Robotik-Boom: USA-Umsätze springen um 29 Prozent auf 11,4 Mrd.
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anfang September 2026 markiert einen wesentlichen Fortschritt in der südkoreanischen Robotik-Strategie. Ein Konsortium bestehend aus NC AI und LG Electronics wurde für das nationale „K-On-Device AI Semiconductor Project“ ausgewählt. Das zentrale Vorhaben dieses Projekts ist die Entwicklung autonomer humanoider Roboter, die auf Basis eigens im Land entwickelter KI-Halbleiter operieren. Damit zielt das Konsortium auf die technologische Unabhängigkeit bei Schlüsselkomponenten für die nächste Generation intelligenter Maschinen ab.
Technologische Arbeitsteilung und Haushaltsanwendungen
Innerhalb der Kooperation übernimmt NC AI spezifische technische Aufgaben, die für die Bewegungssteuerung und Interaktion der Roboter entscheidend sind. Das Unternehmen ist für den Aufbau einer sogenannten Human-to-Robot-Retargeting-Pipeline verantwortlich. Zudem befasst sich NC AI mit der Erstellung von GMT-Bewegungsdaten, um die Übertragung menschlicher Bewegungsabläufe auf die Roboterhardware zu präzisieren.
LG Electronics und NC AI streben gemeinsam an, autonome Humanoide zu entwickeln, die primär für die Unterstützung bei Haushaltsaufgaben konzipiert sind. Dieser Fokus auf den Consumer-Markt unterstreicht die Bestrebungen, Robotik-Lösungen im Alltag zu etablieren.
Internationale Dynamik und großvolumige Infrastrukturinvestitionen
Zeitgleich mit den Entwicklungen in Südkorea intensivieren auch globale Akteure ihre Bemühungen im Bereich der physischen Künstlichen Intelligenz (Physical AI). Nscale und Figure unterzeichneten am 3. September 2026 eine mehrjährige strategische Partnerschaft. Nscale tritt dabei nicht nur als bevorzugter Anbieter von Rechenleistung auf, sondern wird zudem Aktionär von Figure.
Um die notwendige Rechenkapazität für das Training komplexer KI-Modelle bereitzustellen, plant Nscale ab der zweiten Jahreshälfte 2027 die Bereitstellung von bis zu 100.000 NVIDIA-GPUs der Vera-Rubin-Generation an einem Standort in Barstow, Texas. Das finanzielle Volumen dieser Verpflichtung beläuft sich zunächst auf 3,5 Milliarden US-Dollar und kann auf bis zu 6 Milliarden US-Dollar skaliert werden.
Ein weiterer Markteintritt erfolgt durch Zeroth, die mit „Bridge“ einen KI-nativen humanoiden Roboter vorstellten. Das Modell weist eine Höhe von 88 Zentimetern und ein Gewicht von 13 Kilogramm auf. Flankiert wird der Hardware-Launch durch das Open-Source-Ökosystem „OpenBridge“. Im Rahmen eines speziellen Programms für Entwickler erhielten 200 ausgewählte Teilnehmer kostenlosen Zugang zur Plattform.
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Industrieller Einsatz und Trainingsmethoden
Auch in Deutschland werden humanoide Systeme verstärkt in industrielle Prozesse integriert. Hexagon und Schaeffler arbeiten an der Implementierung des humanoiden Roboters AEON im sogenannten „Humanoid Gym“ von Schaeffler.
Ziel dieser Kooperation ist der Einsatz von mindestens 1.000 AEON-Einheiten in der Fertigung. Das Training der Roboter erfolgt dabei über Imitationslernen, während Schaeffler die notwendigen Aktuatoren beisteuert. Ein operativer Einsatz in der Produktion wird innerhalb der nächsten sechs Monate angestrebt.
In Peking wurde unterdessen Anfang September durch Tasantechnology und ein Team um Dr. Richard Sutton der weltweit erste „Robot Kindergarten“ eröffnet. In dieser Einrichtung sollen Roboter durch das Prinzip von Versuch und Irrtum lernen, ein Ansatz, der durch sieben gemeinsam Forschungsaufgaben mit OpenMind unterstützt wird.
Bereits im Sommer 2026 zeigten Studierende führender südkoreanischer Universitäten im Rahmen des „Open Humanoid GYM Projects“ von ROBOTIS, wie Verhaltensweisen erst in Simulationen entwickelt und anschließend erfolgreich auf physische Systeme übertragen werden können.
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Marktstrukturen und staatliche Rahmenbedingungen in China und den USA
Der Sektor der physischen KI verzeichnet insbesondere in China ein massives Wachstum. Xpeng Robotics konnte im Jahr 2026 über 900 Millionen US-Dollar an privatem Kapital einsammeln, was zu einer Unternehmensbewertung von 6,3 Milliarden US-Dollar führte.
Das Unternehmen plant die Serienproduktion seines humanoiden Modells „Iron“ bis Ende 2026. Die Version Iron 2.0 soll dabei auf drei Turing-KI-Chips basieren, die eine Rechenleistung von insgesamt 2.250 TOPS (Tera Operations Per Second) erreichen.
Die chinesische Regierung stützt diesen Sektor durch Infrastruktur und Regulatorik. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) veröffentlichte im März 2026 ein umfassendes Standardsystem für humanoide Roboter und verkörperte Intelligenz, das auch ethische Fragen und Sicherheitsaspekte abdeckt.
In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden in China etwa 13.000 Humanoide produziert, wovon rund 70 Prozent zur Datenerfassung eingesetzt wurden. Der E-Commerce-Riese JD.com strebt in diesem Kontext die Erfassung von 10 Millionen Stunden an Bewegungsdaten an.
Auf dem US-Markt spiegeln die Zahlen ebenfalls einen Aufwärtstrend wider. Die Roboterumsätze beliefen sich im Jahr 2026 auf 11,4 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
