Robotik-Boom, Südkorea

Robotik-Boom: Südkorea investiert 950 Millionen Euro in KI-Training

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

BMW und Rossmann testen humanoide Roboter in Produktion und Logistik. Südkorea investiert 950 Millionen Euro in Robotik-Trainingszentren.

Physical AI: Deutsche Firmen treiben humanoide Roboter voran
Ein humanoider Roboterarm an einer Automobilmontagelinie, der Präzision und fortschrittliche taktile Sensoren in einer modernen Fabrik demonstriert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Roboter lernen, teilen Daten und übernehmen immer komplexere Aufgaben – deutsche Unternehmen sind vorne mit dabei.

Die Entwicklung der sogenannten Physical AI – künstlicher Intelligenz, die in physischen Robotern steckt – macht einen gewaltigen Sprung nach vorne. Während humanoide Maschinen in Autofabriken und Drogeriemärkten Einzug halten, investieren Regierungen Milliarden in die Zukunft dieser Technologie. Besonders deutsche Unternehmen wie BMW und Rossmann treiben den Wandel voran.

BMW setzt auf humanoide Helfer

Der Münchner Autobauer hat seine Physical-AI-Strategie im Werk Spartanburg in den USA deutlich ausgeweitet. Dort kommt nun der Figure 03 zum Einsatz, ein humanoider Roboter, der für die Logistik-Sequenzierung zuständig ist. Das neue Modell verfügt über verbesserte Tastsensoren, kabelloses Laden und weichere Komponenten für mehr Sicherheit.

Bereits in einem Pilotprojekt hatte der Vorgänger Figure 02 über zehn Monate hinweg an der Produktion von mehr als 30.000 BMW X3 mitgewirkt. Die Erfahrungen flossen direkt in die Weiterentwicklung ein.

Rossmann testet Roboter in der Drogerie

Auch im Einzelhandel wird die Zukunft getestet. Die deutsche Drogeriekette Rossmann führt gemeinsam mit Terra Robotics einen einjährigen Versuch mit dem humanoiden Roboter UBTech Walker S2 durch. Am Standort Burgwedel soll die Maschine mit 52 Bewegungsfreiheitsgraden und autonomer Navigation vor allem repetitive und körperlich anstrengende Logistikaufgaben übernehmen.

„Wir wollen herausfinden, ob humanoide Roboter in der Praxis tatsächlich eine Entlastung bringen“, heißt es aus dem Unternehmen. Die Ergebnisse des Tests werden mit Spannung erwartet.

Forschungslabore für die Praxis

Das Fraunhofer IOSB hat derweil an drei Standorten in Deutschland – Karlsruhe, Lemgo und Ilmenau – sogenannte Humanoid Robots Experience Labs eröffnet. Dort können Unternehmen aus Industrie und Landwirtschaft humanoide Systeme praktisch testen, ohne selbst investieren zu müssen.

Milliarden für die Robotik-Zukunft

Doch nicht nur Unternehmen, auch Staaten investieren massiv. Südkorea hat ein Fünfjahresprojekt mit einem Volumen von umgerechnet rund 950 Millionen Euro gestartet. Kernstück ist ein spezielles Trainingszentrum für Roboter, in dem riesige Mengen an Verhaltensdaten aus der realen Welt gesammelt werden sollen – die Grundlage für leistungsfähigere KI-Modelle.

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Auch in der Infrastruktur tut sich etwas. Das Unternehmen SKAI Intelligence schloss kürzlich eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund 67 Millionen Euro ab. Die Firma baut mit Partnern wie ABB Robotics digitale Zwillinge und synthetische Umgebungen, in denen Roboter trainieren können – ohne teure reale Testläufe.

Durchbruch bei schwierigen Materialien

Ein technisches Highlight kommt aus Japan: SoftBank und Yaskawa Electric haben ein System vorgestellt, das erstmals zuverlässig flexible Kabelbäume greifen und handhaben kann. Bisher galten solche verformbaren Objekte als eine der größten Herausforderungen in der Robotik. Das System nutzt ein sogenanntes Vision-Language-Action-Modell (VLA) und soll ab Oktober 2026 als Cloud-Dienst verfügbar sein.

Roboter sehen und verstehen

Das französische KI-Unternehmen Mistral AI hat mit Robostral Navigate ein Modell mit acht Milliarden Parametern vorgestellt. Es ermöglicht Robotern, sich mit handelsüblichen RGB-Kameras und natürlichen Sprachbefehlen in unbekannten Umgebungen zurechtzufinden. Die Erfolgsquote in Tests war selbst in nie zuvor gesehenen Räumen hoch.

Schnellere Entwicklung durch bessere Hände

ABB Robotics und Psyonic arbeiten gemeinsam an einer spezialisierten Roboterhand für den Coboter GoFa. Tastsensoren und Trainingsdaten von Menschen sollen die Griffpräzision verbessern. Branchenexperten schätzen, dass solche Fortschritte die Entwicklungszeiten für spezielle Roboteranwendungen um fast 30 Prozent verkürzen könnten.

Autonome Flotten auf dem Vormarsch

Auf der Messe LEAP East Anfang Juli 2026 meldete Neolix einen Meilenstein: Mehr als 25.000 autonome Lieferfahrzeuge sind in über 300 Städten weltweit im Einsatz. Sie haben rund 200 Millionen Kilometer zurückgelegt und die Lieferzeiten in manchen Regionen von sechs auf zwei Stunden verkürzt.

Bezahlen erst bei Erfolg

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Neue Geschäftsmodelle machen die Technologie auch für kleinere Unternehmen attraktiv. Robust.AI startet im Juli 2026 den Betrieb seiner Carter-Mobilroboter in einer Anlage in Kalifornien – nach dem Robotics-as-a-Service-Prinzip (RaaS). Bezahlt wird erst, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht sind.

Auch Robot.com bietet seinen humanoiden Roboter R-noid auf diese Weise an. Das System kann in nur acht Wochen einsatzbereit sein und übernimmt Aufgaben vom Packen und Kommissionieren bis zum Empfangsdienst in der Hotellerie. Die Einsatzmöglichkeiten scheinen nahezu unbegrenzt.

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