Rosacea: 71% Besserung nach Behandlung der Darmflora
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ernährung rückt in der aktuellen Forschung zunehmend als Stellschraube für Prävention in den Fokus – von Gelenkgesundheit über Hautalterung bis hin zu Krebsrisiken. Mehrere aktuelle Auswertungen zeigen, dass bestimmte Lebensmittel und Ernährungsmuster messbare gesundheitliche Effekte haben können, während andere Risiken bergen, die bislang unterschätzt wurden.
Brokkoli: Ein Gemüse mit vielschichtiger Wirkung
Eine Zusammenstellung von consumerhealthdigest.com listet 16 gesundheitliche Vorteile von Brokkoli auf. Das Gemüse enthält Beta-Carotin, Lutein, Zeaxanthin, Vitamin C und K, Folsäure, Sulforaphan, Kaempferol sowie Omega-3-Fettsäuren. Laut WebMD wird das enthaltene Beta-Carotin unter anderem zur Linderung von Asthma sowie zur Vorbeugung von Krebs, Herzerkrankungen, Katarakten und Makuladegeneration diskutiert.
Besonders das Sulforaphan aus Brokkoli steht im Zentrum mehrerer Studien: Forschende der University of East Anglia fanden Hinweise darauf, dass der Stoff knorpelzerstörende Enzyme hemmen kann – ein möglicher Ansatzpunkt für die Gelenkgesundheit.
Eine weitere Untersuchung deutet darauf hin, dass Sulforaphan die kognitive Funktion bei Schizophrenie verbessern könnte. Auch bei Unfruchtbarkeit spielt Vitamin C aus Lebensmitteln wie Brokkoli laut einer im Fachjournal Fertility and Sterility veröffentlichten Studie eine Rolle.
Antientzündliche Ernährung gegen Hautalterung
Der Mediziner Dr. Matthias Riedl empfiehlt laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts eine antientzündliche Ernährung, um vorzeitiger Hautalterung entgegenzuwirken. Zu den wichtigen Nährstoffen zählten demnach Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A und sekundäre Pflanzenstoffe.
Gemüse, Beeren, Hülsenfrüchte, Fisch und pflanzliche Öle stünden im Zentrum einer solchen Ernährungsweise, während hochverarbeitete Produkte, Zucker und tierische Fette vermieden werden sollten. Riedl weist zugleich darauf hin, dass eine rein vegane Ernährung zu einem Mangel an den langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA führen kann.
Darmflora und Rosacea
Ein Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Hautproblemen zeigt sich auch bei Rosacea. Eine Studie von Kandula und Kollegen mit mehr als 40 Teilnehmenden bringt Veränderungen der Darmflora mit der Hauterkrankung in Verbindung.
Bereits eine frühere Untersuchung von Egeberg und Kollegen aus dem Jahr 2017 mit knapp 49.500 Teilnehmenden hatte ein erhöhtes Vorkommen von Magen-Darm-Erkrankungen bei Rosacea-Patienten festgestellt.
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Besonders auffällig sind Ergebnisse einer Studie von Parodi und Kollegen aus dem Jahr 2008: Bei 46 Prozent der untersuchten 113 Rosacea-Patienten wurde eine bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) nachgewiesen.
Nach einer zehntägigen Behandlung verschwand die Rosacea bei 71 Prozent der Betroffenen. Als mögliche Ansatzpunkte werden Probiotika, L-Glutamin mit Zink, Omega-3-Fettsäuren und Quercetin genannt, wobei Effekte üblicherweise erst nach acht bis zwölf Wochen sichtbar würden.
Vegetarische und vegane Ernährung: Nutzen und Risiken
Eine im British Journal of Cancer veröffentlichten Studie zeigt ein differenziertes Bild vegetarischer Ernährung: Vegetarier weisen demnach ein um 21 Prozent geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs und ein um 31 Prozent geringeres Risiko für multiples Myelom auf.
Gleichzeitig ist das Risiko für Speiseröhrenkrebs bei ihnen fast doppelt so hoch, was möglicherweise auf einen Mangel an bestimmten B-Vitaminen zurückzuführen ist. Bei Veganern zeigte sich in derselben Auswertung ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für Darmkrebs, das mit einer geringeren Kalziumzufuhr in Verbindung gebracht wird.
Portulak als Nährstoffquelle
Weniger bekannt, aber laut heidelberg24.de nährstoffreich ist Portulak. Das Gemüse enthält pro 100 Gramm 300 bis 400 Milligramm Alpha-Linolensäure – laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie von Simopoulos und Salem mehr als in Kabeljau, der 280 bis 840 Milligramm liefert. Hinzu kommen 12 Milligramm Vitamin E pro 100 Gramm, siebenmal mehr als in Spinat, sowie Kalium, Eisen und Glutathion. Allerdings enthält Portulak auch Oxalsäure, die bei entsprechender Veranlagung die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann.
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Kartoffeln: Zubereitung entscheidet über Wirkung
Auch die Zubereitungsart beeinflusst, ob ein Lebensmittel entzündungsfördernd oder -hemmend wirkt. Laut einem Bericht von resterconnecte.com können schonend zubereitete Kartoffeln, etwa als Pellkartoffeln, entzündungshemmend wirken. Sie enthalten Vitamin C, Kalium und Polyphenole.
Nach dem Abkühlen bildet sich zudem resistente Stärke, die die Butyratbildung im Darm fördert und die Darmbarriere stärkt. Frittierte Kartoffeln und Chips hingegen begünstigen Entzündungen durch die Bildung von AGEs (fortgeschrittenen Glykierungsendprodukten) und Transfetten.
Hautgesundheit langfristig denken
Ein Beitrag von mooci.org zum Konzept „Skin Longevity“ verschiebt den Fokus von schneller Faltenkorrektur hin zu langfristiger Hautgesundheit. Im Mittelpunkt stehen eine stabile Hautbarriere, ausreichend Ceramide, Feuchtigkeit und konsequenter Sonnenschutz. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten Retinoide, Niacinamid, Antioxidantien und Peptide, wobei vor Überpflegung – dem sogenannten „Skin Burnout“ – gewarnt wird.
Einordnung
Die verschiedenen Studien und Berichte zeichnen ein Bild, in dem Ernährung nicht isoliert betrachtet werden kann: Wirkstoffe wie Sulforaphan, Omega-3-Fettsäuren oder resistente Stärke entfalten ihren Nutzen oft erst im Zusammenspiel mit Zubereitungsart, individueller Verträglichkeit und Darmgesundheit.
Gleichzeitig zeigen die Daten zu vegetarischer und veganer Ernährung, dass auch gesundheitsbewusste Ernährungsformen spezifische Risiken bergen können, die eine ausgewogene Nährstoffzufuhr erfordern.
