Robotik-Markt: Samsung und LG investieren 40,7 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 04:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Samsung und LG rüsten sich für das Zeitalter der humanoiden Roboter. Mit Kamera-Modulen, Spezial-Displays und einer neuen Zentralabteilung wollen die Konzerne zur treibenden Kraft hinter der nächsten Technologie-Revolution werden.
Kamera-Module: Die Augen der Roboter
Am 22. Juli 2026 gab Samsung Electro-Mechanics den Start der Pilotproduktion für Roboterkamera-Module in seinem vietnamesischen Werk bekannt. Die ersten Einheiten gehen an einen strategischen Kunden in den USA. Die Serienfertigung soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Das Unternehmen setzt dabei auf seine Erfahrung mit Hochleistungsoptiken – schließlich müssen die „Augen" humanoider Roboter völlig andere Anforderungen erfüllen als Smartphone-Kameras.
Parallel dazu verhandelt LG Innotek über die Lieferung von Kamera-Modulen an Figure AI, einen führenden Entwickler humanoider Roboter. Der Hintergrund: Bereits im Februar 2024 investierte LG Innotek 8,5 Millionen Euro in das US-Start-up. Branchenbeobachter sehen darin einen strategischen Wandel: Der Kameramodul-Markt sucht nach neuen Wachstumsfeldern, nachdem das Smartphone-Geschäft zunehmend stagniert.
Displays als Gesicht der Maschinen
Auf der Fachmesse K-Display 2026 in Seoul präsentierten Samsung Display und LG Display am 22. Juli ihre Visionen für Robotergesichter. Samsung zeigte ein 6,9-Zoll-OLED-Panel mit integrierter Blick- und Augenverfolgung. Die Botschaft der Konzerne ist klar: Künstliche Intelligenz erschließt völlig neue Märkte für Display-Technologie.
LG Display setzt auf ein P-OLED-Display für Roboter, das auf der Tandem-OLED-Technologie aus dem Automobilbereich basiert. Der Clou: Es funktioniert bei Temperaturen von minus 30 bis plus 85 Grad Celsius – ideal für Roboter, die in unterschiedlichsten Umgebungen eingesetzt werden.
Die technologische Entwicklung bei Robotik und KI schreitet rasant voran und eröffnet enorme Chancen für den Finanzsektor. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Unternehmen als Gewinner aus diesem Rennen hervorgehen. Jetzt Gratis-Report mit den 3 Top-KI-Aktien sichern
Samsung bündelt seine Kräfte
Einen Tag zuvor, am 21. Juli 2026, zog Samsung Electronics die organisatorischen Konsequenzen: Das neue Robotics eXperience (RX) Business Promotion Office nahm seine Arbeit auf. Die Abteilung berichtet direkt an CEO Roh Tae-moon und soll die Hardware-, KI-Software- und Design-Kompetenzen des gesamten Samsung-Konzerns bündeln.
Die Strategie ist durchdacht: Festkörperbatterien kommen von Samsung SDI, Kamera-Module von Samsung Electro-Mechanics und OLED-Panels von Samsung Display. Für die Leitung des Projekts verpflichtete Samsung Spezialisten von Boston Dynamics und Hyundai Motor sowie Wissenschaftler für autonome Steuerung und Roboterhände.
Gerade die Roboterhände sind ein entscheidender Kostenfaktor: Sie machen zwischen 17 und 31 Prozent der gesamten Komponentenkosten humanoider Roboter aus.
Vom Werk zur KI-Fabrik
Samsung verfolgt einen pragmatischen Ansatz: Zunächst soll die Robotik-Technologie in den eigenen Produktionsstätten getestet werden. Das langfristige Ziel: Bis 2030 sollen alle globalen Fertigungsstandorte zu KI-gesteuerten autonomen Fabriken werden. Ermöglicht wird dies durch eine geplante Investition von 60 Billionen Won (rund 40,7 Milliarden Euro) in der südkoreanischen Region Yeongnam – für den Aufbau physischer KI-Infrastruktur und Produktionszentren.
Milliardeninvestitionen in Robotik und KI markieren den Beginn einer neuen Ära, in der technologische Vorreiter traditionelle Abläufe revolutionieren. Dieser Gratis-Leitfaden enthüllt, welche Akteure die nächste industrielle Revolution anführen und wer davon am stärksten profitiert. Kostenlosen Report zur industriellen Revolution herunterladen
Milliarden-Markt mit Schattenseiten
Die Expansion kommt nicht von ungefähr. Marktforscher von Goldman Sachs prognostizieren dem globalen Humanoiden-Markt bis 2035 ein Volumen von umgerechnet rund 38 Milliarden Euro. MarketsandMarkets geht sogar von bis zu 50 Milliarden Euro aus.
Doch der Weg ist steinig: Chinesische Roboterhersteller haben einen Kostenvorteil von mindestens 40 Prozent gegenüber südkoreanischen Anbietern. Hinzu kommen der Mangel an Fachkräften und technologische Rückstände bei der Software-Integration im Vergleich zu den USA.
Samsung will gegensteuern: Geplant sind Forschungseinrichtungen in den USA, China und Japan, um den globalen Technologievorsprung zu sichern. Die Frage ist nur: Reicht das, um gegen die Konkurrenz aus Fernost und den USA zu bestehen?
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
