Rollator-Training in Darmstadt: DRK übt Alltagssituationen mit Senioren
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 22:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bewältigung komplexer Alltagssituationen und der sichere Umgang mit Gehhilfen spielen für ältere Menschen eine zentrale Rolle, um die physische wie auch kognitive Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Zahlreiche regionale Initiativen, Verbände und Kommunen setzen deshalb auf spezialisierte Trainingsprogramme. Diese verbinden Bewegungsschulungen mit praktischen Aufgaben, wodurch Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Selbstständigkeit im Alltag trainiert werden.
Praktische Hürden meistern in Darmstadt und Saalekreis
Zu den Angeboten zur Förderung von Alltagskompetenzen gehört ein kostenloses Rollator-Training, das das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gemeinsam mit der Hessischen Verkehrswacht Darmstadt für Mittwoch, den 21. Oktober 2026, von 17 bis 18.30 Uhr im DRK-Tageszentrum Eberstadt in der Heidelberger Landstraße 383 ansetzt.
Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Gehhilfen mit, die vor Ort überprüft und passgenau eingestellt werden. Der praktische Parcours simuliert typische mentale und motorische Herausforderungen, darunter das Wenden in einem Aufzug sowie das Ein- und Aussteigen in Busse und Straßenbahnen.
Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer einen Rollatoren-Führerschein sowie ein reflektierendes Nilpferdchen namens Willi Wachsam. Petra Dell Missier vom Sozialdienst des DRK Darmstadt berät zudem über Entlastungsangebote. Anmeldungen nimmt das DRK-Servicecenter telefonisch unter 06151 3606-10 oder per E-Mail an servicecenter@drk-darmstadt.de entgegen.
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Im Saalekreis richtet das dortige Polizeirevier am Dienstag, den 20. Oktober, von 10 bis 15 Uhr einen Verkehrspräventionstag für Senioren aus. Veranstaltungsort ist die Turnhalle der Grundschule im Rosental am Rosental 12 in Merseburg, zugänglich über die Christianenstraße nahe der Haltestelle Lindenstraße und ausgestattet mit einer barrierefreie Toilette.
Neben einem Fahrsimulator der Polizei und Reaktionstests leiten Physiotherapeuten einen Rollator-Parcours an. Ergänzt wird das Programm durch Beratungen zu Betrugsmaschen wie Enkeltrick oder Schockanrufen sowie zu technischer Sicherung.
Als Partner sind das Ordnungsamt Merseburg, das Straßenverkehrsamt Saalekreis, die Personennahverkehrsgesellschaft Saalekreis mobil, die AOK, das Carl-von-Basedow-Klinikum sowie eine Apotheke mit einem Gesundheits-Check-up und ein Optiker beteiligt.
Kommunale Mobilitätstage und koordinierte Bewegungsprogramme
Auch in Norddeutschland stoßen vergleichbare Konzepte auf Nachfrage. Der Seniorenbeirat der Gemeinde Stockelsdorf veranstaltete am 6. Oktober 2026 einen ersten Mobilitätstag, bei dem das Interesse an Beratungen rund um Gehhilfen groß war.
In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Lübeck, dem Sanitätshaus Klindwort aus Bad Schwartau und dem Nord-Ostsee-Liftteam aus Stockelsdorf wurden Rollatoren, Fahrzeuge und Treppenliftanlagen vorgestellt sowie das Ein- und Aussteigen in einen Linienbus geübt. Angesichts des Zuspruchs kündigte Bürgermeisterin Julia Samtleben eine Wiederholung der Veranstaltung an.
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Ähnliche Ansätze verfolgt die Stadt Kreuzlingen, die Busfahrten für einen Franken anbietet. Dort übten Seniorinnen und Senioren an einem Nachmittag mit zwei Physiotherapeutinnen das sichere Ein- und Aussteigen mit Gehhilfen.
Neben solchen Einzeltagen etablieren sich kontinuierliche Initiativen. Der Niedersächsische Turnerbund (NTB) organisiert in Achim das Bewegungsprojekt 3.000 Schritte. Seit acht Jahren treffen sich Interessierte jeden Donnerstag um 14 Uhr am Clüverhaus für einen einstündigen Spaziergang ohne vorherige Anmeldung oder Kosten.
Die Initiative fiel seither kein einziges Mal aus. Nach dem Start am 17. September im Zuge früherer Corona-Lockerungen mit rund 40 Personen pendelte sich die Gruppe nach zwischenzeitlich 5 bis 6 Teilnehmenden auf mittlerweile 20 bis 25 Personen pro Termin ein.
Sechs Übungsleiterinnen führen die wechselnden Rundkurse unter anderem durch die Marsch, in Richtung Friedhof, durch den Rathauspark, entlang der Bahntrasse sowie durch die Vogelsiedlung. Die Teilnehmenden nutzen Westen der Bürgerstiftung, und das Projekt wurde mit dem Achimer Ehrenpreis ausgezeichnet.
