ROSA, Knee

ROSA Knee: Roboterassistenz soll Knieoperationen prÀziser machen

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Navigationssysteme unterstĂŒtzen prĂ€zise Gelenkeingriffe; Fachgesellschaften fordern weitere Daten zu Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Robotik in der Chirurgie: PrÀzision bei Gelenk- und Herzoperationen
Ein steriler, moderner Operationssaal mit hochprĂ€zisen mechanischen Armen zur UnterstĂŒtzung bei chirurgischen Eingriffen. Illustration mit AI erstellt.

Kliniken setzen bei Gelenkoperationen und der Versorgung komplexer Frakturen zunehmend auf robotergestĂŒtzte Assistenzsysteme. Ziel der modernen Technologie ist es, die operative PrĂ€zision zu steigern, umliegendes Gewebe bestmöglich zu schonen und die Genesungszeit insbesondere fĂŒr Ă€ltere Patientinnen und Patienten spĂŒrbar zu verkĂŒrzen.

Durch den Einsatz digitaler Planungsmodelle und echtzeitgestĂŒtzter Navigation gewinnen operative Eingriffe an Genauigkeit, ohne dass die Kontrolle ĂŒber den Eingriff aus den HĂ€nden des Operateurs gleitet.

Dreidimensionale Planung und Echtzeitnavigation im Kniebereich

Ein wesentlicher Vorteil roboterassistierter Lösungen liegt in der individuellen Anpassung an die Patientenanatomie. Moderne Systeme wie der Operationsassistent ROSA Knee, der beispielsweise an der Klinik Toulouse-Lautrec im sĂŒdfranzösischen Albi genutzt wird, erstellen auf Basis prĂ€operativer Röntgenaufnahmen ein dreidimensionales Abbild des Kniegelenks. Im Operationssaal erfassen Kameras und optische Sensoren die Gelenkbewegungen kontinuierlich in Echtzeit.

Das System unterstĂŒtzt das OP-Team bei der exakten Ausrichtung und Positionierung der Prothese. Dabei handelt es sich nicht um autonome Operationen; der Chirurg fĂŒhrt die Schnitte selbst aus und behĂ€lt die uneingeschrĂ€nkte Entscheidungsgewalt.

Nach Angaben der Klinik ermöglicht die navigierte Genauigkeit eine raschere funktionelle Erholung und kann dazu beitragen, Schmerzen nach dem Eingriff zu reduzieren. Um die Diagnostik im Vorfeld solcher Gelenkeingriffe abzusichern, hatte die französische Einrichtung bereits im FrĂŒhjahr modernere Magnetresonanztomographie-KapazitĂ€ten in Betrieb genommen.

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Etablierung in hochfrequentierten Endoprothetikzentren

Auch in deutschen Fachabteilungen gehört robotergestĂŒtzte OrthopĂ€die inzwischen zum klinischen Alltag. Am Christlichen Klinikum Unna setzt das dortige WestfĂ€lische Gelenk- und Endoprothesenzentrum unter der Leitung von Chefarzt Dr. Matthias Pothmann seit 2023 auf das System Mako bei der Implantation von Knieprothesen. In der Einrichtung werden jĂ€hrlich ĂŒber 1000 Knie- und HĂŒftendoprothesen eingesetzt.

Derartige Assistenzsysteme kombinieren computertomographische Daten mit haptischer FĂŒhrung wĂ€hrend der Knochenbearbeitung. Dies erlaubt es, vordefinierte Resektionsgrenzen millimetergenau einzuhalten. Durch die exakte Positionierung der kĂŒnstlichen Gelenke soll der Verschleiß minimiert und die Langlebigkeit der Implantate gesteigert werden, was gerade fĂŒr aktive Ă€ltere Menschen von hoher Bedeutung ist.

Technologische Entwicklung und klinische Anforderungen

Die Tendenz zur robotergestĂŒtzten PrĂ€zisionschirurgie spiegelt sich auch in anderen Fachdisziplinen wider. Ende September erhielt das Operationssystem da Vinci 5 des Herstellers Intuitive die CE-Kennzeichnung fĂŒr ausgewĂ€hlte minimalinvasive Herzeingriffe bei Erwachsenen in Europa. Bei Eingriffen wie thorakoskopisch unterstĂŒtzten Operationen oder koronaren BypĂ€ssen erlaubt das System ZugĂ€nge ohne vollstĂ€ndige Eröffnung des Brustbeins.

Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Thorax-, Herz- und GefĂ€ĂŸchirurgie (DGTHG) begrĂŒĂŸen derartige Innovationen aufgrund der Tremorreduktion und der hochauflösenden 3D-Visualisierung. Gleichzeitig betonte Prof. Dr. Jochen Börgermann seitens der Gesellschaft, dass fĂŒr eine flĂ€chendeckende Bewertung stets weitere Untersuchungen zu konkretem klinischem Nutzen, Patientensicherheit und Wirtschaftlichkeit erforderlich seien.

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In diesem Rahmen arbeiten OrthopĂ€die, Traumatologie, Plastische Chirurgie und Infektiologie eng zusammen, um schwere Knochen- und Weichteildefekte, Pseudarthrosen oder SpĂ€tfolgen wie das diabetische Fußsyndrom interdisziplinĂ€r zu behandeln.

Ein wöchentliches Fachboard bĂŒndelt die Expertise verschiedener Disziplinen, was den Erfolg operativer Eingriffe und die Erholung Ă€lterer Risikopatienten zusĂ€tzlich absichert.

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