Roboterspiele, Peking

Roboterspiele in Peking: 666 Teams treten mit 2.056 Maschinen an

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
STA GOGO holt den Titel im 58-Kilogramm-Freikampf; humanoide Roboter übertreffen zudem vier menschliche Bestmarken.
Eine weitläufige, moderne Arena mit einer leeren Kampfplattform und industrieller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Bei den zweiten World Humanoid Robot Games in Peking hat das Team STA GOGO den Wettbewerb im 58-Kilogramm-Freikampf für sich entschieden. Die Formation, die aus einer Kooperation zwischen der Shanghai Theatre Academy und dem Roboterhersteller AGIBOT hervorging, setzte sich in den K.-o.-Runden durch.

Minyu Yao, Student im vierten Jahr des Studiengangs Digital Media Arts an der Xi’an Jiaotong-Liverpool University (XJTLU), steuerte die Maschine als leitender Operator vom Achtelfinale bis zum Finale, wie die Universität am 26. Oktober 2026 berichtete.

Taktischer Fokus auf Stabilität und Standfestigkeit

Für den Einsatz im Ring hatte sich Minyu Yao innerhalb von zwei Tagen mit der Steuerung des Robotermodells „660“ vertraut gemacht und rund 60 Bewegungsabläufe einstudiert. Im Turnierverlauf passte das Team seine Vorgehensweise an: Statt auf kontinuierliche Angriffe setzte die Steuerung vorrangig auf Balance und Standfestigkeit.

Hintergrund dieser Ausrichtung war die Beobachtung, dass zahlreiche gegnerische Maschinen im Wettkampf durch Eigenkollisionen das Gleichgewicht verloren und vorzeitig ausschieden.

Die World Humanoid Robot Games umfassten insgesamt 51 Wettbewerbe, darunter neben dem Freikampf auch Disziplinen wie Fußball, Tanz und Tischtennis. Insgesamt nahmen 666 Teams mit 2.056 humanoiden Robotern teil. Laut Vorankündigungen war die Veranstaltung damit etwa viermal so groß wie die erste Auflage des Formats.

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Hohe Dominanz lokaler Hersteller

Das Teilnehmerfeld des im August 2026 ausgetragenen Großturniers spiegelte die starke Präsenz der heimischen Roboterindustrie wider: 96 Prozent der 2.056 Maschinen aus 16 Ländern stammten von chinesischen Herstellern.

Insgesamt traten 641 lokale Teams gegen 25 Mannschaften aus dem Ausland an. Im Tischtennis-Wettbewerb verzeichnete das Unternehmen AgiBot die besten Ergebnisse des Turniers. Insgesamt wurden im Rahmen der 51 Prüfungen 1.301 Wettkampfsessions absolviert.

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Technische Bestwerte in der Leichtathletik

Über den Freikampf hinaus standen leichtathletische Vergleiche im Mittelpunkt, bei denen die Maschinen vier menschliche Rekordmarken übertrafen: über 100 Meter, 400 Meter, 1.500 Meter sowie im Hochsprung.

Auf der 100-Meter-Sprintstrecke im National Speed Skating Oval in Peking erzielte das Modell Tiangong Ultra des Beijing Humanoid Robot Innovation Center im August 2026 eine Zeit von 8,64 Sekunden, nachdem es im Vorlauf 9,39 Sekunden gelaufen war. Bei der ersten Turnierauflage hatte die Zeit desselben Modells noch bei 21,50 Sekunden gelegen.

Die neue Marke unterbot die von Usain Bolt im Jahr 2009 aufgestellte Bestzeit von 9,58 Sekunden. Tiangong Ultra benötigte für die Distanz über 50 kurze Schritte, während Bolt die Strecke in 41 Schritten bewältigt hatte; zudem zeigte die Maschine eine Startverzögerung von fast einer Sekunde nach dem Startsignal.

Zuvor war der Honor-Roboter „Lightning“ eine Zeit von 9,32 Sekunden über 100 Meter gelaufen. Dennis Hong, Professor an der UCLA, stufte die Balance und Stabilität bei dieser hohen Geschwindigkeit als technische Meisterleistung ein.

In weiteren Disziplinen gewann Tiangong Omni den 400-Meter-Lauf, während Tiangong von X-Humanoid im Hochsprung eine Höhe von 2,88 Metern überquerte, nachdem das Modell zuvor bei 0,95 Metern gestanden hatte.

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