile der Paketzustellung begonnen. Das Unternehmen adressiert damit die sogenannte „Porchlücke" – die letzten 15 Meter vom Lieferwagen bis zur Haustür. Branchenexperten sehen genau diese Distanz als größtes Hindernis für eine vollständige Automatisierung der Logistikkette.

So funktioniert die Zustellung auf den letzten Metern

Für den Pakettransport hat Boston Dynamics Spot mit einem speziellen Förderband-System ausgestattet. Bei Vorführungen am 14. und 15. Juli 2026 entlud der Roboter eigenständig Pakete an den Haustüren, nachdem ein Fahrer sie auf das Gerät geladen hatte.

In der aktuellen Konfiguration kann Spot zwei Pakete gleichzeitig transportieren – mit Abmessungen von etwa 40x30x25 Zentimetern. Nach Unternehmensangaben kann der Roboter damit rund 60 Prozent des Paketvolumens eines Standard-Lieferwagens bewältigen. Die Forscher testeten die sanfte Zustellung unter anderem mit Eierkartons, um die Sicherheit empfindlicher Sendungen zu gewährleisten.

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Skalierung und Effizienzsteigerung

Boston Dynamics verfolgt mit dem Pilotprojekt ehrgeizige Ziele. Angestrebt wird eine Zustellrate von 200 Paketen pro Tag bei einer Fünf-Tage-Woche. Doch der Nutzen geht über die reine Auslieferung hinaus: Für jede drei von Spot zugestellten Pakete entsteht durch optimierte Raum- und Gewichtsauslastung Platz für ein weiteres Paket im Lieferwagen.

Marco da Silva, Vizepräsident bei Boston Dynamics, bezeichnet die letzten 15 Meter der Zustellung als „letzte Grenze der Logistikautomatisierung". Durch die Automatisierung dieses Segments soll die körperliche Belastung der Fahrer reduziert werden, die bislang den gesamten Weg von der Tür zur Tür bewältigen müssen.

Wirtschaftliche Perspektiven

Der Vorstoß zur Automatisierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die letzte Meile für enorme Kosten im Logistiksektor sorgt. Allein in den USA geben die Zustelldienste jährlich rund 82 Milliarden Euro für diese letzte Etappe der Lieferkette aus. Boston Dynamics führt derzeit Gespräche mit mehreren großen Logistikunternehmen über eine breitere Integration der Technologie.

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Der Preis für einen Spot-Roboter liegt bei etwa 69.000 Euro. Die hohen Anschaffungskosten sind zwar ein Faktor bei der Flotteneinführung, doch das Potenzial für eine höhere Zustelldichte und geringere Fahrerbelastung treibt die laufenden Tests voran. Das Unternehmen arbeitet weiter an der autonomen Navigation, die für den Weg vom Bordstein zu verschiedenen Haustürkonfigurationen erforderlich ist.

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