Berlin, Deutschland

RKI: Die RSV-Welle hat Anfang Januar begonnen

Veröffentlicht am: 30.01.2026 um 04:00 Uhr | dpa.de

RSV verursacht bei Kindern wie Erwachsenen Infektionen der Atemwege. Kinder mit einem schweren Verlauf gibt es in dieser Saison deutlich weniger. Das hat einen Grund.

Tödliche VerlÀufe mit RSV sind möglich, in Deutschland aber sehr selten (Symbolbild).  - Bild: Elisa Schu/dpa
Tödliche VerlÀufe mit RSV sind möglich, in Deutschland aber sehr selten (Symbolbild). - Bild: Elisa Schu/dpa

Die RSV-Welle hat in Deutschland begonnen. Den Beginn datiert das Robert Koch-Institut (RKI) seiner Definition zufolge rĂŒckblickend auf die Woche ab dem 5. Januar, wie es im aktuellen Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen heißt. RSV steht fĂŒr Respiratorisches Synzytial-Virus und ist ein weit verbreiteter Erreger von Atemwegsinfektionen. 

Die an das RKI gemeldeten RSV-FÀlle sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. In der Woche zwischen dem 5. und 11. Januar waren es noch rund 1.670, vergangene Woche schon 2.675. Die Werte können sich durch spÀter eingehende Meldungen noch Àndern. 

Vor allem Babys und Kinder betroffen

Da insgesamt nur noch selten getestet wird, geben Messungen im Abwasser wichtige Hinweise. Und auch dort zeigt sich: Die im Abwasser gemessene RSV-Viruslast ist laut RKI in den vergangenen Wochen sichtbar nach oben gegangen.

Tests aus Arztpraxen, die regelmĂ€ĂŸig Patientenproben an das RKI senden, haben ergeben, dass RSV zuletzt vorwiegend bei SĂ€uglingen und Kindern im Alter von 0 bis 4 Jahren nachgewiesen wurde. Aber auch in anderen Altersgruppen gab es demnach Nachweise.

Antikörper fĂŒr SĂ€uglinge zeigt Wirkung

«Ja, die RSV-FĂ€lle nehmen sehr stark zu», sagt Jakob Maske, Kinderarzt in Berlin und Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzt*innen (BVKJ), der Deutschen Presse-Agentur. Sorge mache ihm das aber nicht, denn: «Wir sehen kaum noch Kinder, die schwer mit RSV erkrankt sind und auf die Intensivstationen kommen.» Das sei ein großer Erfolg und Folge der passiven Impfung, die die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) seit 2024 fĂŒr Neugeborene und SĂ€uglinge empfiehlt. 

Vor allem fĂŒr Babys bis zu einem Alter von zwölf Monaten kann eine RSV-Erkrankung gefĂ€hrlich werden und schwere Atemwegsinfektionen zur Folge haben. Doch seit der EinfĂŒhrung des Antikörper-Wirkstoffs haben sich die FĂ€lle bei SĂ€uglingen halbiert, wie eine Analyse von RKI-Experten ergab, die im August 2025 veröffentlicht wurde. Bei Ă€lteren Kindern Ă€ußere sich eine Infektion eher wie eine ErkĂ€ltung oder eine schwere ErkĂ€ltung, so Maske. 

RSV verursacht bei Kindern wie Erwachsenen Infektionen der Atemwege. GrundsĂ€tzlich kann man in jedem Alter daran erkranken und sich wiederholt infizieren. Neben der Empfehlung fĂŒr SĂ€uglinge rĂ€t die Stiko eine RSV-Impfung allen Menschen ab 75 Jahren sowie Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung.

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